Arbeitsplätze in Gefahr

Flughafen Dortmund: Coronavirus-Krise bringt den Airport in Gefahr - Experte sieht "Existenzproblem"

Bis 2024 bekommt der Flughafen Dortmund Finanzhilfen der EU. Dann muss er profitabel sein. Die Coronavirus-Krise bringt dieses Ziel jetzt in Gefahr.

  • 2019 war ein Rekordjahr für den Flughafen Dortmund.
  • Der Airport war auf dem besten Weg, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen.
  • Jetzt macht die Coronavirus-Pandemie diesen Plänen einen Strich durch die Rechnung.

Dortmund - Kaum noch Fluggäste, Mitarbeiter in Kurzarbeit und bald wird von der EU auch noch der Geldhahn zugedreht: In der Coronavirus-Krise sind die Aussichten für den Flughafen Dortmund düster.

Flughafen Dortmund: Coronavirus verschärft die Situation erneut

Die Bilanz 2019 sah noch gut aus: Mit 2,7 Millionen Passagieren fuhr der Flughafen Dortmund ein Rekordergebnis ein. Für 2020 erwartete Geschäftsführer Udo Mager zunächst ein ausgeglichenes Betriebsergebnis. Genau dieses Ziel der EU sollte eigentlich bereits in diesem Jahr erreicht werden.

Flughafen Dortmund

Einweihung

1960

Fluggäste (2019)

2,7 Millionen

Adresse

Flughafenring 2, 44319 Dortmund

Flughafencode

DTM

Die Corona-Pandemie mit Flugverboten machte dies nun jedoch zunichte. Ende März wurde der Flugverkehr in Dortmund sogar nahezu eingestellt. Ein Großteil der Mitarbeiter mussten in Kurzarbeit gehen. Rund 6.550 Arbeitsplätze soll der Airport in Dortmund geschaffen haben.

Das Problem: Ab 2024 muss der Flughafen Dortmund finanziell auf eigenen Beinen stehen. Denn die EU-Kommission hat bereits 2014 beschlossen, nach einer Frist von zehn Jahren keine weiteren Subventionen an regionale Flughäfen zu zahlen. Und das Jahresergebnis in Dortmund ist weiter negativ: Minus 10,4 Millionen Euro waren es im vergangenen Jahr noch.

Der Flughafen Dortmund ist von der Coronavirus-Krise arg gebeutelt.

Flughafen Dortmund: "Flughäfen haben ein Existenzproblem"

Die EU ging damals davon aus, dass Flughäfen mit mehr als 500.000 Passagieren nicht schließen müssten, sobald die Finanzhilfen enden. Das sieht der Steuerzahlerbund mittlerweile anders, berichtet die Bild: "Flughäfen wie Dortmund haben ein Existenzproblem", sagte Geschäftsführer Matthias Warneke der Zeitung. Ein Urlaub in Großbritannien steht wegen Corona-Verordnung derzeit auch auf der Kippe.

Und die Situation an den Flughäfen verschärft sich in der Coronavirus-Krise weiter. Laut dem Flughafenverband ADV herrsche "Alarmstufe Rot", was die Jobs an den Flughäfen und in deren Umfeld angehe. Zudem brechen Umsätze weg: "Pro Monat feh­len den deut­schen Flug­hä­fen 500 Mil­lio­nen Euro an Ein­nah­men", sagt der Verband. Jetzt sollen Bund und Länder mit Hilfen einspringen, fordert auch die Gewerkschaft Verdi.

Mittlerweile bereiten sich die Flughäfen in Deutschland jedoch darauf vor, wieder durchstarten zu können. Dazu werden zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen wie Abstandsregelungen eingeführt. Verpasste Flüge aufholen können sie hingegen nicht.

Flughafen Dortmund: Coronavirus bremst Wachstum

Mit immer neuen Reisezielen in Osteuropa konnte der Flughafen in Dortmund sein Portfolio in den vergangenen Jahren deutlich erweitern - und damit auch die Zahl der Fluggäste deutlich steigern. Unterstützung hat der Airport Dortmund jetzt auch von Wizz Air bekommen. Die ungarische Airline fliegt nämlich ab Juli dreimal in der Woche die Touristeninsel Zypern an.

Auch Ryanair, die neben Wizz Air und anderen Fluggesellschaften den Flughafen Dortmund anfliegen, baute ihr Angebot am Flughafen Dortmund aus. Die Iren verbinden Dortmund nun ebenfalls mit einem weiteren Reiseziel.

Zuletzt gelang dem Flughafen Dortmund zudem der Sprung unter die zehn größten Airports in Deutschland. Wie die Reise aus der Coronavirus-Krise nun weitergeht, bleibt abzuwarten.

Eine Möglichkeit, den Sprung aus der Misere zu schaffen, wäre der Ausbau der Landebahn. Damit könnten am Flughafen in Dortmund noch weitere Flugzeug-Typen landen. Doch das Vorhaben sorgt für Kritik - vor allem bei den Anwohnern.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa