CDU poltert: "Können auch ohne Festi Ramazan zeigen, dass Dortmund weltoffen ist"

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Festi Ramazan in Dortmund ist die größte Ramadan-Veranstaltung in Europa . Foto: André Schuchert/Rote Erde

Dortmund/NRW - Die CDU in Dortmund übt massive Kritik an den Plänen für das Festi Ramazan. Vom 3. Mau bis zum 2. Juni soll das Festi an den Westfalenhallen stattfinden.

Der Streit um das Festi Ramazan geht weiter. Jetzt meldet sich die CDU in Dortmund zu Wort. Sie übt starke Kritik an Oberbürgermeister Sierau und den Befürwortern des muslimischen Mega-Festes.

44 Tage vor dem Beginn des Festi Ramazan in Dortmund hat sich die Dortmunder CDU gegen das muslimische Festival ausgesprochen.

"Wir müssen uns nicht wundern, dass Bürger Politik nicht mehr verstehen und sich ärgerlich abwenden", schreibt Christiane Krause, Vorsitzende des Beschwerdeausschusses, in einer schriftlichen Stellungnahme.

Damit kritisiert Krause die Entscheidung des Stadtrats, das Festi Ramazan stattfinden zu lassen. Die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost hatte zuvor in geheimer Abstimmung im Sommer 2018 dagegen gestimmt.

SPD holte Thema Festi Ramazan wieder hervor

Doch diese Entscheidung wurde später durch den Rat der Stadt Dortmund gekippt. Und das, obwohl sogar Oberbürgermeister Ullrich Sierau im Dezember 2018 sagte, das Fest werde nicht mehr in Dortmund stattfinden.

Die SPD holte das Thema dann erneut auf die Tagesordnung, ließ im Rat nochmal darüber abstimmen und bekam die Mehrheit. Allerdings ohne die Stimmen der CDU.

Die Christdemokraten fürchten Lärmbelästigung für die Anwohner in der Nähe des Remydamms. Sie meinem zudem, Anwohner der Joseph-Scherer-Straße und Mitglieder des TSC Eintracht Dortmund würden während des Festi Ramazan kaum oder gar keine Parkplätze finden.

"Es kann nicht richtig sein, eine kommerzielle Veranstaltung mit Profit für Wenige zu etablieren, wenn darunter viele Andere leiden müssen", sagt Christiane Krause.

Veranstalter will Anwohner schützen

Dass der Veranstalter um Schausteller Patrick Arens jüngst ankündigte, alles dafür tun zu wollen, dass Anwohner nicht gestört würden, scheint die CDU wenig zu überzeugen.

"Selbst wenn die vom Veranstalter vorgelegten Konzepte zu den Bereichen Sicherheit, Verkehr, Lärm, Brandschutz und Sauberkeit genehmigt werden, ist es nicht garantiert, dass Besucher rechtmäßig parken und es nicht zu Lärmbelästigungen kommt", meint Friedrich-Wilhelm Weber, ordnungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion.

Insgesamt scheint die CDU die Veranstaltung um jeden Preis verhindern zu wollen. "Warum immer wieder in Dortmund?", fragt sich Weber. Er ist der Meinung, Dortmund könne auch ohne das Festi Ramazan zeigen, dass die Stadt weltoffen und bunt sei. "Offenbar fehlt es manchen Menschen an Einsicht, dass die räumlichen Kapazitäten Dortmunds für dieses Fest nicht vorhanden sind.“

Die Bilanz nach Ende des Festi Ramazan 2019: Im Endeffekt kamen Weniger Besucher als erwartet zu dem Ramadan-Fest. Die Veranstalter wollen Dortmund als Standort jedoch beibehalten.

Kommentar des Autors

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Vehemenz sich die Dortmunder CDU gegen das Festi Ramazan wehrt. Europas größtes Ramadan-Fest ist also ein Fest, das Profit für Wenige und Probleme für viele Andere bringt? Dass das Fest jährlich 200.000 Gäste in die Stadt lockt und auch für die vielen Muslime in Dortmund - parallel zum Weihnachtsmarkt - eine willkommene Veranstaltung ist, scheint der CDU entgangen zu sein. Natürlich werden die rund 30 Haushalte an der Joseph-Scherer-Straße das Fest in Teilen zu spüren bekommen - aber es wird sich in Grenzen halten. 2018, als das Festi auf dem Parkplatz P8 am Stadion stattfand, hatten die Anwohner jedenfalls nichts zu meckern. Auch wegen der strengen Auflagen. Wenn die CDU sich schon für die Bürger einsetzt, dann auch für alle Dortmunder. Dann sollte die Partei mit gleicher Vehemenz für die Anwohner kämpfen, die in der City vier Wochen lang vom Weihnachtsmarkt-Trubel belästigt werden. Mit zweierlei Maß zu messen, ist völlig daneben.