Festi Ramazan: Findet das Mega-Event 2019 zum letzten Mal in Dortmund statt?

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Festi Ramazan 2016 in Dortmund. Foto: Sandra Schaftner/RUHR24

Dortmund/NRW - Für 2019 hat das Festi Ramazan grünes Licht in Dortmund bekommen. Ffür die kommenden Jahre stehen die Zeichen für das Event schlecht. Das sind die Gründe:

In diesem Jahr gab es für das muslimische Mega-Event Festi Ramazan noch mit Ach und Krach grünes Licht von der Stadt Dortmund. Doch für die kommenden Jahre stehen die Zeichen nicht gerade gut für eine erneute Auflage in Dortmund.

"Es ist völlig klar, dass das Festi Ramazan am Remydamm nach 2019 nicht mehr stattfinden wird", sagte Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau am Dienstag, als die Stadt der Veranstaltung die Genehmigung für das Event auf ebenjenem Platz erteilte.

Den Stress, politisch wie auch mit Anwohnern, möchte sich die Stadt offenbar nicht mehr antun. Und auch die Veranstalter des Festivals dürften auf das Gezerre um das Fest und die inzwischen sehr hohen Auflagen keine Lust mehr haben.

Wo gibt es Flächen für das Festi Ramazan?

Bleibt die Frage: Wenn das Festi Ramazan nicht mehr am Remydamm stattfinden soll, wo dann in Dortmund? Der Veranstalter bräuchte eine Fläche, die gut erreichbar ist, groß genug erscheint, keine Anwohner stört - und das vier Wochen lang.

Eine solche Fläche in Dortmund zu finden, dürfte schwierig werden. Der Festplatz an der Eberstraße in der Nordstadt, wo das Event 2012 und 2017 stattfand, ist keine Option mehr. Zu viele Beschwerden gab es seitens der Anwohner. Sie beklagten besonders den Lärm und Wildparker.

Unterdessen berichtet OB Sierau, dass die Suche nach einem anderen geeigneten Gelände auf die ehemalige Hoesch-Spundwand-Fläche an der Rheinischen Straße, sowie auf ein Areal von der RAG/Thyssen Krupp auf der Westfalenhütte führt.

"Aber bislang gibt es von den Eigentümern der Fläche noch keine Bereitschaft, diese zur Verfügung zu stellen", sagt Sierau. An der Westfalenhütte etwa würde es sich für die Eigentümer eher lohnen, die Fläche rentabel an andere Interessenten weiter zu verkaufen, statt auf ein einmal im Jahr stattfindendes Event zu setzen.

Suche nach neuer Event-Fläche in Dortmund

Gleichzeitig könnte sich Sierau vorstellen, zusammen mit anderen Event-Veranstaltern auf die Suche nach einer Fläche in Dortmund zu gehen, die in einen Festplatz umgebaut werden könnte.

"Aber ich kenne die Stadt gut, eine solche Fläche müsste erst geboren werden", macht Sierau das schwierige Unterfangen deutlich. "Vom Himmel fällt eine solche Fläche nicht."

Dennoch will Dortmunds OB im Rahmen des Masterplans Erlebnis mit Interessenten erörtern, was geht und was nicht.

Festi Ramazan nicht im Westfalenpark

Der Westfalenpark scheint da übrigens auch keine Option zu sein. "Der Westfalenpark soll ein Ort der Ruhe sein, aber auch der Events", betont Dortmunds Dezernentin für Sport und Freizeit, Birgit Zoerner.

Man müsse die Interessen abwägen. Für das Festi scheint neben den bereits vorhandenen Veranstaltungen im Park also offenbar kein Platz zu sein. Zumal der Park dafür gleich vier Wochen blockiert würde.

Auch einer Ansiedlung des Festi Ramazan an der Strobelallee, die in den kommenden Jahren zu einer Eventmeile ausgebaut werden soll, sieht die Stadt eher pessimistisch entgegen. "Die Strobelallee soll nicht eine Meile werden für alle möglichen Events", betont Thomas Westphal, Chef der Dortmunder Wirtschaftsförderung.

An den Flächen in Stadion-Nähe wäre zudem das Problem, dass das muslimisch geprägte Festival immer wieder mit Bundesliga-Spielen des BVB kollidieren würde. "Der Veranstalter sagt selbst, dass ein Festi rund ums Stadion auf lange Sicht nicht vorstellbar ist", sagt Ullrich Sierau.

Ramadan immer an anderem Termin

Problem: Da das Festi Ramazan immer während des Ramadan stattfindet, gibt es für das Event keinen festen Termin, da der Fastenmonat immer zu anderen Daten stattfindet. So verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmählich alle Jahreszeiten.

Am Ende bleibt die Frage: Gibt es für das Festi Ramazan eine Zukunft in Dortmund? Angesichts der aktuellen Voraussetzungen müssten die Veranstalter des Events schon mehrere Stoßgebete gen Himmel schicken, dass es noch klappt. Oder sich lieber schon mal in anderen Städten umschauen.

Die Bilanz nach Ende des Festi Ramazan ist ernüchternd: Weniger Besucher als erwartet kamen zu dem Ramadan-Fest. Die Veranstalter wollen Dortmund als Standort jedoch beibehalten.

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