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Rund 40.000 Menschen fordern in einer im Dezember gestarteten Onlinepetition die Einführung von Mehrwegbechern im Dortmunder Westfalenstadion. Der Ersteller der Petition wirft dem BVB Verschwendung vor.

Seit 2015 gibt es sie im Westfalenstadion nicht mehr, die stabilen Mehrwegbecher mit den Portraits von BVB-Spielern. Bis dahin war ein externes Unternehmen für die Verpflegung der mehr als 80.000 Fans im Stadion zuständig. Zur Saison 2015/16 hat die BVB-eigene Catering-Firma diese Aufgabe übernommen und die Pfandbecher abgeschafft. Seitdem werden Bier und Softdrinks im Westfalenstadion nur noch in pfandfreien Einwegbechern verkauft.

Schon bei der Umstellung gab es dafür Kritik von der Deutschen Umwelthilfe. Die Petition eines Fußballfans macht jetzt erneut auf das Thema aufmerksam. Auf der Plattform „Change.org“ hat Nick Heubeck seine Petition für die Wiedereinführung von Mehrwegbechern im Stadion im Dezember gestartet. Mittlerweile wurde sie von rund 40.000 Menschen unterzeichnet.

„Riesige Müllberge“

Er tue seit seiner Kindheit nichts lieber, als sich Fußballspiele im Stadion anzuschauen. Was ihm jedoch vor allem in den letzten Jahren aufgefallen sei, „sind die riesigen Müllberge, die am Ende solcher Bundesligaspieltage jedes Mal übrig bleiben“, wie er in seiner Petition an BVB-Boss Hans-Joachim Watzke schreibt.

Mit den 1,5 Millionen Einwegbechern, die laut deutscher Umwelthilfe jährlich im Westfalenstadion weggeworfen würden, könnten er und seine Freunde 186 Jahre lang jeden Abend ein Bier-Pong-Turnier veranstalten, schreibt Nick Heubeck.

Er fordert: „Lieber BVB, bitte steigen Sie auf ein Mehrweg-Pfandsystem im Signal-Iduna-Park um! Beugen Sie damit den Müllbergen vor und schützen wertvolle Ressourcen.“

Das sagt der BVB

Die Pressestelle des BVB hat sich auf Anfrage von Dortmund24 bislang nicht zu der Petition geäußert, hat jedoch eine Stellungnahme versprochen. Sobald dieses Statement vorliegt, wird es an dieser Stelle nachgereicht.*

Update, 22. Januar: In seiner Antwort auf die Anfrage von Dortmund24 hat der BVB-Kommunikations-Direktor Sascha Fligge nun auf den Nachhaltigkeitsbericht des BVB verwiesen. Darin erklärt der BVB, die aus Maisstärke hergestellten Einwegbecher würden gesammelt und in einer Biogasanlage „energiebringend kompostiert“. Mit der Aktion „Gib mich den Becher“ würden die Fans an jedem Spieltag mit Videos im Stadion auf die Entsorgungsmöglichkeiten in speziellen „Becherröhren“ hingewiesen.

Außerdem habe der BVB eine große Photovoltaikanlage auf dem Stadiondach, die im Jahr 2016 insgesamt 558.000 kWh Strom ins Netz eingespeist habe und setze zu hundert Prozent Ökostrom ein.

*Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, der BVB habe innerhalb einer Woche kein Statement abgegeben. Das stimmt so jedoch nicht. Aufgrund eines technischen Fehlers auf unserer Seite ist die Anfrage leider erst verspätet abgeschickt worden. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.