Bild: Sina Schuldt/dpa

In Deutschland war am Sonntag (26. Mai) bundesweit Europawahl. 65 Millionen Wahlberechtigte wurden aufgerufen, über die 96 deutschen Abgeordneten für das Europäische Parlament zu entscheiden. Seit 18 Uhr sind die Wahllokale geschlossen.

  • Endergebnis von Dortmund ist da
  • CDU und SPD verlieren an Stimmen
  • Es zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab

Update, Montag (27. Mai), 7.33 Uhr: Anders als in Dortmund konnte sich die SPD in den Nachbarstädten durchsetzen. In Castrop-Rauxel holten die Sozialdemokraten 25,46 Prozent der Stimmen. Die CDU konnte 26,13 Prozent erringen, die Grünen kommen auf 19,03 Prozent.

Und auch in Unna haben die meisten Menschen bei der Europawahl für die SPD gestimmt. 24,20 Prozent der abgegebenen Stimmen fielen auf die Sozialdemokraten. Bündnis 90/Die Grünen erreichten 23,86 Prozent und die CDU 23,36 Prozent. Für die AfD stimmten 8,62 Prozent, für die FDP 6,10 Prozent und für die Linke 4,48 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der Kreisstadt lag bei 63,09 Prozent.

In Lünen gewann ebenfalls die SPD die meisten Stimmen bei der Europawahl. Hier stehen 26,41 Prozent hinter den Sozialdemokraten. Die CDU folgt mit 22,16 Prozent, danach kommen die Grünen (18,40 Prozent), die AfD (11,87 Prozent), die FDP (5,48 Prozent) und die Linke (4,49 Prozent). 

Grüne freuen sich über „Sunday for Future“

Update, 0.50 Uhr: Die Spitzenkandidaten der Parteien haben auf die vorläufigen Hochrechnungen reagiert. „Das ist ein Sunday for Future“, freut sich Grünen-Spitzenkandidat Sven Giegold. Dennoch dürfte es für die Grünen schwer werden, die Erwartungen der Wähler zu befriedigen.

Katharina Barley zeigt sich dagegen enttäuscht. Sie habe wirklich alles gegeben, was ging, so die SPD-Politikerin. Jörg Meuthen (AfD) sagte derweil: „Wir lassen uns aus den Parlamenten nicht mehr rauskegeln.“

Manfred Weber (CSU) sagte zu dem Wahlergebnis: „Die europäische Demokratie lebt!“ Die FDP hat bei der Wahl leicht zugelegt. „Wir sind heute Abend kein großer Wahlgewinner, aber ein kleiner“, sagte FDP-Chef Christian Lindner. Linken-Spitzenkandidat Martin Schirdewan ist von dem Ergebnis seiner Partei enttäuscht: „Wir sind nicht zufrieden.“

Europawahl begeistert Menschen in Deutschland

Update, 23.02 Uhr: Europamüde? Von wegen! Eine Studie, die im Auftrag der ARD durchgeführt wurde, zeigt, dass das Interesse der Bevölkerung an der Europawahl sehr steigt. 2014 gaben nur 48 Prozent der Befragten an, dass sie ein großes Interesse an der Europawahl haben. 52 Prozent sagten damals, dass die Europawahl sie weniger stark interessiert.

Das hat sich 2019 geändert: Nur 31 Prozent interessiert sich weniger stark für die Europawahl. Über zwei Drittel der Befragten, 69 Prozent, haben ein großes Interesse an dieser Wahl.

Update, 22.30 Uhr: Die neue bundesweite Hochrechnung der Europawahl zeigt: CDU/CSU werden die stärkste Kraft, gefolgt von den Grünen. Die SPD stürzt auf 15,6 Prozent ab.

Update, 22 Uhr: Die Stadt Bochum kündigt an, bis kommenden Mittwoch aufzuklären, wieso zwischenzeitlich bei einem Dutzend Wahllokalen die Stimmzettel ausgingen. „Wir hatten genügend Stimmzettel für alle Wahllokale vorrätig. Wo der Fehler in der Verteilkette lag, klären wir bis Mittwoch“, schrieb die Stadt auf Twitter und entschuldigte sich bei den Wählern.

Rekord-Wahlbeteiligung in Dortmund

Update, 21.40 Uhr: 58,5 Prozent der Dortmunder gaben ihre Stimme ab – das sind elf Prozent mehr als 2014! Auch bundesweit war die Wahlbeteiligung so hoch wie noch nie.

Vor allem die SPD muss bei der diesjährigen Wahl in Dortmund jedoch herbe Verluste hinnehmen.

  • CDU ( -5,7 Prozent)
  • SPD ( -16,4 Prozent)
  • Grüne ( +12,5 Prozent)
  • FDP ( +2,6 Prozent)
  • AfD ( +3,3 Prozent)
  • Linke (-1 Prozent)
  • Sonstige (+4,6 Prozent)

Update, 21.23 Uhr: Das Endergebnis für die Stadt Dortmund ist da: Die Grünen sind stärkste Kraft, gefolgt von der SPD, der CDU, AfD, Linken und FDP. 12,2 Prozent der Dortmunder gaben ihre Stimme kleineren Parteien. Unter den Kleinparteien war „Die Partei“ am stärksten mit 3,24 Prozent.

Die Ergebnisse aller Parteien findet ihr hier.

Update, 21.13 Uhr: Auch in den anderen Ruhrgebietsstädten haben die Grünen extrem zugelegt. Grüne, SPD und CDU liegen fast gleichauf – die Christdemokraten sind in Bochum sogar weit unter SPD und Grünen.

Update, 21.04 Uhr: Die Grünen liegen in Dortmund vorne. Mittlerweile wurden 492 von 496 Wahllokale ausgewertet. Die CDU stürzt hier auf unter 20 Prozent.

Update, 19.52 Uhr: Mittlerweile gibt es eine aktuelle Hochrechnung zu den deutschlandweiten Ergebnissen der Europawahl:

Update, 19.20 Uhr: Auch in Dortmund laufen die Ergebnisse ein. Rund die Hälfte der 496 Wahlbezirke sind ausgezählt. Das ist die Hochrechnung:

CDU und Linke nicht zufrieden

Update, 19.06 Uhr: Auch die CDU ist nicht ganz zufrieden mit dem Ergebnis. „Es ist ein bisschen enttäuschend“, sagt Sascha Mader aus der CDU-Stadtratsfraktion. Dennoch sieht er darin auch einen Ansporn für die Landes- und Bundespolitik, die Themen der Partei besser zu platzieren.

Bei den Linken ist die Stimmung etwas gedrückt. „Das soziale Europa ist offensichtlich nicht angekommen“, sagt Fraktionsvorsitzende Cornelia Wimmer.

„Ein super Ergebnis“

Update, 18.52 Uhr: Große Freude bei den Grünen im Dortmunder Rathaus. „Das ist ein super Ergebnis“, sagt Grünen-Sprecher Ulrich Langhorst. Themen wie Klimaschutz und Ökologie seien bei den Wählern angekommen. „Mit dem Ergebnis geht auch eine große Verantwortung einher“, sagt Langhorst. Er sieht es als guten Einstieg in die Kommunalwahl 2020.

Lange Gesichter hingegen bei der SPD. Landtagsabgeordnete Nadja Lüders spricht von „enttäuschenden Prognosen“. Sie will nun die Werte für Dortmund abwarten. Davon auf die anstehende Kommunalwahl zu schließen, hält sie nicht für sinnvoll: „Ich neige nicht dazu, ein X mit einem U zu vergleichen.“

Erfreulich sei die hohe Wahlbeteiligung das vergleichsweise schwache Abschneiden der AfD. „Deutschland wählt noch demokratisch“, kommentiert Lüders.

Für FDP-Kandidaten Michael Kauch besteht keine Hoffnung mehr, ins Europaparlament einzuziehen. „Die Sache ist gelaufen“, sagte er nach den ersten Prognosen. Auch er erwartet nun die Ergebnisse aus Dortmund.

Verluste für die SPD, Grüne stark

Update, 18.08 Uhr: Die SPD fährt bei der Europawahl laut Prognosen herbe Verluste ein. Mit 15,5 Prozent sind die Sozialdemokraten weit von den erhofften 20 Prozent entfernt.

Die Grünen legen hingegen deutlich zu und landen bei 20,5 Prozent.

Update, 17.50 Uhr: In der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses ist kurz vor Ende der Europawahl noch nicht viel los.

Während sich die Grünen entspannt geben, dürfte die Anspannung bei der FDP größer sein. Michael Kauch, Kandidat fürs Europaparlament, braucht rund 8 Prozent der Stimmen, um einen Platz zu bekommen.

Kurios: Vor der Rathaustür bespielt ein DJ den Friedensplatz mit lauten Beats. Das Problem: Bis auf ein paar Gäste des Rathauses und mehreren Polizisten ist noch niemand da.

Bochum gehen die Wahlzettel aus

Update, 17.41 Uhr: In Dortmund sind bis 17 Uhr fast die Hälfte der Bürger wählen gegangen. Insgesamt 47,7 Prozent der Dortmunder gaben ihre Stimme ab – bei der letzten Wahl waren es bis 17 Uhr nur 30,2 Prozent. „Bis 18 Uhr schaffen wir doch wohl die Hälfte, oder?“, schreibt die Stadt auf Twitter.

Update, 17.06 Uhr: Die Wahlbeteiligung scheint mit derzeit auch in Bochum vergleichsweise hoch zu sein. Stand 16 Uhr lag sie bei 45,4 Prozent.

In einigen Wahllokalen mussten die Wähler warten. Der Stadt waren vorübergehend die Stimmzettel ausgegangen:

Mittlerweile sei das Problem aber behoben.

Jeder Dritte hat gewählt

Update, 16.30 Uhr: Bis 14 Uhr hat fast jeder dritte Wahlberechtigte in Deutschland seine Stimme zur Europawahl abgegeben. Rund 30 Prozent gaben ihre Stimme ab. Das teilte der Bundeswahlleiter am Nachmittag mit. 2014 lag der Wert zu diesem Zeitpunkt noch bei nur 25,6 Prozent.

Damit zeigt sich auch bundesweit ein Trend hin zu einer stärkeren Wahlbeteiligung. Briefwähler sind dabei noch nicht eingerechnet. Dennoch ruft der Bundeswahlleiter weiter dazu auf, bis 18 Uhr seine Stimme abzugeben.

Höhere Wahlbeteiligung in Dortmund

Update, 14 Uhr: In Dortmund zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Nach Angaben der Stadt haben bis 13 Uhr bereits fast 25 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz gemacht. 2014 waren es zu diesem Zeitpunkt erst knapp 13 Prozent.

Die Briefwähler werden noch hinzugerechnet. Auch hier zeichnete sich bereits eine höhere Wahlbeteiligung ab.

In Bochum gab es Irritationen, weil auf der Seite der Stadt versehentlich ein vorläufiges Endergebnis veröffentlicht wurde. Gewinner: Die AfD mit 50 Prozent der Stimmen.

So ging die Europawahl 2014 aus

Update, 13.44 Uhr: So haben die Deutschen 2014 abgestimmt:

CDU/CSU und SPD waren 2014 mit Abstand die stärksten Parteien. Mit Abstand kamen dahinter die Grünen sowie fast Stimmengleich Die Linke und die AfD. Die FDP landete abgeschlagen bei nur 3,4 Prozent.

Parteien mit unterschiedlichen Aussichten

Ursprungsmeldung: In Dortmund läuft die Wahl. Derzeit gebe es laut Stadt keine besonderen Vorkommnisse.

Union und SPD müssen nach Umfragen fürchten, dass sie bei der Europawahl auf ihre jeweils historisch schlechtesten Ergebnisse fallen. Die FDP schwächelte in Umfragen zuletzt. Mit rund 6 Prozent könnten sie aber doppelt so viele Stimmen holen, wie noch 2014. Die Partei machte auch in Dortmund Wahlkampf.

Die Grünen könnten Umfragen zufolge vor der SPD zweitstärkste Kraft werden, erstmals überhaupt bei einer bundesweiten Wahl. Erst kürzlich hat ein YouTuber die Politik der Parteien heftig kritisiert.

Bis 18 Uhr könnt ihr an der Europawahl teilnehmen

Die deutschen Wahllokale schließen um 18 Uhr MESZ. Wie bei Bundestagswahlen gibt es daraufhin bei ARD und ZDF eine Prognose für das bundesweite Ergebnis, ab 18.15 Uhr werden Hochrechnungen erwartet.

Bereits vor der Europawahl hat es eine Panne bei der Stadt Bochum gegeben. Die Stadt hatte Versehentlich die AfD als vermeintlichen Wahlsieger bekanntgegeben.

Außer in Deutschland wählen die Menschen zeitgleich auch in 20 weiteren europäischen Ländern die neuen Abgeordneten für das Europäische Parlament. Mehrere europäische Länder hatten schon vorher in dieser Woche abgestimmt. Außerdem gab es in Dortmund deutlich mehr Briefwähler. Mit dpa-Material

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