Bild: Felix Huesmann/Dortmund24

Nach langem Warten ist es endlich so weit: Heute tritt SDP als erste Band vor 3600 Menschen in der ausverkauften Phoenixhalle auf. Dabei stand die Eröffnung lange auf der Kippe: Noch immer laufen Gerichtsverfahren, weil Anwohner gegen die Konzerthalle geklagt haben. Wir haben uns am Abend vor dem ersten Konzert mal auf Phoenix West umgeschaut.

Um 18 Uhr soll der Einlass starten. Kurz vorher zieht sich die Warteschlange schon mehrere Hundert Meter lang um ein paar Ecken. Zumindest soviel stand längst fest: Probleme, die Tickets für das Konzert des Berliner Musiker-Duos SDP loszuwerden, hatten die Veranstalter nicht. Ganz im Gegenteil, im Facebook-Event zum Konzert versuchten in den vergangenen Tagen Fans aus ganz NRW, noch Karten zu ergattern.

Phoenixhalle

Shuttlebusse und Parkplätze

Die Halle ist zu Fuß knapp zehn Minuten vom Hörder Bahnhof entfernt. Um zu verhindern, dass zu viele Menschen über die Hochofenstraße spazieren und für Lärm sorgen, werden allerdings auch Shuttle-Busse eingesetzt. Die sind am Donnerstagabend gut gefüllt. Einige legen den kurzen Weg trotzdem zu Fuß zurück, genießen noch ein „Wegbier“ vorm Konzert. Dadurch ist zwischen Bahnhof und Phoenixhalle zwar mehr los als gewöhnlich. Zumindest vor dem Konzert scheint aber alles sehr gesittet und ruhig abzulaufen.

Phoenixhalle
Shutlle-Busse bringen die Fans vom Hörder Bahnhof zur Phoenixhalle und zurück.

Fans, die mit dem eigenen Auto anreisen, wird rund um die Konzerthalle von Parkeinweisern der Weg zu einem Parkplatz auf dem riesigen Phoenix West-Areal gewiesen. Zwischen dem Parkplatz und der Phoenixhalle ist reges Treiben. Hier stört das aber auch niemanden. Die Häuser rund herum sind Firmengebäude, in den allermeisten wird um diese Uhrzeit eh nicht mehr gearbeitet.

„Ich glaube nicht, dass es Probleme gibt“

Phoenixhalle
Marcel freut sich auf SDP und glaubt nicht, dass es an der Phoenixhalle zu Problemen kommt.

Marcel (26) ist aus Mülheim nach Dortmund-Hörde gekommen. Wie sehr er sich auf SDP freut, kann man schon an seinem Körper sehen: Er hat eine große Fahne der Band wie ein Superheldencape umgebunden. „Ich höre schon jahrelang SDP und war auch schon auf einigen Konzerten. Aber es ist mal schön, auch hier in Dortmund eins zu erleben“, sagt er. Von dem juristischen Trubel um die Halle hat er nichts mitbekommen, er glaubt aber nicht, dass es Probleme geben wird. „Man muss abwarten, ob das wirklich zu laut wird, aber ich kann mir das eigentlich nicht vorstellen.“

Janine aus Dortmund-Aplerbeck hat die Streitigkeiten im Vorfeld mitverfolgt. „Ich kann schon verstehen, dass die Anwohner sich Sorgen machen“; sagt die 24-Jährige. „Aber ich freue mich trotzdem, dass die Phoenixhalle aufmacht. Vielleicht kommen dann jetzt noch mehr Bands nach Dortmund.“ Außerdem sei die Location „mega cool“.

Phoenixhalle

Wie geht es weiter?

Aktuell laufen noch zwei Klagen von Anwohnern gegen die Stadt Dortmund. Es geht dabei um die Baugenehmigung der Stadt für die Einrichtung der Konzerthalle. Die klagenden Anwohner halten sie für mangelhaft, sie fürchten Lärmbelästigungen durch an- oder abreisende Konzertbesucher. Die Klagen haben jedoch keine aufschiebende Wirkung, wie Stadtsprecherin Heike Thelen Dortmund24 am Tag vor der Eröffnung mitteilte. Das heißt, so lange über die Klagen nicht abschließend entschieden ist, bleibt die Phoenixhalle geöffnet.

Nach den ersten Konzerten wird sich auch zeigen, ob das Konzept der Stadt und der Hallenbetreiber aufgeht. Vielleicht lassen sich die klagenden Anwohner ja doch noch von der neuen Konzert-Location in ihrer Nachbarschaft überzeugen.

 

Das sind die nächsten Konzerttermine in der Phoenixhalle: 21. November 2017 Mando Diao, RAZZ, 27. November 2017 Kontra K, 15. Dezember 2017 Fritz Kalkbrenner, 21. Februar 2018 Milky Chance, 3. März 2018 Feine Sahne Fischfilet, 11. März 2018 Marteria, 21. März 2018 Wanda.