Erste Pläne gegen Dieselfahrverbot: B1 und Brackeler Straße betroffen

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Für die Brücke über die B1 gibt es erste Entwürfe. Sie wurden von Studenten der TU Dortmund angefertigt. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Seit Monaten arbeitet die Stadt daran, ein Dieselfahrverbot abzuwenden. Denn die Schadstoffbelastung in der Westfalenmetropole ist so hoch, dass die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Jetzt hat die Stadt erste Vorschläge veröffentlicht, wie die Luft sauberer werden könnte - zumindest in der Nähe der Messsstellen.

Seit Monaten arbeitet die Stadt daran, ein Dieselfahrverbot für Dortmund abzuwenden. Denn die Schadstoffbelastung in der Westfalenmetropole ist so hoch, dass die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Jetzt hat die Stadt erste Vorschläge veröffentlicht, wie die Luft sauberer werden könnte - zumindest in der Nähe der Messsstellen.

Im Laufe dieses Jahres will die Stadt Dortmund einen endgültigen Maßnahmenkatalog zur Verhinderung von Dieselfahrverboten präsentieren. Erste Vorschläge dafür gibt es aber schon jetzt, wie die Stadt am Donnerstag (14. Juni) mitgeteilt hat.

Bei den Maßnahmen geht es der Stadt darum, den gesetzlichen Grenzwert für Stickstoffdioxid an drei LANUV-Messstellen im Dortmunder Stadtgebiet einzuhalten. Diese stehen an der Brackeler Straße (zwischen Borsigplatz und "Im Spähenfelde") und an der B1 (Rheinlanddamm und Westfalendamm).

Das sind die bisherigen Vorschläge:

Brackeler Straße:

  • Zwischen der Straße "Im Spähenfelde" und dem Borsigplatz will die Stadt Tempo 30 anordnen. Es handelt sich hierbei um ein etwa 300 Meter langes Stück.
  • Auf der Brackeler Straße in Fahrtrichtung Borsigplatz zwischen der neuen Bus-Wendeanlage (Höhe Amazon) und der Straße im "Im Spähenfelde" will die Stadt eine Busspur einrichten. Diese soll für einen flüssigeren Busverkehr sorgen, dieser wiederum für weniger konzentrierte Schadstoffabgabe. Außerdem setzt die Stadt darauf, dass für Menschen, die auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte arbeiten, der öffentliche Nahverkehr attraktiver wird. Die Busspur soll auf dem heutigen Standstreifen eingerichtet werden.

B1:

  • Hier plant die Stadt ein ganztägiges Lkw-Fahrverbot mit Prüfung der Änderung der Beschilderung des Lkw-Nachtfahrverbotes für Durchgangsverkehr über 7,5 Tonnen. Aktuell besteht auf der B1 ein Lkw-Nachtfahrverbot zwischen 22 und 6 Uhr für Lkw ab 7,5 Tonnen.

Zum Hintergrund: Das ganztägige Lkw-Fahrverbot auf der B1 schlägt die Verwaltung nochmals vor, obwohl das der Rat mit Beschluss vom 30. Juni 2011 bereits abgelehnt hatte.

  • Außerdem will die Stadt einen Blitzer in Höhe der Westfalenhallen in Fahrtrichtung Unna einrichten.

Diese Maßnahmen hat die Stadt im Austausch mit der Bezirksregierung Arnsberg erörtert. Sie sollen den bereits bestehenden Luftreinhalteplan ergänzen und die Senkung der NO2-Schadstoffbelastung im Stadtgebiet bewirken. Am Dienstag hat sich der Verwaltungsvorstand mit dem Thema befasst, am Donnerstag (14. Juni) erfolgt die Unterrichtung des Sonderältestenrates.

Hintergrund ist die Klage der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen gegen den Luftreinhalteplan Ruhrgebiet 2011 – Teilplan Ost, weil der NO2-Grenzwert nicht eingehalten wird.

Weitere Maßnahmen gegen schlechte Luft

Weitere Maßnahmen zur Reduktion der NO2-Belastung plant die Stadt im Masterplan Mobilität 2030, dem Teilkonzept Mobilitätsmaßnahmen zur Luftreinhaltung, dem Masterplan Nachhaltige Mobilität für die Stadt sowie der Bewerbung Emissionsfreie Innenstadt.

Bei letzterem Projekt will die Stadt den Innenstadtring komplett frei vom giftigen CO2 bekommen. Künftig könnte der Eintritt ins Zentrum nur über Bahnen, Fahrräder oder E-Autos gestattet sein. So zumindest lauten die Pläne der Stadt.

Info: Eine Entscheidung durch den Rat der Stadt und die Bezirksregierung Arnsberg ist noch nicht gefallen. Diese wird im Rahmen eines Ergänzungsverfahrens zum Luftreinhalteplan Ende 2018 getroffen. Die Umsetzung der Maßnahmen könnte dann erst in der ersten Jahreshälfte 2019 erfolgen.