Bild: Verena Timmer

Watschelnd bahnte sich am 1. Mai eine Entenfamilie ihren Weg durch die Dortmunder City. Nur weil ein paar Dortmunder beherzt eingriffen, schafften es die 12 Wasservögel in sichere Gefilde. Unterdessen gibt es Enttäuschung über das Verhalten der Polizei.

Über das Klinikviertel, die Hohe Straße, die Saarlandstraße bis zum Plaunerspielplatz kamen die süßen Küken mit ihrer Entenmamma noch in Begleitung einer Gruppe von vier Studenten – und überlebten so den riskanten Watschelmarsch durch Dortmunds südlicher City.

„Die Entenmutter machte sich dann weiter mit den Küken auf den Weg in Richtung B1, anscheinend in Richtung Wasser am Westfalenpark“, berichtet Verena Timmer, die später bei der Aktion selbst dabei war. Nicht ganz so glimpflich ging es für eine Entenfamilie Anfang Juli an den Westfalenhallen aus.

Studentengruppe gab auf

Weil Einfangversuche scheiterten, gab die Studententruppe, so Timmer, schließlich auf und ging nach Hause. „Mit der Hoffnung, die schaffen es lebend zum Ziel.“

Dann griff die Truppe um Verena Timmer ein. „Wir haben die Küken dann einfangen können und in einem Suppentopf mit Wasser in eine Hundebox gebracht“, berichtet die Dortmunderin. Die Entenmamma fing die Gruppe um Timmer mit einem Katzennetz ein.

Im Rombergpark Dortmund ereigneten sich schreckliche Verbrechen. Foto: Sandra Schaftner/Dortmund24
Die Entenfamilie wurde in den Rombergpark gebracht. Foto: Sandra Schaftner/RUHR24

Schließlich brachten die Enten-Retter die Familie mit den elf Küken wohlbehalten zum Rombergpark. „Ich hoffe, die vier Studenten, die den Enten anfangs halfen, erfahren, dass es den Enten gut geht“, sagt Verena Timmer, die sich enttäuscht über das Verhalten der Polizei zeigt.

Die Polizei habe sich nicht zuständig gefühlt und sei zu keiner Hilfe bereit gewesen, sagt die Dortmunderin. Zwei Anrufe bei der Polizei hätten nicht zur erhofften Hilfe geführt. „Dabei gibt es doch viele Berichte in denen beschrieben wird, wie Polizisten die Straßen absperren zum Überqueren oder die Tiere eingefangen und danach sicher freigelassen wurden“, sagt Timmer.

Polizei nicht unbedingt zuständig

Aber ist die Polizei eigentlich für solche Fälle zuständig? „Nein“, sagt Polizeisprecherin Nina Vogt, „die Rettung von Tieren gehört grundsätzlich nicht zu den originären Aufgaben der Polizei.“

Veterinär- bzw. das Ordnungsamt oder die Jagdausübungsberechtigten seien stattdessen Zuständig. Und, so Vogt: „Für Tiertransporte sind unsere Streifenwagen generell auch nicht ausgelegt.“

Polizeipräsidium Dortmund. Foto: Rene Werner
Wenn es gefährlich wird, hilft die Polizei auch bei Rettung von Tieren. Foto: Rene Werner

Entscheidend für einen Einsatz der Polizei sei, ob von diesen Tieren eine Gefährdung für die öffentliche Sicherheit ausgehe. Zusätzlich würde die Polizei tätig, wenn andere zuständige Stellen, z.B. auch Tierschutzorganisationen, nicht erreichbar seien.

Im Fall der Entenfamilie kann die Dortmunder Polizei gegenüber RUHR24 keine Angaben zu eingegangenen Anrufen machen. Grundsätzlich, so Nina Vogt, müsse die Polizei bei ihren Einsätzen immer priorisieren. Unfälle oder Überfälle gingen natürlich immer vor.

Im Falle einer verirrten Entenfamilie könnte die Polizei den zuständigen Jagdausübungsberechtigten informieren. Sollte dieser für die Tierart nicht zuständig sein, wäre eine Hilfeleistung durch eine mit der Polizei Dortmund kooperierenden Tierschutzorganisation denkbar.

In vielen anderen Fällen rücken Feuerwehr und Polizei immer wieder aus, um Küken das Leben zu retten. Doch in der Legehennenzucht werden jährlich knapp 45 Millionen Küken kurz nach dem Schlüpfen getötet. Und das ist auch weiterhin erlaubt.