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Seit 2012 wird im Rahmen der Emscher-Renaturierung an einem unterirdischen Abwasserkanal gewerkelt. Im September soll es nun soweit sein: Auf der Strecke zwischen Dortmund und Bottrop wird der Kanal zum ersten Mal geflutet.

Lange war die Emscher ein offener, stinkender Abwasserfluss. Doch nun ist endlich ein Ende in Sicht. Bis spätestens 2021 sollen die Abwässer unterirdisch durch einen riesigen Kanal zu den Klärwerken nach Oberhausen fließen.

Abwasserkanal wird erstmals geflutet

Nachdem die Vortriebsarbeiten für den „Abwasserkanal Emscher“ (AKE) bereits im Juni 2017 abgeschlossen werden konnten, steht jetzt ein weiter wichtiger Meilenstein an. Am 24. September soll der 35 Kilometer lange Kanal-Abschnitt zwischen Dortmund und Bottrop schrittweise in Betrieb genommen und das erste Mal geflutet werden. Ebenfalls angeschmissen werden dann auch die großen unterirdischen Abwasser-Pumpwerke in Gelsenkirchen und Bottrop.

„Der 24. September 2018 wird nicht nur für die Emschergenossenschaft, sondern für die ganze Region ein großer Tag sein“, sagt Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. „Nach mehr als 150 Jahren der Degradierung zur Kloake wird die Emscher, der zentrale Fluss des Ruhrgebietes, in einem ersten Schritt ein Stück weit vom Abwasser befreit. Es ist der erste Schritt von vielen auf dem Weg zur ökologischen Umgestaltung dieses geschundenen Flusses“, so Paetzel weiter.

In Oberhausen und Dinslaken laufen die Bauarbeiten noch

Der Abwasserkanal ist das zentrale Bauwerk des Emscher-Umbaus. Ohne ihn ist die Abwasserfreiheit im Emscher-System undenkbar. Der Hauptkanal verläuft auf 51 Kilometern von Dortmund bis Dinslaken. Da am Pumpwerk Oberhausen sowie am hochliegenden Kanal bis Dinslaken noch gebaut wird, wird vorerst nur der Abschnitt bis Bottrop in Betrieb genommen. In dem Bereich zwischen Dortmund und Bottrop wurden 10.661 Kanalrohre mit Innendurchmessern von 1,60 bis 2,80 Meter verbaut.

So sah es im Juni 2017 bei den Tunnelbohrarbeiten in Oberhausen aus. Foto: Federico Gambarini/dpa

Bei einer schrittweisen Inbetriebnahme kann die muffige Emscher natürlich nur nach und nach sauberer werden. Das kann sich über mehrere Monate hinziehen. Demnach startet der AKE am 24. September mit einigen wenigen Einleitungen im Bereich des östlichen Einzugsgebietes. In den darauffolgenden Wochen und Monaten wird die Emschergenossenschaft dann immer weitere Einleitungen anschließen. Bis Mitte 2019 sollen dann 80 bis 90 Prozent des bislang noch in den offenen Fluss geleiteten Abwässer unterirdisch durch den neuen Kanal fließen.

Kanal soll 100 Jahre halten

Emanuel Grün, Technischer Vorstand der Emschergenossenschaft, bezeichnet den Abwasserkanal Emscher und die beiden Pumpwerke als „ingenieurstechnische Meisterleistungen“. Das Projekt Emscher-Umbau und seine Bauwerke seien weltweit einzigartig. Bislang gäbe es für ein solches Kanalsystem und solche Pumpwerke noch keine Erfahrungswerte. Man plane aber, dass der Kanal, der aus rund 214.000 Tonnen Stahlbeton gebaut wurde, mindestens 100 Jahre hält.

Weitere Infos rund um das Bauprojekt findet ihr hier.