Chip-Produktion

Dortmunds OB Westphal vergleicht „Elmos“-Chips mit Trabi-Motoren

Ein Unternehmen, das größtenteils in chinesischer Hand ist, will eine Firma aus Dortmund kaufen. Oberbürgermeister Westphal ist trotz Kritik dafür.

Dortmund – Die Sache ist etwas kompliziert. Es geht um die Firma Elmos aus Dortmund, welche Chips herstellt. Die elektronischen Bauteile werden zum Beispiel in der Autobranche verwendet. Nun soll ein Teil der Firma verkauft werden. Ausgerechnet China hat Interesse bekundet. Der Bundesregierung schmeckt das nicht. Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister aus Dortmund, sieht es anders, wie RUHR24 weiß.

Bundesregierung will Firma nicht an China verkaufen: OB aus Dortmund versteht das nicht

„Ich kann es in der Sache nicht nachvollziehen“ beklagt sich Westphal in einer Stellungnahme der Stadt Dortmund. Weil die Bundesregierung sich sträubt, würden 225 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen. Elmos plant, einen Teil seiner Produktion an die schwedische Firma Silex Microsystems zu verkaufen. Diese werde von China aus dominiert.

Die Bundesregierung hat am Mittwoch (9. November) bekannt gegeben, den Verkauf zu verbieten, um sensible Daten nicht preisgeben zu müssen. China könnte mit dem Besitz der Firma theoretisch indirekt Einfluss auf die deutsche Wirtschaft nehmen. Dortmunds OB Westphal sieht das ganze etwas anders.

Westphal kritisiert Entscheidung der Bundesregierung – „Technik aus Dortmund längst überholt“

„Mein Eindruck ist, dass diese Entscheidung nicht wirtschaftspolitisch begründet ist. Und die Entscheidung ärgert mich, weil damit 225 Arbeitsplätze in Dortmund auf der Kippe stehen. Mit dem Verkauf wäre das nicht der Fall gewesen – jetzt muss Elmos überlegen, wie man weiter vorgeht“, erklärt Westphal.

Der Oberbürgermeister aus Dortmund verstehe das Problem auch deshalb nicht, weil die Technik längst überholt sei. Die zu verkaufende Produktionsstätte stellt bloß einen Teil der Chips, die sogenannten Waver, her – und zwar eine alte Variante. Das Unternehmen kaufe „schon seit Jahren weltweit Chips dazu, um die eigene Produktserie auszustatten“, wie aus der Stellungnahme hervorgeht.

Waver-Produktion von Elmos in Dortmund müsse weiter laufen – wichtig für medizinische Geräte

Die in Dortmund produzierten Waver werden weiter benötigt, für medizinische Testgeräte mit einer älteren Technik. Deshalb sei es wichtig, dass die Produktion weiter läuft. Eine Gefahr für die deutsche Wirtschaft sieht Westphal allerdings nicht:

„Es ist ein schlechter Witz, zu sagen, dass die Chinesen Marktführer sind, wenn sie die Chip-Technologie in die Hände bekommen. Wenn die Chinesen alle Trabi-Motoren in Deutschland kaufen würden, wäre das auch keine Gefahr für die deutsche Autoindustrie.“

So kann ein sogenannter Waver aussehen.

Westphal geht noch weiter und unterstellt der Bundesregierung, sich nicht genügend informiert zu haben. Auch wundere es ihn, dass die Kritik jetzt erst kommt, ein Verkauf sei seit etwa einem Jahr im Gespräch (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

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