Bild: Felix Huesmann/Dortmund24

Auf dem Alten Markt gibt es bis Sonntag ein alljährliches kulinarisches Highlight zu erleben: das Pfefferpotthastfest. Wir waren vor Ort und haben das westfälische Traditionsgericht probiert.

Am Mittwoch um 13 Uhr war es so weit: Bürgermeisterin Birgit Jörder eröffnete das 24. Pfefferpotthastfest mit dem offiziellen Fassanstich. Während nebenan auf dem Hansaplatz der Wochenmarkt im vollen Gange war, hatten auch im Festzelt auf dem Alten Markt schon einige Gäste Platz genommen.

Auf dem Fest gibt es natürlich nicht nur Pfefferpotthast, sondern gleich eine ganze Reihe westfälischer Klassiker. Auch Grünkohl, Sülze mit Bratkartoffeln oder Reibekuchen mit Räucherlachs stehen auf den Karten der Verkaufsstände im Festzelt.

Pfefferpotthastfest
Bürgermeisterin Birgit Jörder beim Fassanstich auf dem Pfefferpotthastfest. Foto: Felix Huesmann/Dortmund24

Schon im Mittelalter wurde in Dortmund Pfefferpotthast gegessen

Pfefferpotthast hat in Dortmund eine lange Tradition – da kann sich die allseits beliebte Currywurst ganz hinten anstellen. Die erste heute bekannte Erwähnung des Rindfleischgerichts findet sich in einem Text von 1378. Damals war der Pfefferpotthast mit einem schweren Schicksalsschlag für Dortmund verbunden. Mit einem Verrat an der Stadt. Die Dortmunderin Agnes von der Vierbecke verschaffte bewaffneten Truppen des mit Dortmund verfeindeten Grafen Dietrich von Dinslaken Zugang zur Stadt.

Den Wachposten an der Stadtmauer lenkte sie mit der Bitte ab, ihr einen Topf Pfefferpotthast von einem Verkaufsstand zu holen. Anschließend stürmten Soldaten durch das unbewachte Tor. Sie konnten jedoch gestoppt werden und wurden von Stadtwachen und der Bürgerwehr erschlagen. Agnes von der Vierbecke wurde noch am selben Tag für ihren Verrat hingerichtet. Dortmunds Feinde hielten dieses Todesurteil für ungerecht: Zehn Jahre später diente die angeblich ungerechtfertigte Hinrichtung als Anlass für die Große Dortmunder Fehde, in der Dortmund von mehr als 20 anderen Städten und Grafschaften bekämpft wurde.

Heute hingegen ist das Pfefferpotthastfest eine gänzlich erfreuliche Angelegenheit.

Pfefferpotthastfest
Das Pfefferpotthastfest auf dem Alten Markt. Foto: Felix Huesmann/Dortmund24

So wird Pfefferpotthast gemacht

Einen Pfefferpotthast zuzubereiten ist gar nicht schwer. Die beiden Hauptzutaten sind Rindfleisch und Zwiebeln zu gleichen Teilen. Beides wird erst mit Schmalz angebraten und dann langsam in Rinderfond geköchelt. Für den charakteristischen Geschmack sorgen nicht nur der namensgebende Pfeffer, sondern auch Nelken und Lorbeerblätter. Serviert wird der Pfefferpotthast meist entweder mit Kartoffeln oder mit Gewürzgurken und Roter Beete.

Ein echtes Dortmunder Rezept haben wir von unserer Userin Barbara Dahlmann zugeschickt bekommen. Klickt einfach auf ihren Namen, dann öffnet sich das Rezept!

Zutaten:

  • 800 Gramm Rindfleisch
  • 800 Gramm Zwiebeln frisch
  • 4 Esslöffel Öl
  • Pfeffer, Salz
  • 0,5 Teelöffel Pfefferkörner schwarz
  • 0,5 Teelöffel Pfefferkörner weiß
  • 0,5 Teelöffel Pfefferkörner rosa
  • 4 Lorbeerblätter zerbröselt
  • 5 Gewürznelken
  • 8 Pimentkörner
  • 500 ml Fleischbrühe klar
  • 0,5 Zitrone
  • 1 Esslöffel Kapern
  • 3 Esslöffel Kartoffelmehl
  • 1 kl. Bund Petersilie gehackt

Vorbereitung: Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden, die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Gewürze in ein Stoffsäckchen binden (man kann sie auch in ein Tee-Ei geben).

Jetzt geht’s ans Eingemachte: Etwas vom Öl oder Schmalz in einer großen Pfanne stark erhitzen und das Fleisch darin rundum anbraten (das geht besonders schnell, wenn man es in zwei Partien macht, weil dann kaum Saft aus den Fleischwürfeln austritt und sie viel schneller bräunen). Das Fleisch in einen angewärmten Schmortopf umfüllen.

In der leergewordenen Pfanne nun die Zwiebeln anbraten, zum Fleisch geben, mit Pfeffer und Salz würzen, die Fleischbrühe angießen und das Gewürze-Säckchen dazwischenschieben. Einen Deckel aufsetzen und den Potthast bei milder Hitze etwa 90 Minuten schmoren lassen.

Nach dieser Zeit das Säckchen zwischen zwei Löffeln gut ausdrücken und entfernen.

Kapern, sowie einen Esslöffel Zitronensaft zufügen, Kartoffelmehl mit etwas Wasser anrühren und Soße damit andicken und kurz aufkochen lassen.

Den Pfefferpotthast noch einmal mit Pfeffer aus der Mühle abschmecken und mit frisch gehackter Petersilie bestreut servieren.

Dazu gibt es Salzkartoffeln, Gewürzgurken, Senfgurken und Rote Bete.

Weitere tolle Pfefferpotthast-Rezepte findet ihr hier, hier und hier.

Pfefferpotthast
Nicht allzu fotogen, aber sehr lecker: Westfälischer Pfefferpotthast. Foto: Felix Huesmann/Dortmund24

Und so hat unserem Reporter Felix der Pfefferpotthast geschmeckt (es war übrigens sein erstes Mal):

Habt ihr andere Pfefferpotthast-Rezepte und wollt sie mit uns teilen? Dann postet sie in die Kommentare!