Eichenprozessionsspinner: So gefährlich ist die Raupe, so schützt ihr euch jetzt

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Eichenprozessionsspinner. Foto: dpa

Dortmund/NRW - In Dortmund sind etliche Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen. Doch wie gefährlich die Raupe wirklich? Und wie kann man sich schützen?

In Dortmund sind Bäume in mehreren Parks vom Eichenprozessionsspinner befallen. Allein im inzwischen gesperrten Hoeschpark sind 60 Bäume von den Raupen besiedelt. Doch wie gefährlich sind die haarigen Tierchen wirklich? Und wie kann man sich schützen?

  • Eichenprozessionesspinner können allergische Reaktionen auslösen.
  • In Dortmund musste ein Kind bereits im Krankenhaus behandelt werden.
  • Stadt sperrt Bäume und Parks bei Befall.

Nicht nur in Dortmund - auch in anderen Städten ist der Eichenprozessionsspinner zu einem Problem geworden. Seit Mai bevölkern die Raupen des Eichenprozessionsspinners in ganz Deutschland etliche Bäume in den Städten.

+++ Immer mehr Dortmunder Parks frei von Eichenprozessionsspinner +++

Dortmund warnt seine Bürger auf den Straßen mit Warnbaken und Schildern - was unter anderem auch für Kritik sorgte. Die Schilder, so einzelne Bürger, seien nicht gut zu erkennen.

Wie es der Name schon verrät, besiedeln die Raupen Eichen. Die Blätter des Baumes sind die bevorzugte Nahrung der Insekten. Eichen erkennt man am einfachsten an ihrer Blattform - und natürlich an den Eicheln die an ihnen wachsen. Doch das ist erst im Herbst wieder der Fall.

Eichenprozessionsspinner erkennen

Vor allem der Kontakt mit den feinen Brennhärchen der Raupen kann für Menschen gefährlich werden. Die Raupen zu berühren, sollte also dringend vermieden werden. In Dortmund musste ein Kind nach Kontakt mit der Raupe in eine Kinderklinik eingeliefert werden. Wegen der Tiere mussten dort kurz vor den Sommerferien auch drei Schulen geschlossen bleiben.

Eichenprozessionspinner-Raupen schließen sich kurz nach dem Schlüpfen zu sogenannten "Prozessionen" zusammen, die ihnen auch ihren Namen geben.

Gemeinsam wandern die Raupen am Abend in einer Prozession in die Kronen der Bäume, um sich an den Blätter statt zu fressen. Mit bis zu 30 Tieren nebeneinander, können sie zehn Meter lange Reihen bilden, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (sdw).

In Deutschland gehört Nordrhein-Westfalen zu den am stärksten befallenen Bundesländern. Da das Tier einzeln stehende Eichen bevorzugt, ist das Problem in Parks und auf Friedhöfen größer, als in geschlossenen Wäldern. Sogar die A1 musste schon wegen der Raupe gesperrt werden. Auch Teile der A31 mussten wegen der Raupe lahmgelegt werden. Der Fredenbaumpark war zwischenzeitlich komplett gesperrt, erst am Samstagmorgen (21. Juni) gab die Stadt einen Teil des Parks wieder frei.

In diesem Jahr (2019) ist die Population des Eichenprozessionsspinner laut sdw noch größer, als im vergangenen Jahr. Schuld daran ist das "gute" Wetter seit letztem Sommer. Denn wenn - wie in 2018 - im Spätsommer trockenes Wetter mit wenig Wind herrscht, begünstigt das den Falterflug und die Eiablage. Zudem waren auch im Frühjahr 2019 die Bedingungen gut: Für die Raupen kam die Wärme zum richtigen Zeitpunkt. So gediehen sie prächtig.

Brennhaare der Raupen haben Widerhaken

Die Raupen sind von Anfang an stark behaart. Ab dem dritten Larvenstadium, welches meist im April oder Mai erreicht ist, entwickeln die Raupen mit Widerhaken versehenen Brennhaare, so die sdw. Die Härchen sondern das Nesselgift Thaumetopein ab, was für Mensch und Tier sehr gefährlich werden kann.

Eine Raupe besitzt fast 700.000 Brennhaare. Die fast unsichtbaren Haare dringen leicht in die Haut und die Schleimhaut ein, setzen sich an Kleidung und Schuhen fest und rufen bei jedem Kontakt eine neue toxische Reaktion hervor.

An der Haut kommt es zu Knötchen und Quaddeln, kleineren Entzündungen und starkem Juckreiz.

Dringen die Eichenprozessionsspinner-Härchen beim Einatmen in Mund oder Nase ein, kann das zu einer Bronchitis oder Asthma führen. Außerdem kommt es häufig zu Schwindel, Fieber und Müdigkeit. Auch Bindehautentzündungen können eine Folge des Kontakts mit den Härchen sein. Bei empfindliche Personen kann es zu allergischen Schockreaktionen kommen, informiert die sdw.

So schützt ihr euch

  • Raupen nicht berühren
  • Kleidung schnell wechseln, falls ihr in der Nähe wart oder die Raupen berührt habt, dabei im Freien bleiben
  • Kleidung bei mindestens 60 Grad waschen
  • Sichtbare Raupenhaare mit einem Klebstreifen entfernen
  • Gründlich Duschen
  • Augen mit Wasser ausspülen
  • Kontaminierte Gegenstände waschen und saugen
  • Hautreaktionen: Hausarzt aufsuchen
  • Atemnot: sofort den Rettungsdienst alarmieren (Quelle: ECARF/Europäische Stiftung für Allergieforschung)

Außerdem raten Experten: Hat man die Härchen einmal auf der Haut - nicht kratzen! Dadurch dringen die Härchen noch tiefer in die Haut ein. Außerdem informiert die Stadt Dortmund darüber, dass bei Wind die Härchen auch weit über Absperrungen hinaus durch die Luft fliegen können.

Die Bekämpfung der Raupen sollte man übrigens unbedingt Experten überlassen. Denn auch wenn sich die Raupen irgendwann häuten und zu harmlosen Faltern werden, bleiben Millionen der Haare in den Nestern zurück.

Die Stadt Dortmund ist in ihrem Kampf gegen die Raupe erfolgreich und konnte in kurzer Zeit 900 Bäume von ihr befreien.

Info

Das Umwelt-Telefon der Stadt nimmt während der städtischen Dienstzeiten (ab 7.30 Uhr) Meldungen über Befall mit dem Eichenprozessionsspinner entgegen, unter der Nummer 0231/50-25422 . Außerhalb der Dienstzeiten läuft ein Anrufbeantworter.