Ist die Gefahr vorbei?

Eichenprozessionsspinner: Warum es derzeit so still um die gefährlichen Biester ist

Anders als in 2019 lässt der Eichenprozessionsspinner in 2020 nur wenig von sich hören. Wo ist er? Die Stadt Dortmund hat eine mögliche Antwort darauf.

  • Der Eichenprozessionsspinner ist eine Gefahr für den Menschen.
  • In 2020 sind die gefährlichen Brennhaare aber nicht so ein großes Thema, wie 2019.
  • In Dortmund hat man eine Erklärung dafür - ist die Gefahr schon vorbei?

Dortmund - Im vergangenen Jahr überschlugen sich noch die Schlagzeilen zum Eichenprozessionsspinner, in diesem Jahr ist es eher ruhig um die gefährlichen Raupen - trotz düsterer Prognosen von Experten*. RUHR24.de* hat bei der Stadt Dortmund nachgefragt, woran das liegen könnte.

Name

Eichenprozessionsspinner

Wissenschaftlicher Name

Thaumetopoea processionea

Ordnung

Schmetterlinge

Familie

Zahnspinner

Eichenprozessionsspinner: Ist die Plage etwa schon vorbei?

Am Wetter jedenfalls, das sich im Juli alles andere als gut präsentierte, liegt es laut Christian Schön, Sprecher der Stadt Dortmund, nicht vordergründig.

In Dortmund gäbe es nach wie vor einen "massiven" Befall von Bäumen durch den Eichenprozessionsspinner. Nur: In diesem Jahr scheinen Städte wie Dortmund das Problem besser im Griff zu haben.

"2019 ist der Spinner fast überfallartig über uns hergefallen", erinnert sich Schön. Ganze Parks wurden in Dortmund geschlossen, weil die Gefahr durch die Raupenhaare drohte. Sie verursachen teils heftige Hautreizungen und Atemprobleme.

Dortmund: Stadt scheint auf Eichenprozessionsspinner vorbereitet zu sein

Seitdem habe sich die Stadt gut auf die neue Saison vorbereitet. Zwar gäbe es in diesem Jahr wieder einen Befall durch den Eichenprozessionsspinner, aber es seien viel weniger Bäume befallen als 2019. Dafür seien die befallenen Bäume stärker betroffen, trügen mehr Nester - zum Teil bis zu sieben.

Einen entscheidenden Anteil daran, dass sich die Eichenprozessionsspinner in der Stadt nicht so breit machen, dürften auch die Bürger in Dortmund haben. Via E-Mail (raupenmelder@dortmund.de) können sie Nester der Stadt melden. "Die Methode hat sich bewährt", berichtet Christian Schön von Engagement der Dortmunder.

Dortmund will wegen Eichenprozessionsspinner keine Parks sperren

Gesperrte Parks oder Straßen soll es in 2020 jedenfalls nicht geben in Dortmund. Die Bürger seien - auch durch die intensive Berichterstattung in den Medien - für das Thema sensibilisiert. Die Stadt Dortmund stellt dafür nur Warnschilder an Bäumen auf, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind.

Ist die Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner etwa schon vorbei? Die Stadt Dortmund hat eine Antwort darauf.

Unterdessen experimentiert die Stadt Dortmund mit Methoden, um dem Eichenprozessionsspinner weiter zuzusetzen. Etwa mit Kohlmeisen*. Die Vögel essen die Raupen des Spinners. Um Meisen in die Nähe befallener Bäume zu locken, ließ die Stadt Nistkästen anbringen. Auch weitere Städte im Ruhrgebiet griffen zu dieser Methode.

Projekt gescheitert: Laimringe gegen Eichenprozessionsspinner funktionieren nicht

Danebengegangen ist der Versuch, die Raupen des Eichenprozessionsspinners durch klebrige "Laimringe" zu stoppen. Die Klebestreifen seien auch eine Falle für andere Tiere gewesen. Das Projekt wurde darum umgehend gestoppt.

Und was ist nun mit dem Wetter? Hatte das einen Einfluss auf die Entwicklung der Raupen? 

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) konnte beobachten, dass die Population des Eichenprozessionsspinner in der Vergangenheit immer dann groß war, wenn in den Frühjahrsmonaten mildes Wetter herrschte und die Bedingungen besonders während des Falterfluges und der Eiablage im Spätsommer gut waren (wenig Wind und Regen, viel Sonne). 

Wetter hat Einfluss auf Entwicklung des Eichenprozessionsspinners

Ein Blick in die Wetterhistorie für das Ruhrgebiet zeigt: Das Frühjahr 2020 war mild - und auch trocken. Es herrschten also gute Voraussetzungen für eine prächtige Entwicklung des Eichenprozessionsspinners. Wie der Spätsommer wird, lässt sich zwar noch nicht seriös voraussagen - aber der Juli mit viel Regen und Wind dürfte den kleinen, haarigen Biestern gar nicht gefallen haben. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks. 

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

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