Verkehrsdiskussion

Dortmund lehnt spezielle E-Scooter-Regel wie in Oslo rigoros ab

Oslo hat es bereits durchgezogen, Hamburg denkt darüber nach. Und Dortmund? Dürfen nachts in der City bald keine E-Scooter düsen?

Dortmund – Sie sind schnell, nahezu lautlos und gehören mittlerweile zum festen Repertoire einer deutschen Großstadt. Die Rede ist von E-Rollern. Auch in Dortmund brausen tagtäglich unzählige Scooter durch die City. Nachteil: Je mehr Fahrzeuge unterwegs sind, desto größer ist die Gefahr für Unfälle. Eine erste deutsche Großstadt denkt bereits über ein Nachtfahrverbot nach. Zieht Dortmund mit?

StadtDortmund
BundeslandNRW
ThemaE-Scooter

Oslo macht es vor, zieht Dortmund nach? Nachtfahrverbot für E-Scooter in der Diskussion

Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung verletzten sich im vergangenen Jahr 4882 Menschen mit E-Scootern auf deutschen Straßen – fünf kamen dabei ums Leben. Der häufigste Unfallgrund war laut Statistik neben einer falschen Benutzung vor allem Alkoholeinfluss.

Die Hansestadt Hamburg denkt bereits über ein Nachtfahrverbot für die Tretroller mit Elektroantrieb nach. Die Nordlichter nehmen sich auch die norwegische Hauptstadt Oslo zum Beispiel. Dort dürfen nachts keine E-Scooter vermietet werden, berichtet das Hamburger Abendblatt.

Die Diskussion um die nächtlichen Scooter-Raser hat längst NRW erreicht. Die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion sagte gegenüber der Rheinischen Post, dass ein nächtliches Fahrverbot zwar technisch umsetzbar sei, aber viel zu weit ginge. Man würde den Menschen ja auch nicht verbieten, nachts Auto zu fahren, so der Wortlaut.

Dortmund geht gegen willkürliches Abstellen von E-Rollern vor – kommt das Nachtfahrverbot?

Ähnlich sehen es die Städte Köln und Düsseldorf. Aus Mobilitätsgründen sei ein solches Verbot nicht umsetzbar, heißt es in der Regionalzeitung aus der Landeshauptstadt.

Und in Dortmund? Schließlich ist die Stadt erst im Frühjahr mit einer knallharten Maßnahme gegen das willkürliche Abstellen von E-Rollern vorgegangen. Und Unfälle gibt es auch in Dortmund. Laut Angaben der Dortmunder Polizei ereigneten sich 2020 genau 53 Unfälle. Ein Jahr später waren es schon 119. Vor allem die geringe Lautstärke sei immer wieder ein Grund für gefährliche Situationen.

Vor allem Alkohol sei eine häufige Ursache für Unfälle mit E-Scootern. (Symbolbild).

Auf Nachfrage von RUHR24, ob die Stadt Dortmund ebenfalls über ein Nachtfahrverbot nachdenke, antwortete ein Stadtsprecher: „Ein Nachtfahrverbot von E-Scootern war und ist bisher kein Thema für die Stadt Dortmund, da dieses die gesamte Mobilität mit E-Scootern treffen würde. Gerade in Kombination mit dem ÖPNV werden aber gerade in Zeiten eines dünneren ÖPNV-Angebotes in den Außenbereichen Chancen für diese Mobilitätsform gesehen.“

Betrunken E-Roller fahren kostet 500 Euro und Punkte in Flensburg

Ein weiterer Knackpunkt: Die Stadt sehe keine Rechtsgrundlage für ein solches Verbot. Zudem müsse die Polizei mit der Kontrolle eines Nachtfahrverbots für E-Scooter beauftragt werden, da es sich um Verkehrsteilnehmer handelt.

Deswegen bleibt vorerst die Devise: Vorsichtig fahren! Um Unfälle zu vermeiden, rät die Polizei dazu, sich auf keinen Fall ablenken zu lassen. Wer zudem betrunken auf den Tretroller steigt, riskiert laut Bußgeldkatalog eine Strafe von 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein einmonatiges Fahrverbot.

Rubriklistenbild: © Frank Sorge / IMAGO

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