E-Busse für Dortmund: Darum ist die Umsetzung so schwierig

Bus Linie 442 Bahnhof Hörde. Foto: Jörg Schimmel
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Bus Linie 442 Bahnhof Hörde. Foto: Jörg Schimmel

Dortmund/NRW - Dass in Zukunft nur E-Busse durch Dortmund fahren, ist beschlossene Sache. Wann genau, ist aber Zukunftsmusik. Was genau ist das Problem bei der Umsetzung?

Dortmund will in den kommenden Jahren ohne giftige Abgase in der City auskommen. Der Verkehr spielt dabei eine große Rolle. Was tun die Dortmunder Verkehrsbetriebe eigentlich für dieses Vorhaben? Wir haben mit den DSW21-Bossen darüber gesprochen.

Dortmund - Dortmunds Innenstadt ganz ohne gifte Abgase - das hat sich die Stadt für die Zukunft als Ziel gesetzt. Um das zu erreichen, müssen viele Akteure in der Stadt mitziehen - und dazu zählt auch das Transportunternehmen DSW21. Dass irgendwann E-Busse in der Stadt fahren, ist beim Dortmunder Verkehrsunternehmen längst beschlossene Sache. Die Frage ist nur, wann genau die Flotte auf E-Busse umgestellt wird. Denn: So einfach, wie es sich anhört, ist das nicht.

Wie so oft beim Thema E-Mobilität ist sind die Batterien eines von mehreren Problemen. Für Busse gibt es aktuell Modelle, die nur etwa 200 Kilometer fahren. Ein Bus müsste auf einer ganz normalen Dortmunder Tagesschicht zwischendurch also aufgeladen werden.

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Genau das wollen die Bosse der DSW21 vermeiden. "Wir wollen serienreife Fahrzeuge kaufen, die nur nachts einmal für den nächsten Tag aufgeladen werden müssten", sagt Betriebsleiter Ralf Habbes.

DSW21 wartet bis Technik ausgereift ist

Aktuelle Modelle müssten zwischendurch nachgeladen werden und dafür bräuchte man an Endhaltestellen im Stadtgebiet Nachladestation. "Den Platz für eine solche Nachladestation (Kostenpunkt: Etwa 400.000 Euro) müssen Sie erstmal finden", sagt Verkehrsvorstand Herbert Jung. "Und außerdem verschandeln sie das Stadtbild", ergänzt Ralf Habbes.

Und so wartet man bei der DSW21, bis E-Busse so weit ausgereift sind, dass sie serienmäßig produziert werden und zuverlässige Reichweiten haben.

Aktuell, so Technik-Leiter Habbes, produzierten Mercedes und MAN etwa 70 Prozent aller E-Busse in Deutschland, der Rest komme von Nischenanbietern. "Diese Hersteller brauchen noch etwa zwei Jahre, bis sie voll ausgereifte E-Busse bauen können." Dann hätten die Busse eine Batterietechnik, wie sie aus Smartphones bekannt sei.

Dass dann alle 170 Busse auf einen Schlag auf E-Motoren umgestellt werden, ist allerdings ausgeschlossen. Nach und nach würden ausgediente Busse aussortiert und durch E-Busse ersetzt. Aktuell ist ein Bus etwa zwölf Jahre im Dienst, bevor er die Flotte wieder verlässt. Und dann gilt es auch noch, die Fahrer auf die E-Busse umzuschulen. Eine gewisse Vorlaufzeit scheint also nötig, um wirklich ganz ohne Emissionen in Dortmund unterwegs zu sein.

Wasserstoff für Dortmund ausgeschlossen

Und wie sieht es mit Bussen aus, die mit Wasserstoff angetrieben werden? Immerhin produziert dieses Element bei der Verbrennung nur Wasserdampf, aber keine giftigen Abgase. "Das kommt in Dortmund nicht in Frage", erteilt Ralf Habbes der Technik eine Absage. Das Problem: Wasserstoff dürfe aufgrund von Explosionsgefahr nicht in der Nähe von Wohngebieten gelagert werden, müsste also von außerhalb herangefahren werden, was wiederum Kosten verursache.

Am Ende sind die Dortmunder Verkehrsbetriebe also auf die Tüftler und Techniker in der Industrie angewiesen. Bis dahin will sich das Unternehmen auf sein Kerngeschäft konzentrieren. "Unsere Aufgabe ist es nämlich nicht, Fahrzeuge zu bauen, sondern Menschen zu transportieren", sagt Verkehrsvorstand Hubert Jung.