DSW21 fordert mehr Geld für den ÖPNV-Ausbau

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Der Weihnachtsmarkt in Dortmund hat begonnen. Es fahren nun mehr Busse und Bahnen durch die Stadt.

Dortmund/NRW - DSW21 muss in den nächsten Jahren Geld in den ÖPNV investieren. Damit das gelingt, fordert ein Branchenverband die neue Bundesregierung zum Handeln auf.

Klimaschutz und reine Luft - auch die Stadt Dortmund träumt laut von einer emissionsfreien Innenstadt. Damit das aber Wirklichkeit wird, muss der öffentliche Nahverkehr in der Stadt massiv ausgebaut werden. Das fordern jetzt Vertreter des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Am Dienstag (14. November) haben sich Geschäftsführer und Vorstände von großen deutschen Verkehrsbetrieben in Hamburg getroffen. Mit dabei auch Vertreter der DSW21 aus Dortmund. VDV-Präsident Jürgen Flenske erklärte: "Ein moderner, leistungsstarker und ökologischer ÖPNV kann gerade in den Großstädten und Ballungsräumen wesentlich dazu beitragen, die Probleme bei Luftreinhaltung und Schadstoffbelastung nachhaltig zu lösen."

Damit das aber passieren kann, müsse Geld investiert werden. Und zwar nicht zu knapp: Nach Schätzungen des Verbandes fallen für die "Verkehrswende" rund 15 Milliarden Euro in den kommenden zehn Jahren an.

Aufforderung an die neue Bundesregierung

Allerdings fällt diese Geld nicht vom Himmel. VDV-Präsident Flenske dazu: "Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Sonderprogramm in Höhe von 15 Milliarden Euro über zehn Jahre aufzulegen, um die dringend notwendigen Investitionen in den kommunalen Nahverkehr zu ermöglichen und damit die Verkehrswende in Deutschland entscheidend voranzubringen."

Am Beispiel der Stadt Dortmund lässt sich gut erklären, warum Investitionen dringend notwendig sind. Die letzte wirklich große Modernisierung fand 2008 statt. Allerdings entwickelte sich die Bevölkerung der Stadt weiter. Inzwischen wohnen über 600.000 Menschen in Dortmund und die Zahl der Arbeitsplätze, vor allem im Logistik-Bereich, steigt weiter an.

Westfalenhütte erfordert längere Stadtbahnlinie

Der Ausbau der Westfalenhütte mit der Ansiedlung von Amazon ist nur ein Beispiel für den Wandel der Stadt. Insgesamt sollen im Gewerbegebiet 6.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Westfalenhütte ist zwar an das Schienennetz angebunden, aber eben nicht komplett. DSW21 müsste also die Stadtbahnlinie U44 verlängern und zwar um 1.650 Meter bis zur Haltestelle Rüschebrinkstraße. Dafür würden schlappe 38,4 Millionen Euro fällig, und das ohne den Straßenbau.

Auch an der Universität besteht Nachholbedarf. Hier verkehrt die H-Bahn. Um das Technologiezentrum mit dem Erweiterungsgebiet "Weißes Feld" des Technologieparks verbinden zu können, würden Kosten in Höhe von 20 Millionen Euro anfallen. Plus rund 1,6 Millionen Euro für weitere Bahnen.

Hubert Jung, VDV-Vizepräsident und Verkehrsvorstand von DSW21 dazu: „Die dynamische Entwicklung Dortmunds bei den Einwohnerzahlen und bei den Arbeitsplätzen erfordert jetzt zusätzliche Investitionen in den ÖPNV, mit denen wir hier vor zehn Jahren noch nicht rechnen konnten.“