Mit der App "Dreckpetze" Müll melden – auch für die Stadtverwaltung denkbar?

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Dortmund/NRW - Der Sperrmüll des Nachbarn auf dem Bürgersteig euch schon seit Tagen auf die Nerven? Der Pappcontainer quillt mal wieder über? Vielleicht solltet ihr den Dreck mal petzen. Die EDG hat dazu nun die App "Dreckpetze" gebastelt. Darin geht es aber nur um Müll. Könnte man das System nicht auf die ganze Stadt ausweiten?

Der Sperrmüll des Nachbarn auf dem Bürgersteig geht euch schon seit Tagen auf die Nerven? Der Pappcontainer quillt mal wieder über? Vielleicht solltet ihr den Dreck mal petzen. Die EDG hat dazu nun die App "Dreckpetze" gebastelt. Darin geht es aber nur um Müll. Könnte man das System nicht auf die ganze Stadt ausweiten?

Sich über Müll aufzuregen, hilft wenig. Melden können müsste man ihn. Seit gut drei Wochen geht das in Dortmund mit der "Dreckpetze"-App der EDG. Sie wurde zusammen mit der Stadt Dortmund entwickelt, damit ihr Schmutzecken melden könnt. Kurz darauf kümmern sich Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe darum – vorausgesetzt, sie sind auch zuständig. Aber wie funktioniert das?

Gemeldet, bearbeitet, gelöst

Die App besteht zunächst aus einer Übersichtskarte. Auf der sind bereits Müllecken eingezeichnet, die nach Symbolen und Farben getrennt sind. Hier haben also bereits Bürger Probleme gemeldet.

Die Farbe des Icons verrät euch den Bearbeitungsstatus: Rot ist "ungeprüft", Gelb bedeutet "in Bearbeitung", bei Grün ist das Problem "gelöst". Mit einem Klick auf das Icon könnt ihr Details zu dem Problem sehen.

Laut Nutzungsbedingungen werden Meldungen zunächst überprüft. Den Nachbarn zu melden, weil er schlecht eingeparkt hat, ist ausdrücklich unerwünscht. Wer wiederholt falsche Meldungen absetzt, kann gesperrt werden. Die hochgeladenen Fotos stehen unter einer Lizenz, die einer weitere Nutzung ausdrücklich erlauben ("Creative Commons").

App für die ganze Stadt?

Bei der Stadt gibt es deutlich mehr Anlaufstellen für Probleme. Logisch: Die Verwaltung ist für nahezu jeden Bereich des Lebens zuständig. Entsprechend viele Probleme müssen sie auch angehen. Allein das Ordnungsamt bekommt laut einem Stadtsprecher rund 300 Beschwerden am Tag. Viele der Beschwerden würden das Ordnungsamt aber gar nicht betreffen, sagt Michael Meinders von der Stadt. Sie werden dann weitergeleitet.

Im Umweltamt gehen 20 bis 25 Meldungen am Tag ein, bei den Bürgerdiensten rund 20 – die meisten davon per Mail (63 Prozent).

Eine App ist noch nicht im Einsatz

Mitarbeiter des Büros für Anregungen, Beschwerden und Chancengleichheit (BABC) und in den zuständigen Fachbereichen bearbeiten die Beschwerden. Auch über die Telefonzentrale der Stadt können Bürger sich verbinden lassen. Dann gibt es noch die Bürgerdienste für An- und Abmeldungen. Die haben aber noch Außenstellen in den Stadtbezirken. Wäre das zu viel für eine App?

Laut der Stadt wird bereits daran gearbeitet, diese Vorgänge zu optimieren. Bei den Bürgerdiensten sei auch eine App denkbar. Im Ordnungsamt werden "interaktive Dialog-Apps" jedoch noch nicht eingesetzt", sagt Stadtsprecher Michael Meinders.

Kommentar des Autors Die "Dreckpetze"-App ist eine coole Idee. So können Bürger sich zügig an die EDG wenden und den Status der Beschwerde sehen. Das schafft Transparenz. Die EDG hat wiederum einen guten Überblick, wo sich in der Stadt grade der Müll häuft. Gut dabei: Die Beiträge werden moderiert freigegeben. Damit landet nur das in der Karte, was auch reingehört. Denkbar wäre so etwas auch für die Stadtverwaltung – aber mit Abstrichen. Vermutlich wäre eine App für alle Lebensbereiche hoffnungslos überladen. Fokussiert man sich aber auf wenige wichtige Bereiche – etwa Ordnungsamt, Umwelt und Bürgerdienste – könnte das klappen. Zwar hätte die Stadt dann zunächst ein weiteres Einfallstor für Beschwerden zu beackern, könnte aber schneller und leichter mit den Bürgern kommunizieren. Sichergestellt sein muss jedoch, dass dabei niemand diffamiert oder angeschwärzt werden kann. Wie in der EDG-App auch, sollten die Eingaben also moderiert werden. Und nicht alles müsste auf einer Karte dargestellt sein. Eine App allein gegen Falschparker kann zwar helfen, würde aber wohl unweigerlich zu einer Hexenjagd führen.

Auf der Seite der Dreckpetze bekommt man ebenfalls eine Übersicht und kann eigene Meldungen absetzen.