Cybermobbing und Polizeieinsätze

Skandal-Youtuber Drachenlord: Das steckt hinter dem Internet-Phänomen

Zieht es den Youtuber „Drachenlord“ dauerhaft nach Dortmund? Die Geschichte hinter dem Internet-Phänomen aus Franken.

Dortmund – Streamer oder Youtuber sind schon lange kein Phänomen mehr. Seit vielen Jahren bereichern sie die Medienwelt. Sie übertragen ihre Videospiele ins Netz, teilen Reiseberichte oder geben die neuesten Beauty-Trends weiter. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Der Youtuber „Drachenlord“ bleibt in Deutschland jedoch ein Unikum – das er möglicherweise selbst gar nicht sein wollte.

StadtDortmund
BundeslandNRW
ThemaDrachenlord alias Rainer Winkler

Dortmund: Zieht der Drachenlord nach Dortmund? Die Geschichte hinter dem Youtuber

Youtuber werden, kann denkbar einfach sein: Videoinhalt erstellen, schneiden, hochladen – fertig ist das Video im Netz. Erfolg zu haben, ist jedoch ungemein schwieriger. Kanal-Abonnenten wollen regelmäßig mit spannenden und unterhaltsamen Content versorgt werden. Die erfolgreichsten Youtuber in Deutschland haben mehrere Millionen Abonnenten auf ihrem Kanal – auch mit hunderttausenden Fans kann ein Kanal durchaus Erfolg haben.

Einen solchen Kanal betreibt „Drachenlord“ auf seinem gleichnamigen Youtube-Kanal. Knapp 220.000 Menschen folgen ihm dort. Doch anders als auf anderen Kanälen, sind unter den Abonnenten weniger Fans, sondern mehr Hater zu finden. Viele folgen Rainer Winkler – so heißt der „Drachenlord“ mit bürgerlichem Namen – um ihn zu mobben. Doch: Wie ist es so weit gekommen?

Die Geschichte vom Youtuber „Drachenlord“ – Nächstes Kapitel Dortmund?

Der Youtube-Kanal wurde im August 2011 ins Leben gerufen. Neben Videos zu Videospielen wie Pokémon oder dem Landschaftssimulator findet sich auch Musik und Drachenlords Meinung auf dem Kanal wieder – eine bunte Mischung.

Zu Musik, Gaming und eben jenen Meinungsvideos gibt Rainer Winkler stets seine eigene Meinung ab – und die polarisiert. Der Spiegel schreibt, dass der Youtube-Kanal nichts Besonderes sei – der Mensch dahinter aber schon. Der „Drachenlord“ hat einen fränkischen Akzent, er ist übergewichtig und hat manchmal Hautprobleme. Weiter heißt es, dass ihm ein Gutachten vor Gericht „verminderte Intelligenz“ bescheinigt, so der Spiegel.

Und weil er eben so ist, wie er ist, werde er seit 2013 jeden Tag Cybermobbing und Quälereien ausgesetzt.

Hater von Drachenlord versammelten sich 2018 zu einer Hassdemo gegen den YouTuber in seinem Heimatort.

„Drachenlords“ Haus in Franken wird belagert und später abgerissen: Neue Zukunft in Dortmund?

Und diese Quälereien gingen sogar so weit, dass seine Hater sein Haus im beschaulichen fränkischen Dorf Altschauerberg belagern. Irgendwann wird Winkler das zu viel und eskaliert. Laut nordbayern.de musste sich der Youtuber 2018 vor Gericht verantworten, weil er einen Hater am Zaun mit Pfefferspray angegriffen hatte.

Im Oktober 2021 musste er erneut vor Gericht. Der 32-Jährige wurde wegen gefährlicher Körperverletzung und anderer Delikte angeklagt. Er soll unter anderem einen Mann mit einer Taschenlampe geschlagen und verletzt haben. Einen anderen soll er mit einem Backstein beworfen haben. Er wird zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Das Haus seiner Eltern wurde abgerissen.

Drachenloard wurde in Werne bei Dortmund gesichtet.

Drachenlord in Dortmund gesichtet: Polizei musste schon zweimal ausrücken

Allem Anschein nach zieht es den „Drachenlord“ ins Ruhrgebiet – genauer gesagt nach Dortmund. Mitte April hat er auch dort einen Polizeialarm ausgelöst. Etwa 20 Hater hätten ein Haus belagert – darin wohnt vermutlich seine Freundin. Wie ingame.de berichtet, hat es nur wenige Stunden gedauert, bis seine Hater den neuen Aufenthaltsort von „Drachenlord“ Reiner Winkler herausgefunden haben.

Wenige Tage darauf sei er im „Kolpinghaus“ in Werne untergekommen. Davon haben auch einige seiner Gegner Wind bekommen und fluteten das Hotel und Gasthaus mit schlechten Bewertungen, massenweise Pizzabestellungen und Hate-Anrufen. Auch hier musste die Polizei ausrücken.

Rubriklistenbild: © Wilfried Wirth/Imago; Stringer/dpa; Collage: RUHR24

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