Dortmunder Neonazi SS-Siggi muss ins Gefängnis

Siegfried Borchardt, Mitglied der Partei Die Rechte. Foto: dpa
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Siegfried Borchardt, Mitglied der Partei Die Rechte. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Ein bekannter Dortmunder Rechtsextremist muss ins Gefängis. Siegfried B. erlangte als Galeonsfigur der Dortmunder Neonazi-Szene gewisse Berühmtheit. Er gilt auch als Begründer der seinerzeit berüchtigten Borussenfront.

Ein bekannter Dortmunder Rechtsextremist muss ins Gefängnis. Siegfried B. - auch bekannt als "SS Siggi" - erlangte als vor allem in der Dortmunder Neonazi-Szene gewisse Berühmtheit. Er gilt auch als Begründer der seinerzeit berüchtigten Borussenfront.

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Das Oberlandesgericht Hamm verurteilte den Dortmunder zur einer Haftstrafe von vier Monaten ohne Bewährung. Grundlage für das Urteil waren Beleidigungen gegen Polizisten. Bereits in der Vergangenheit verurteilte das Gericht den Mann mehrere Male wegen anderer Delikte. Von der Pflicht sich regelmäßig beim Jobcenter zu melden, wurde "SS Siggi" dagegen befreit.

Erhöhter Druck auf Straftäter rechtsradikalen Szene

Die Polizei weist darauf hin, dass dies "ein weiteres Ergebnis unseres Einsatzes gegen rechtsextremistische Straf- und Gewalttäter" ist. Die konsequente Reaktion des Rechtsstaates sei ein wichtiges Signal gegen Rechts, so Polizeipräsident Gregor Lange zum Urteil. Der Verurteilte Siegfried B. war 2014 für die Partei "die Rechte" in den Rat der Stadt Dortmund gewählt worden.

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"Der jahrelange Strafverfolgungs- und Kontrolldruck der Soko-Rechts zahlt sich aus", so der Polizeipräsident weiter. Die Polizei erreichte mit ihrem Einsatz, dass die Anzahl rechtsextremer Gewalt vom Höchststand von 50 Delikten in 2015, auf den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre gesunken ist. Im Jahr 2017 zählte die Polizei nur noch 17 Delikte.

Er gab widerliche antisemitsche Parolen von sich

Den "hohen Strafverfolgungsdruck" will die Polizei auch in Zukunft fortsetzen. Die Beamten haben vor allem rechtsextremistische und antisemitsche Verfassungsfeinde im Visier. Angesichts der widerlichen antisemitischen Parolen vom 21. September stellt der Polizeipräsident noch einmal deutlich heraus: "Die Dortmunder Polizei steht fest an der Seite der jüdischen Gemeinde."

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Ebenfalls zu einer Haft verurteilte das Gericht den Vorsitzenden der Partei "die Rechte". Er muss wegen Volksverhetzung und Körperverletzung ins Gefägnis. In erwarten eine Haftstrafe von sechs Monaten ohne Bewährung.