Bild: Foto: Lorena Hage/Dortmund24

Verliere ich meinen Job? Diese Frage müssen sich Mitarbeiter der Galeria-Kaufhof-Filialen in Zukunft stellen. Nach Bekanntgabe der Fusionierung beider Kaufhausketten sollen jetzt auch Arbeitsplätze gestrichen werden. Inzwischen hat auch das Kartellamt grünes Licht für die Fusion gegeben.

Update, Freitag, 9. November, 12 Uhr:  Deutschland bekommt einen neuen Warenhausriesen: Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für die Fusion von Karstadt und Kaufhof gegeben. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte am Freitag in Bonn: „Wir haben das Vorhaben intensiv geprüft. Weder aus der Perspektive der Verbraucher, noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten gab es durchschlagende wettbewerbliche Bedenken.“ Karstadt und Kaufhof hätten nicht nur viele Konkurrenten im stationären Geschäft. Auch der Online-Handel sorge für zusätzlichen Wettbewerbsdruck.

Was die Fusion für Beschäftigte und Kommunen bringen wird, darüber besteht im Moment noch große Ungewissheit. Weder gibt es Zahlen zum erwarteten Stellenabbau, noch Angaben über mögliche Schließungen. Karstadt-Eigentümer René Benko bemühte sich zuletzt jedoch Ängste vor drastischen Einschnitten zu dämpfen: „Natürlich müssen wir sanieren, aber wir werden wie bisher um jede Filiale kämpfen und versuchen, sie in die schwarzen Zahlen zu bringen“, betonte er. (dpa)

Update, Dienstag, 11. September, 9.40 Uhr:  Die beiden großen deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof schließen sich zusammen. Die Verträge über die Fusion seien bereits unterzeichnet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Konzernkreisen. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag) darüber berichtet.

Erstmeldung:

Das Kölner Unternehmen Galeria Kaufhof will laut Medienberichten deutschlandweit von den 20000 Arbeitsplätzen 5000 kündigen. Auch die verbleibenden Mitarbeiter könnten die Zusammenlegung beider Unternehmen spüren, es drohen niedrige Gehälter mit Sanierungstarifverträgen. Karstadt beschäftigt noch rund 15.000 Mitarbeiter.

Auch Banken stimmen zu

Karstadt-Eigner Rene Benko und sein Signa-Holding, sowie der Kaufhof-Eigner Hudson’s Bay Company (HBC) einigten sich bereits im Juli auf den Zusammenschluss der Unternehmen. Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung, stimmen nun auch die Banken der Transaktion zu.

Vom kanadischen Kaufhof-Mutterkonzern HBC soll niemand im Management sitzen. Deren Vertreter sollen Posten im Aufsichtsrat übernehmen. Durch die Fusion entsteht der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas.

Was bedeutet die Fusion von Karstadt und Kaufhof für Dortmund?

In Dortmund arbeiten bei Karstadt etwa 300 Menschen; bei Kaufhof laut dem Unternehmen 106 Menschen. Auf Anfrage möchte sich Galeria Kaufhof nicht zu den Umständen äußern. „Wir bitten um Verständnis, dass wir mediale Spekulationen vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche zu einer möglichen Fusion grundsätzlich nicht kommentieren“, sagte Sprecherin Sophie Lasos gegenüber Dortmund24 am Freitag. Ob eines der beiden Geschäfte auf dem Westenhellweg schließt, ist noch unbekannt.

Der Vorsitzende des Cityrings in Dortmund Dirk Rutenhofer, hält das jedoch auf lange Sicht für wahrscheinlich. „Am langen Ende würde eines der beiden Häuser geschlossen werden“, sagt Rutenhofer gegenüber Dortmund24. Und das „lange Ende“ ist nicht mehr weit entfernt. „Das würde nicht erst in zehn Jahren sein“, so Rutenhofer.