Dortmunder AfD-Kreissprecher Bernd Schreyner wechselt zu "Die Rechte"

Bernd Schreyner wechselt von der AfD in Dortmund zur Partei "Die Rechte" in Dortmund. Foto: dpa
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Bernd Schreyner wechselt von der AfD in Dortmund zur Partei "Die Rechte" in Dortmund. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Nach parteiinternen Streitigkeiten wechselt Bernd Schreyner, ehemaliger Sprecher des AfD-Kreisverbandes Dortmund, zur Partei "Die Rechte".

Nach parteiinternen Streitigkeiten wechselt Bernd Schreyner, ehemaliger Sprecher des AfD-Kreisverbandes Dortmund, zur Partei "Die Rechte". Er kommt damit einem Parteiausschlussverfahren zuvor.

In einer öffentlichen Stellungnahme auf seinem persönlichen Facebook-Profil begründet der Rentner den Wechsel mit "Vorfällen im vergangenen Jahr" innerhalb seiner ehemaligen Partei, der AfD Dortmund.

Teilen seiner ehemaligen Parteikollegen wirft Schreyner in der Stellungnahme vor, stillschweigend und ohne Rückrat zu sein. "Das hatte ich mir irgendwie bei meinem Eintritt in die AfD anders vorgestellt."

Für Aufsehen hatte Bernd Schreyner kurz vor Weihnachten gesorgt, als er - damals noch als AfD-Mitglied - bei einer Demo von Rechtsextremen in Dortmund als Redner auftrat.

Dort gab er an, in der AfD angefeindet zu werden, weil er dem nationalkonservativen Flügel um Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD im Thüringer Landtag, angehöre. "Ich weiß aber, dass bei uns (Anm. d. Red.: in der AfD) sehr viele auch so denken wie ich."

Schreyner ging mit "SS Siggi" Bier trinken

In seiner Rede gab Schreyner zudem an, den aktuell im Gefängnis sitzenden Neonazi Siegfried Borchardt ("SS Siggi") zu kennen, mit ihm schon das ein oder andere Bier getrunken zu haben.

Schreyner: "Ich finde es unglaublich unverschämt, dass man solche Leute wie (...) den Borchardt (...) wegsperrt, nur weil die ihre Meinung klar und deutlich benennen."

Hier sind Teile der Rede Schreyners während der Demo am 21. Dezember 2018:

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Die AfD in Dortmund verurteilte den Auftritt Schreyners bei der AfD. Die Partei "Die Rechte" stehe auf der "Unvereinbarkeitsliste der AfD", heißt es in einer Stellungnahme. Bereits Mitte Oktober 2018 hatte der Kreisverbandsvorstand der Dortmunder AfD ein Parteiausschlussverfahren gegen Schreyner an das Landesschiedsgericht NRW herangetragen.

Mittlerweile haben sich auch weitere Parteien aus Dortmund erneut von der AfD distanziert: Im Wahlkampf zur Kommunalwahl 2020 werden SPD, Grüne und CDU keine Podiumsdiskussion mit der AfD besuchen.

AfD begrüßte Parteiausschlussverfahren

Zuvor hatten Mitglieder der Dortmunder AfD die Eröffnung eines Parteiausschlussverfahrens gegen Schreyner mit großer Mehrheit begrüßt.

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Diesem ist der ehemalige Kreisverbands-Sprecher mit seinem freiwilligen Austritt aus der AfD am 23. Dezember zuvorgekommen.

Info: Bei den Landtagswahlen 2017 holte Schreyner für den Wahlbezirk 113 (Aplerbeck, Brackel, Scharnhorst), 7,5 Prozent der Erststimmen und 8,7 Prozent der Zweitstimmen.

Zudem ist die rechtsextreme Organisation Combat 18 in Dortmund in den Fokus der Polizei gerückt. Sie steht im Verdacht, Terror zu organisieren.