Dortmund: Zuhälter kaufen Mädchen aus Bulgarien für 100 Euro

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Zuhälter haben in Bulgarien ein Mädchen für 100 Euro gekauft, um es in Dortmund zur Prostitution zu zwingen. Foto: dpa

Dortmund/NRW - Zuhälter sollen in Bulgarien ein Mädchen für 100 Euro gekauft haben, um es in Dortmund zur Prostitution zu zwingen. Hier mehr lesen!

Unfassbar! Zuhälter sollen in Bulgarien ein Mädchen für 100 Euro gekauft haben, um es in Dortmund zur Prostitution zu zwingen.

  • Eine Frau steht jetzt vor Gericht, weil sie ein Mädchen in Dortmund zur Prostitution gezwungen haben soll.
  • Neben ihr ist eine weitere Person angeklagt.
  • Laut Anklage werden schwere Vorwürfe gegen die Zuhälter erhoben.

Dortmund: Mädchen mit 16 zur Prostitution gezwungen

Damit Eltern ihr eigenes Kind für 100 Euro an Menschenhändler verkaufen, muss es einer Familie schon verdammt dreckig gehen. Doch genau das soll im Jahr 2006 in Bulgarien passiert sein. Jetzt wollen Ermittler der Polizei beweisen, dass der Verkauf des Mädchens dazu diente, es in Dortmund zur Prostitution zu zwingen.

Mädchen für 100 Euro zur Prostitution aus Bulgarien nach Dortmund geholt

Konkret geht es um eine 54-jährige Frau, die sich ab dem 5. November vor dem Landgericht Dortmund verantworten muss. Ihr wird vorgeworfen Anfang Januar 2006 den Betrag von 100 Euro an eine Mutter in Bulgarien gezahlt zu haben - um damit deren Tochter zu "erwerben".

Die Mutter stimmte zu. Für das 1990 geborene Mädchen, das damals also 16 Jahre alt war, ging es schließlich ins Ruhrgebiet. Genauer gesagt führte ihr Weg nach Dortmund, wo es rund um die Linienstraße seit 100 Jahren Bordelle und Prostitution gibt. Hier soll man das junge Mädchen zur Prostitution gezwungen haben.

Zuhälter zeigten Mädchen in Dortmund, was sie tun muss

Weil das Mädchen den Zuhältern in Sachen Geschlechtsverkehr nicht bewandert genug war, soll die Angeklagte mit einem Komplizen entsprechende Dienstleistungen vorgegeben haben. Auch die Preise dafür, heißt es in der Anzeige der Staatsanwaltschaft, hätten die Zuhälter bestimmt.

Das Mädchen soll dann für circa eineinhalb Jahre für die Angeklagte und ihren Ehemann als Prostituierte gearbeitet haben. Um sie gefügig zu machen, sollen die Angeklagten dem Mädchen Kokain gegeben haben.

80 Euro für Arbeit in der Prostitution einbehalten - danach Prügel

Laut Anklage soll das zur Prostitution gezwungene Mädchen an einem Tag 80 Euro von dem Lohn für sich behalten haben. Doch die Zuhälter kamen der jungen Frau auf die Schliche. Die Angeklagte soll daraufhin zusammen mit einer bislang unbekannten weiteren Frau so lange auf das Mädchen eingeprügelt haben, bis sie das Geld herrausgab.

Nach den besagten eineinhalb Jahren soll der zweite Angeklagte, der sich in einem anderen Prozess verantworten muss, das Mädchen für 400 Euro an eine dritte Person verkauft haben.

Zum Hintergrund: Gegen die illegale Prostitution in Dortmund geht seit Jahren die sogenannte „Task Force Nordstadt“ vor. Laut einem aktuellen Bericht der Stadt würde aber noch immer ein „hartnäckiger Kern“ von 25 bis 35 Frauen in der Nordstadt der illegalen Prostitution nachgehen. Eine falsche Prostituierte macht jetzt allerdings auch Schlagzeilen. Sie raubte ihre Freier zusammen mit zwei Komplizen regelmäßig aus.