Nachwuchs im Zoo

Zoo Dortmund: Eier durch Eltern beschädigt - Tierpfleger ziehen süßen Nachwuchs per Hand auf

Die jungen Rabengeier wurden von den Tierpflegern des Zoos Dortmund mit der Hand aufgezogen. 
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Die jungen Rabengeier wurden von den Tierpflegern des Zoos Dortmund mit der Hand aufgezogen. 

Im Zoo Dortmund haben Rabengeier ihre Eier offenbar bewusst beschädigt. Die Tierpfleger müssen den niedlichen Nachwuchs deswegen selbst versorgen. 

  • Im Zoo in Dortmund hat ein Rabengeier-Paar seine eigenen Eier beschädigt.
  • Die Tierpfleger haben daraufhin beschlossen, die Eier aus dem Gehege zu entfernen.
  • Der niedliche Nachwuchs muss fünfmal pro Tag mithilfe einer Pinzette versorgt werden.

Dortmund/NRW - Große, dunkle Augen, einer flauschiger Kopf und ein langer Schnabel: Die kleinen Rabengeier aus dem Zoo in Dortmund sind wohlauf. Dabei war es gar nicht sicher, ob der Zoo überhaupt gesunden Nachwuchs der Vögel aufziehen kann.

Zoo Dortmund: Rabengeier beschädigen immer wieder eigene Eier

Denn die Eltern der beiden Küken manipulierten ihre Fortpflanzung immer wieder selbst. In der Vergangenheit hat das Rabengeier-Paar aus Dortmund mehrfach die eigenen Eier beschädigt. Das Team aus dem Zoo entschied sich dieses Mal deswegen dazu, die am 25. und 27. Februar gelegten Eier in einer Brutmaschine auszubrüten, wie die Stadt berichtet.

Die Eier aus dem Gehege des Paares zu entwenden soll keine schwierige Angelegenheit gewesen sein. Rabengeier bauen keine Nester, in denen sie ihre Brut beschützen, sondern legen ihre Eier direkt auf dem Boden oder auf Felsvorsprüngen ab. Außerdem verteidigen die Vögel ihr Gelege nicht besonders stark und entfernen sich sogar davon.

Zoo Dortmund: Die Brut der Rabengeier ist auch in der Natur eher schwierig

Offenbar verlassen die Rabengeier-Eltern sich stattdessen darauf, dass der faulige Aasgeruch, der den Brustellen meistens entweicht, potenzielle Diebe abschreckt. Eine Methode, die sich in der Natur nicht immer bewährt. Denn durch Raubtiere geplünderte Nester sind einer der Hauptgründe dafür, dass die Tiere regelmäßig keinen Nachwuchs ausbrüten können.

Die Jungtiere aus dem Zoo Dortmund sind putzmunter und sollen nun mit anderen Vögeln in Detmold aufwachsen. 

Die Tierpfleger in Dortmund wollten das Rabengeier-Paar vor Ort allerdings nicht frustrieren und ihm trotzdem die Möglichkeit geben, etwas zu brüten. Deswegen wurden die entwendeten Eier mit künstlichen ausgetauscht.

Jungtiere im Zoo Dortmund werden per Hand von Tierpflegern aufgezogen

Die beiden Rabengeier-Küken schlüpften am 31. März und am 2. April im Zoo in Dortmund. Anschließend wurden die Kleinen von den Tierpflegern per Hand aufgezogen. Den jungen Rabengeiern wurde von ihnen fünfmal am Tag Fleisch von Hühnern, Mäusen oder Rindern mit einer Pinzette direkt in die Schnäbel gelegt.

Normalerweise würden die Elternvögel die vorverdaute Nahrung aus ihrem Kropf direkt in die Schnäbel der Küken würden. Die Verdauungsenzyme die dann an dem Essen haften, leiten auch die Verdauung des Nachwuchses ein. Die Tierpfleger aus Dortmund haben das Fleisch stattdessen einige Minuten in ein Gemisch eingelegt, welches ebenfalls das Enzym Pepsin enthält. Die Jungtiere sollten natürlich keine Verdauungsschwierigkeiten bekommen.

Rabengeier-Küken aus Dortmund sollen in Detmold mit anderen Vögeln aufwachsen

Die künstlichen Enzyme sind den beiden Rabengeier-Küken genauso bekommen, wie das Original: Wie der Zoo Dortmund mitteilt sind die Jungtiere in den letzten Wochen ordentlich herangewachsen und schon in ihr neues zu Hause umgezogen. In der Adlerwarte Berlebeck in Detmold übernimmt nun ein auf Greifvögel spezialisiertes Team die weitere Aufzucht der beiden. Dort sollen die beiden Rabengeier zunächst etwa zwei Jahre lang mit anderen jungen Geiern in einem Geschwisterverband aufwachsen.

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Wie viele andere Freizeitstätten kommt auf der Zoo Dortmund aufgrund des Coronavirus in finanzielle Bedrängnis. Kurzarbeit anmelden ist für den Zoo unmöglich, denn die Tiere müssen ja nach wie vor im gleichen Umfang versorgt werden. Tierpatenschaften sollen dem Zoo Dortmund in der Krise finanziell unter die Arme greifen.