Mehr Wohnraum geplant

Dortmund will 20.000 neue Wohnungen in zehn Jahren bauen - wie das funktionieren soll

Rohbau des Gebäudes Am Rabenmorgen von Vonovia in Dortmund
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Am Rand der Dortmunder Gartenstadt entstehen derzeit 17 neue Wohnungen. In den kommen zehn Jahren sollen es in Dortmund 20.000 werden.

In Dortmund soll Wohnraum in Zukunft besser zu bekommen sein. Die Stadt verspricht 20.000 neue Wohnungen in zehn Jahren. Kann das klappen?

Dortmund - Dortmunds Neu-Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) startet seine neue Amtszeit direkt mit einem Paukenschlag. Rund 20.000 neue Wohnungen will das Stadtoberhaupt in den kommenden zehn Jahren in Dortmund bauen lassen. Die Pläne sind zwar nicht neu, aber offenbar soll das Projekt jetzt richtig angegangen werden. Kann das klappen?

StadtDortmund
Einwohner603.609 (Ende 2019)
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: Stadt will in zehn Jahren 20.000 neue Wohnungen bauen lassen

In Dortmund müssten nach den Plänen Westphals 2000 neue Wohnungen pro Jahr errichtet werden, um das Ziel zu erreichen. Ganz abwegig erscheint das Vorhaben nicht. 2019 wurde in Dortmund bereits 1378 neue Wohnungen gebaut, heißt es im Wohnungsmarktbericht der Stadt Dortmund. Damit ist die Zahl neuer Wohnungen im Vergleich zu 2018 allerdings um 14,6 Prozent leicht zurückgegangen.

Die Stadt muss also noch eine ordentliche Schippe drauflagen, um die Quote von 2000 neuen Wohnungen pro Jahr zu bauen. Der Druck ist enorm. 2019 gab es eine Leerstandsquote von nur 2,1 Prozent. Etwa die Hälfte davon sind Wohnungen, die seit mehr als zwei Jahren nicht vermietet wurden - etwa, weil sie nur schwer vermietbar sind.

Dortmund: Nur wenige Wohnungen stehen leer - viele davon sind schwer zu vermieten

Die Stadt kommt in ihrem aktuellen Wohnungsmarktbericht zur Erkenntnis: „Insgesamt ist der Wohnungsleerstand immer noch zu niedrig und schränkt die Wahlmöglichkeiten der Wohnungssuchenden stark ein.“ Die Nachfrage nach großen, familiengerechten Wohnungen sei groß.

Auch preiswerter Wohnraum sei nach wie vor gefragt, auch wenn die Zahl der „transferleistungsbeziehenden Haushalte“ in 2019 leicht gesunken sei. Laut Stadt gäbe es noch viele Haushalte, die so viel verdienten, dass sie zwar keine Transferleistungen wie Hartz4 erhielten, aber dennoch nur wenig Geld für eine Wohnung hätten.

Dortmund: Thomas Westphal will beim Thema Wohnungen „genau zuhören“

Thomas Westphal will nun „genau zuhören“, was die Wohnungsgesellschaften brauchen, um mehr Wohnungen zu bauen. Die Bereitschaft zu bauen, so heißt es von der Stadt, sei von der Wohnungswirtschaft da.

Thomas Westphal ist seit dem 1. November neuer Oberbürgermeister von Dortmund.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Dortmunder Wohnungsunternehmen Franz-Bernd Große-Wilde fordert, noch stärker in die Ideen und Pläne der Stadt, zum Beispiel für konkrete Flächen, einbezogen zu werden. So könne man die Pläne mit eigenen Interessen und denen der Bürger abgleichen und schneller geeignete Wohnraumkonzepte finden.

Dortmund: Öffentlich geförderte Wohnungen sind gefragt

Große-Wilde fordert, nicht nur das Thema Wohnen zu betrachten, sondern auch alles, was daran hängt, sprich: Parkraum, Altersstruktur, Infrastruktur. Vor allem die Nachfrage nach öffentlich geförderten Wohnungen dürfte eine Mammutaufgabe für die Stadt werden.

Video: Steigende Immobilienpreise trotz Corona: Woran liegt das?

Neu-OB Westphal betont, ähnliche Pläne im Sinn zu haben, wie die Wohnungsbauunternehmen. Jetzt soll es weitere Treffen mit der Wohnungswirtschaft geben. Eine gemeinsame Strategie müsse her. Schon jetzt kündigt der SPD-Mann an, verstärkt Wohnungen auf Flächen der Stadt zu bauen. Damit reagiert Westphal auch auf Kritik des Dortmunder Mietervereins, der den kommunal geförderten Wohnungsbau der Stadt Dortmund zuletzt mit zu wenig Nachdruck verfolgt sah.

Dortmund: Mietpreise steigen seit Jahren rasant an

Neue Wohnungen sind für Dortmund wichtig, um den Anstieg der Mietpreise zu stoppen. Der Mietpreismedian für Bestandswohnungen betrug in 2019  7,25 Euro pro Quadratmeter netto und kalt, also 3,6 Prozent mehr als noch 2018. Für Neubauwohnungen zahlt man in Dortmund im Schnitt sogar 10,89 Euro pro Quadratmeter netto kalt.

Im Vergleich zu anderen Städten in Deutschland sind die Mietpreise in Dortmund noch unterdurchschnittlich. Doch laut Angaben der Stadt gehört Dortmund zu den deutschen Städten mit den höchsten Steigerungsraten der Angebotsmieten im Verlauf der letzten Jahre. Die Stadt wächst, hat über 600.000 Einwohner. Neue Wohnungen sind also dringend nötig.

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