„Repowering“ geplant

Dortmund will Windräder abreißen und neue bauen

In Dortmund sollen bald einige Windräder abgerissen und ersetzt werden. Durch das sogenannte „Repowering“ soll so mehr Strom gewonnen werden.

Dortmund – Zugegeben, Dortmund ist nicht gerade für seine vielen Windparks bekannt. Wenn aber von den wenigen Windkraftwerken im Stadtgebiet einige abgerissen werden sollen, kann man schon mal hellhörig werden. Obwohl nicht alle Anlagen ersetzt werden, soll künftig dennoch deutlich mehr Strom gewonnen werden. RUHR24 erklärt, wie das funktioniert.

Dortmund hat keinen Platz für neue Windräder: „Ausbau sehr eingeschränkt“

Ein Blick auf die Karte zeigt: Dortmund ist nur spärlich mit Windrädern besetzt. Einzig an sieben Orten drehen die Rotoren ihre Runden. Ein paar davon stehen im Norden der Stadt, in Mengede. Einige weitere verwandeln in Lütgendortmund und Hombruch Wind in Strom. Neue Anlagen sind nicht geplant.

Das Problem: In Dortmund ist schlichtweg kein Platz für neue Windräder. „Dortmund ist aufgrund eines geringen Flächenangebotes der Ausbau der Windenergie sehr eingeschränkt“, schreibt das Umweltamt der Stadt auf seiner Internetseite. Also will man die Flächen, die man hat, besser nutzen.

In Dortmund sollen alte Windräder abgerissen und durch bessere ersetzt werden

Dazu sollen einige der Windräder nun abgerissen und dann teilweise durch bessere ersetzt werden. Das geht aus einem Sachstandsbericht an den Ausschuss für Klima und Umwelt in Dortmund hervor (alle News aus Dortmund auf RUHR24 lesen).

Bei dem sogenannten Repowering sollen demnach alte Windanlagen durch deutlich größere ausgetauscht werden. Das System soll so effektiv sein, dass künftig noch weniger Windräder in Dortmund stehen werden, diese aber trotzdem deutlich mehr Strom produzieren. „Durch den Ausbau erneuerbarer Energien wird ein wichtiger Beitrag zur Erreichung des Ziels der Klimaneutralität geleistet“, heißt es in dem Papier.

In Dortmund werden Windräder abgerissen und ersetzt. (Symbolfoto)

Landesregierung NRW hebt Abstands-Regel für Repowering bei Windanlagen auf

Zum schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien will auch die schwarz-grüne NRW-Landesregierung mit einer Gesetzesänderung beitragen. Denn bislang galt die 1000-Meter-Abstandsregel auch dann, wenn ein bestehendes Windrad durch ein effizienteres ersetzt werden sollte. Das soll künftig nicht mehr der Fall sein.

Die Begründung ist einfach: Wo in NRW bereits ein Windrad genehmigt, gebaut und betrieben wurde, haben sich die Menschen ohnehin daran gewöhnt. Zudem spart man sich zugleich viel Ärger mit weiteren Anwohnern, steht im Gesetzesentwurf: „Die Vermeidung langwieriger Klageverfahren kann den Ausbau zusätzlich beschleunigen.“

Die Energiekrise sowie die Klimakrise erfordern gleichermaßen einen schnellen und massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien im Sinne von Energiesouveränität und Klimaschutz.

NRW-Landesregierung

Mit der Abstandsregel kam das Repowering bislang nur für rund ein Drittel der Anlagen infrage und war an ein komplexes Genehmigungsverfahren gekoppelt. Ohne die Regel soll auch in NRW künftig schneller mehr Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Zwei Windräder in Dortmund-Hombruch werden durch ein effektiveres ersetzt

Doch was bedeutet das konkret für Dortmund? In zwei von drei Gebieten, in denen Windräder stehen, könnten nach jetzigem Stand alte Anlagen ersetzt werden. Einzig am Steinsweg in Lütgendortmund will der Betreiber der Anlagen, die DEW21, laut der Vorlage „aufgrund der sehr geringen Abstände zu vorhandenen Wohngebieten“ davon absehen.

Windrad-StandortAktuellRepowering
Ellinghausen (Mengede)3 Windräder (6 Megawatt)Wird geprüft
Steinsweg (Lüdo)1 Windrad (0,5 Megawatt)unrealistisch
Salinger Feld (Hombruch)3 Windräder (4,5 Megawatt)2 Windräder (7 Megawatt)

Für die drei Windkraftanlagen am Salinger Feld in Dortmund-Hombruch klingen die Pläne hingegen bereits sehr konkret. Hier sollen die zwei südlichen der drei Windräder abgerissen und durch ein neues ersetzt werden. Statt einer Nabenhöhe von bislang 100 Metern soll die neue Anlage knapp 120 Meter in die Höhe ragen und deutlich größere Rotoren bekommen (Durchmesser 160 statt 77 Meter).

Statt der 3 Megawatt der beiden älteren Windräder soll das neue allein bereits 5,6 Megawatt produzieren. Rein rechnerisch genug Strom, um rund 3600 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Der Umbau der Windräder sorgt nicht nur für mehr grünen Strom. Er soll der Stadt Dortmund auch dabei helfen, bis 2035 klimaneutral zu werden. Eine Genehmigung vorausgesetzt könnte das neue Windrad bereits Anfang 2025 in Betrieb gehen.

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/DPA

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