Kampf gegen Verkehrsrowdys

Stadt Dortmund will Raser mit Bodenwellen vom Wall verjagen

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Neue Bodenwellen am Ostwall in Dortmund.

Der Wall in Dortmund ist seit Jahren Ausflugsziel für Raser. Stadt und Polizei gingen zuletzt verstärkt dagegen vor. Jetzt gibt es die nächste Maßnahme.

  • Die Stadt will die "Boxengasse" am Ostwall für Raser unattraktiv machen.
  • Rund um den Wall gibt es schon verschiedene Maßnahmen gegen illegale Rennen.
  • Unter anderem Anwohner und Händler wollen den Raser-Tourismus eindämmen.

Dortmund: Stadt montiert Bodenwellen gegen Raser am Ostwall

Update, Donnerstag (7. November), 17.10 Uhr: Ab sofort wird es für Raser am Ostwall noch unangenehmer. Denn: Die angekündigten Bodenwellen sind montiert. Damit will die Stadt Dortmund die sogenannte "Boxengasse" am Wallring entschärfen.

Mehrere schwarzgelbe Schwellen sollen Autofahrer zwingen, langsam zu fahren. Neben dem bereits bestehenden Betonblock sorgen nun auch zahlreiche der rund zwei Meter breiten und nur wenige Zentimeter hohen Bodenwellen für ein ungemütliches Ruckeln auf der Parallelstrecke am Ostwall. Ob das den Rasern die Lust an ihrem beliebten Treffpunkt verhagelt, bleibt jedoch abzuwarten.

Illegale Rennen auf dem Wall hören nicht auf

Ursprungsmeldung: Nahezu jede Woche schreibt die Polizei in Dortmund über illegale Rennen, eingezogene Führerscheine und aufheulende Motoren rund um den Wall.

Die mehrspurige Straße um die City von Dortmund zieht Woche für Woche Autofahrer an, deren Schuhe offenbar eine Bleieinlage haben. Doch trotz der Kontrollen hört die Raserei nicht auf.

Stadt Dortmund hat zwei Blitzer auf dem Wall installiert

Inzwischen gibt es auf dem Wall zwei Blitzer. Einen auf dem Königswall auf Höhe des Fußballmuseums und einen auf dem Südwall. Der ist an der Ampelanlage bei der Tiefgarage zum Friedensplatz installiert.

Doch das scheint sich bei vielen Rasern inzwischen herumgesprochen zu haben. Immer wieder drücken sie zwischen Ost- und Schwanenwall auf die Tube - Abschnitte, auf denen es keinen Blitzer gibt. Anwohner am Ostwall klagen zudem schon lange über die "Boxengasse" an der Parallelfahrbahn am Ostwall - dort wo es zu den Parkplätzen geht.

Schwellen am Wall sollen Raser die "Boxengasse" mies machen

Genau hier will es die Stadt künftig Rasern noch schwerer machen. So sollen dort ab November dieses Jahres starke Beschleunigungen unterbunden werden. Die Stadt plant jetzt den Bau von kurzen Schwellen auf der Nebenfahrbahn des Ostwalls.

"Die Schwellen werden die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich begrenzen", schreibt die Stadt Dortmund in einer Mitteilung am Donnerstag (31. Oktober). Unter anderem von den Baumaßnahmen betroffen ist der Abschnitt auf Höhe des Schulhofs des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums.

Auch Anwohner in Dortmund in Planungen für den Wall involviert

In der kommenden Woche will die Stadt weitere Informationen zu dem Bauvorhaben am Wall bekannt geben. In die Planungen involviert sind sowohl Anwohner als auch Vertreter der Händlergemeinschaft Cityring sowie der Bezirksvertretung.

An der Parallelfahrbahn des Ostwalls hatte die Polizei bereits im Oktober 2018 zum Dialog mit Anwohnern geladen. Sie äußerten damals die Angst, selbst bei grüner Fußgängerampel von Rasern überfahren zu werden.

Wochenenden locken Raser an den Wall in Dortmund

Vor allem von Donnerstag bis Sonntag klagen Anwohner über illegale Rennen. Hinzu kommt Lärmbelästigung durch Autofahrer, die ihre Motoren testen. Eine Geschäftsinhaberin sagte gegenüber RUHR24: „Hinzu kommt laute Musik, Müll, Gegröle und das bis tief in die Nacht.

Unterdessen pochen Tuner darauf, nicht mit Rasern in einen Topf geworfen zu werden. Die Szene leidet laut eigenen Aussagen unter den Vorwürfen der Anwohner, versteht die Verärgerung - aber will nicht mit Rasern gleichgesetzt werden.

Die Polizei kündigte indes bereits vor einem Jahr an, die Kontrollen am Wall auszuweiten und öfter Führerscheine einzuziehen. Erst vor wenigen Tagen war das wieder der Fall auf dem Wall.