SPD will jetzt doch Lkw-Fahrverbote auf der B1 - und Gratis-Tickets für Stadtmitarbeiter

Die B1 in Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24
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Die B1 in Dortmund. Foto: Daniele Giustolisi/RUHR24

Dortmund/NRW - Die Fraktion der SPD im Rat der Stadt Dortmund schwenkt um: Sie setzt sich jetzt doch für das ganztätige Fahrverbot für Lkw auf der B1 ein.

Die SPD in Dortmund will Diesel-Fahrverbote in der Stadt verhindern und hat jetzt ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt. Das sieht unter anderem ein ganztägiges Fahrverbot für Lkw auf der B1 vor. Doch das ist längst nicht alles.

Im Kampf um bessere Luft in Dortmund will die SPD-Fraktion im Rat der Stadt verschiedene Maßnahmen in die Wege leiten. Die wohl Größte: ein ganztägiges Fahrverbot für Lkw auf der B1. Damit folgt die SPD dem Vorschlag der Verwaltung aus dem Sommer 2018.

Zuletzt hatte es im Rat der Stadt dafür keine Mehrheit gegeben, da SPD und CDU gegen diese Maßnahme waren. Inzwischen ist aber auch den Sozialdemokraten klar, dass eine erfolgreiche Klage der Deutschen Umwelthilfe und damit ein Dieselfahrverbot für Dortmund immer näher Rücken.

SPD legt Maßnahmenpaket vor

Um das zu verhindern, hat die SPD-Fraktion dem Umweltausschuss jetzt ein ganzes Maßnahmenpaket vorgelegt.

Nachts gilt bereits seit 2008 ein Fahrverbot auf der B1 für Fahrzeuge schwerer als 7,5 Tonnen. Das soll zwischen den Kreuzen Dortmund-West und dem Knoten mit der B236 nun auch tagsüber gelten.

Außerdem fordert die Partei folgende Maßnahmen:

ÖPNV:

  • Städtischen Mitarbeiter sollen künftig kostenlose ÖPNV-Tickets für das Dortmunder Stadtgebiet bekommen.
  • In der Stadt soll für alle Bürger ein 365-Euro-Jahresticket eingeführt werden - so wie es das in Bonn schon gibt.
  • Der ÖPNV soll in Dortmund weiter ausgebaut werden

Brackeler Straße:

  • Zwischen den Straßen "Im Spähenfelde" und Borsigplatz soll auf der Brackeler Straße künftig Tempo 30 gelten.
  • Auf der Brackeler Straße soll es eine eigene Busspur geben.
  • Die Schaltung der Ampel an der Straße "Im Spähenfelde" soll verbessert werden.

B1:

  • Ein Blitzer soll in Höhe der Westfalenhallen in Fahrtrichtung Unna installiert werden.

A1, A2, A45:

  • Die Stadt soll das Land auffordern, mehr gegen den Verkehrslärm zu tun.
  • Auf der A1, A2 und A45 auf Dortmunder Gebiet soll Tempo 100 eingeführt werden.
  • Weitere Stickstoffdioxid-Messstellen sollen entlang der Autobahnen errichtet werden.

Was das ganztägige Fahrverbot für Lkw auf der B1 betrifft, gibt es unterdessen Vorbehalte aus den Dortmunder Vororten. Dort befürchten die Bezirksvertreter mehr Verkehr durch Lkw, die die B1 umfahren wollen.

"Keine Belastung für Vororte"

Die SPD-Fraktion sieht dieses Problem dagegen nicht. Die Erfahrungen aus dem Nachtfahrverbot auf der B1 würden zeigen, "dass ein Lkw-Fahrverbot für Durchgangsverkehr zu keinen großen Belastungen für die Vororte geführt hat."

Um sicherzugehen, dass Lkw nicht doch durch die Vororte fahren, will die Fraktion an den Autobahnkreuzen entsprechende Schilder aufstellen lassen, die auf Umleitungen hinweisen.