Das kam plötzlich

Dortmund: Bekannte Modekette schließt überraschend Filiale auf dem Westenhellweg

Auf dem Westenhellweg in der Innenstadt von Dortmund schließt schon wieder ein Laden. Diesmal trifft es ein Bekleidungsgeschäft in Bestlage.
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Auf dem Westenhellweg in der Innenstadt von Dortmund schließt schon wieder ein Laden. Diesmal trifft es ein Bekleidungsgeschäft in Bestlage.

Erneut schließt ein Geschäft in Dortmund: "Gina Tricot" macht Schluss auf dem Westenhellweg. Die Kunden wurden von der Schließung überrascht.

  • Alteingesessene und neue Textilkonzerne haben es aktuell schwerer denn je. 
  • Die Corona-Krise bringt viele Unternehmen wie Tom Tailor und Hallhuber an den Rand der Existenz.
  • Nun trifft die Krise ein weiteres Geschäft am Westenhellweg in der Innenstadt von Dortmund.

Dortmund - Nach "Flying Tiger" und "I am" verschwindet nun der nächste Laden vom Westenhellweg in Dortmund. Es handelt sich um ein bekanntes Bekleidungsgeschäft in Bestlage. 

Einkaufsstraße

Westenhellweg

Ort

Innenstadt von Dortmund

Bekannte Läden

Thier-Galerie (Shopping-Mall), Saturn, Mayersche, Peek & Cloppenburg

Ehemalige Geschäfte

Rewe, Esprit, Tom Tailor, Flying Tiger, I am, Gina Tricot (neu)

Dortmund Westenhellweg: Flying Tiger und I am verschwinden aus der Innenstadt

Der Westenhellweg in Dortmund befindet sich in einem stetigen Wandel. Nachdem erst im Frühsommer Flying Tiger für immer seine Türen geschlossen hat, wurde nur wenige Wochen später die Schließung des Schmuckgeschäfts I am bekannt. 

Während man bei Flying Tiger versicherte, dass die Schließung nichts mit der Corona-Krise zu tun hätte, ist der Grund für das Ende von I am unklar. Schlechte Umsatzzahlen aufgrund des Lockdowns im März und April wären jedenfalls denkbar.

Westenhellweg in Dortmund: Gina Tricot ist dicht - Grund ist eine Insolvenz

Deutlich klarer sieht hingegen das Filialen-Aus von Gina Tricot aus. Das Bekleidungsgeschäft am oberen Westenhellweg, gegenüber der Dortmunder Thier-Galerie, hat seit dieser Woche geschlossen. Die Ruhr Nachrichten berichteten zuerst darüber.

Grund für die Schließung sind offenbar schlechte Umsatzzahlen des Textilunternehmens aus Schweden. Bereits im Juni hätte die Deutschland-Tochter einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Düsseldorf gestellt. 

Im Anschluss verkündete der Konzern mit Sitz in Borås (Schweden), sämtliche Filialen in Deutschland schließen und die Mitarbeiter entlassen zu wollen. Nur zwei Monate später hat der Gina Tricot in Dortmunds Innenstadt für immer geschlossen.

Gina Tricot hat auf dem Westenhellweg geschlossen - Online-Shop statt Innenstadt

"Liebe Kunden, wir danken euch für die jahrelange Treue und euer Vertrauen", ist auf einem weißen Schild, das an der Eingangstür der Filiale auf dem Westenhellweg hängt, zu lesen. 

"Ab dem 28.08.2020 bleibt diese Gina Tricot Filiale geschlossen. Besucht uns gerne online", heißt es weiter. Klingt ziemlich endgültig. Auf ein Eröffnungs-Comeback wie bei Butlers, das am 18. Juli 2020 in die ehemalige Filiale von Flying Tiger eingezogen ist, bleibt also nicht zu hoffen.

Und das obwohl 2012 alles so positiv begonnen hatte. Damals im Frühling hatte Gina Tricot seine Pforten auf dem Westenhellweg eröffnet. Bekleidung und Accessoires zu günstigen Preisen, hippe Styles und hauptsächlich Fashion für junge Frauen - dafür stand der Shop. Doch das Geschäft ging offenbar nicht auf.

In die ehemalige Filiale von Flying Tiger soll demnächst Butlers einziehen. Für das Dekogeschäft ist es ein Westenhellweg-Comeback.

Neue Marken haben es schwer in Dortmund - auch Forever 21 machte dicht am Westenhellweg

Ähnliches passierte auch mit Forever 21, wobei das amerikanische Bekleidungsgeschäft aus Kalifornien nur knapp ein Jahr lang auf Dortmunds bekanntester Shoppingmeile durchhielt. Ein Zeichen dafür, dass es vor allem junge Marken aus dem Ausland schwierig haben, sich am Westenhellweg zu etablieren?

Könnte man annehmen, allerdings hat auch Esprit nach jahrelangem Betrieb im Frühjahr 2019 überraschend seine Pforten geschlossen. Gleiches gilt für Tom Tailor an der Ecke Möchenwordt/Westenhellweg. Roland, das Schuhgeschäft gegenüber der Mayerschen, hat ebenfalls bekannt gegeben, es würde Ende des Jahres schließen. Noch hat es aber offen.

Modebranche in Deutschland hat es wegen der Corona-Krise schwer - nicht nur in Dortmund

Dass die Modebranche in Deutschland in der größten Krise seit Jahrzehnten steckt, ist kein Geheimnis. Schuld daran ist die anhaltende Corona-Krise. Während die Geschäfte in den "schlimmsten" Lockdown-Monaten März und April schließen mussten und die Einnahmen ausblieben, liefen die Ausgaben weiter.

Miet- sowie Personalkosten rissen riesige Löcher in die Kassen der Großunternehmen. Wem es schon vor der Krise schlecht ging, dem ging es währenddessen und danach umso schlechter. Heute kämpfen Firmen wie Tom Tailor, Hallhuber und die Kölner Kette Appelrath Cüpper (ebenfalls am Westenhellweg in der Dortmunder Innenstadt vertreten) ums Überleben. 

Aufatmen in der Wirtschaft - Viele Geschäfte wieder offen

Werden noch mehr Läden auf dem Dortmunder Westenhellweg schließen?

Laut einer Umfrage der "Textilwirtschaft" lagen die Umsätze im stationären Modehandel von Januar bis Juni um 35 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet sogar mit weiteren Insolvenzanträgen. 

Die Textilbranche hat es wegen der Corona-Krise schwerer denn je. Es kommt vielerorts zu zahlreichen Schließungen, nachdem während des Lockdowns die Einnahmen für zwei Monate wegbrachen.

"Dienstleister, Gastronomie und (Textil-)Einzelhändler sind diesmal nicht am Ende der Krise von den Auswirkungen betroffen, sondern stehen am Anfang. Daher wird die Masse der insolvenzreifen Unternehmen unweigerlich steigen", prognostiziert Creditreform-Experte Patrick-Ludwig Hantzsch. 

Ob weitere Geschäfte in der Innenstadt von Dortmund schließen müssen, werden die kommenden Monate zeigen. Drei Schließungen in Toplage innerhalb von zwei Monaten sind selbst für den sich immer wandelnden Westenhellweg ein neuer Rekord. Ein trauriger Rekord. (alle Nachrichten aus Dortmund bei RUHR24.de)