Sportreporter aus Recklinghausen

Staatsanwaltschaft Dortmund: Anklage gegen "Promi-Big-Brother"-Sieger Werner Hansch erhoben

Für "Promi-Big-Brother"-Sieger Werner Hansch kommt es knüppeldick: Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat Anklage gegen den Sportreporter erhoben.

  • Werner Hansch gewann erst vor wenigen Tagen die Sat.1-Show "Promi Big Brother".
  • Doch von seinen 100.000 Euro Gewinn wird er nicht viel haben.
  • Der Sportreporter aus Recklinghausen wurde nun von der Staatsanwaltschaft Dortmund angeklagt.

Dortmund - Wer Herner Hansch (82) noch nicht kannte, wird es spätestens seit "Promi Big Brother" tun. Doch nun kommt es für den gebürtigen Recklinghäuser übel, denn er wurde angeklagt.

Sportreporter

Werner Hansch

Geboren

16. August 1938 (Alter 82 Jahre), Recklinghausen

Ausbildung

Ruhr-Universität Bochum (1972–1976), Westfälische Wilhelms-Universität Münster (1958–1961)

Werner Hansch: Sportreporter aus Recklinghausen nach Sieg bei Promi Big Brother in Dortmund angeklagt

Viele hätten es Werner Hansch nicht zugetraut, dass er mit seinen 82 Jahren bei Promi Big Brother den großen Gewinn machen kann. Viele hätten aber auch nicht geglaubt, dass der erfolgreiche Sportreporter spielsüchtig ist (mehr Nachrichten aus Dortmund auf Ruhr24.de).

Das hatte der Sportreporter bei der Sat.1-Show offengelegt. Die Sucht habe nicht nur seine Beziehung zerstört, sondern ihn auch um sein gesamtes Vermögen gebracht.

Werner Hansch: Staatsanwaltschaft Dortmund erhebt Anklage gegen Sieger von Promi-Big-Brother

Mehr als eine Million Euro soll er dabei verloren haben. Die Siegprämie von 100.000 Euro, die er nur wenige Tage nach der Offenbarung tatsächlich in der Hand halten konnte, sollte seine Probleme lösen.

Doch nun scheint ihn die Vergangenheit schneller einzuholen, als Werner Hansch gehofft hat. Noch in der Siegesnacht hat die Staatsanwaltschaft Dortmund Anklage erhoben.

Werner Hansch vor größeren Problemen als bekannt: Staatsanwaltschaft Dortmund mit sechs Fällen

Klar war nur, dass Werner Hansch dem CDU-Politiker Wolfgang Bosbach 5.000 Euro schuldet. Das Darlehen hatte der Politiker vor Jahren ausgestellt, Hansch habe das Geld jedoch nie bezahlt.

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Zu den aktuellen kursierenden Nachrichten, möchte ich mich jetzt nochmal persönlich zu Wort melden. Mit der Möglichkeit einer Anklage musste ich jeder Zeit rechnen. Angesichts des finanziellen Trümmerhaufens, welchen ich durch meine Spielsucht verursacht habe, blieb dem Staatsanwalt wahrscheinlich keine andere Wahl. Daher hat mich das auch nicht überrascht. Da ich meine Spielsucht erkannt habe, sie inzwischen seit einem halben Jahr therapiere sowie diese öffentlich kommuniziert habe, werde ich mich auch der Anklage durch den Staatsanwalt zu 100% stellen. Genau wie ich es auch meinen Gläubigern gegenüber tue. Ich habe Fehler gemacht und übernehme auch strafrechtlich voll und ganz die Verantwortung für die Auswirkungen meiner Spielsucht. Fünf der sieben im Rahmen des Strafverfahrens thematisierten Gläubiger habe ich ihre Darlehn bereits zu 100% zurückgezahlt. Ich stelle mich natürlich auch dieser Herausforderung. #wernerhansch #bild #bildzeitung

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2019 kam es zur Anzeige – doch das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein, wie jetzt aus der Anklage hervorgeht: "Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat Anklage gegen Werner Hansch erhoben, wegen des Verdachtes des Betrugs in sechs Fällen", so Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund gegenüber Bild.

Werner Hansch aus Recklinghausen äußert sich zu der Anklage der Staatsanwaltschaft Dortmund

"Die  Anzeige von Wolfgang Bosbach datiert ja schon vom 10. Dezember 2019. Seitdem bin ich über das Verfahren informiert und auch anwaltlich beraten. Ich wusste, wozu das führen kann. Wolfgang Bosbach hatte guten Grund zu dieser Anzeige. Er gehört zu denen, die mir vertraut und mir Geld gegeben haben", äußert sich Hansch in dem Bericht zu den Vorwürfen. 

Werner Hansch, bekannt geworden als Sportreporter, gewann die achte Staffel von "Promi Big Brother" (Sat.1).

Er sei sich bewusst, dass er Bosbach das Geld noch schulden würde. Allerdings habe er bereits fünf der sechs Darlehen zurückgezahlt und bei dem Verfahren gegen Bosbach soll es sich nur noch um die Verfahrenskosten handeln.

Werner Hansch: Gutachter soll Schuldunfähigkeit klären

Doch ob Wolfgang Bosbach das Geld bekommen wird, steht bisher noch in den Sternen. Werner Hansch hat bereits einen neuen Plan: Er möchte einen Anwalt und einen Gutachter einschalten.

"Der Gutachter kann aus meiner Sicht zu keinem anderen Ergebnis kommen, als dass ich durch diese Sucht vollkommen paralysiert und schuldunfähig war", so der gebürtige Recklinghausener zu Bild.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa