Dortmunder Neonazi in Haft

Reihen lichten sich: Noch ein führender Kopf der rechtsextremen Szene Dortmund in Haft

In Dortmund hat am Montag (18. November) ein weiterer Neonazi seine Haft antreten müssen. Christoph D. begibt sich damit in gute Gesellschaft.

  • Christoph D. muss wegen Volksverhetzung eine Haftstrafe verbüßen.
  • Auch sein Bruder, Matthias D., sitzt im Gefängnis.
  • Insgesamt sitzen derzeit mindestens fünf Führungsfiguren der rechten Szene Dortmund ihre Strafen ab.

Haftstrafe für Neonazi aus Dortmund

Am Montag (18. November) musste ein weiterer Kopf aus der Führungsriege der rechtsextremen Szene in Dortmund seine Haftstrafe antreten. Für ein Jahr und einen Monat geht Christoph Drewer, Vorstandsmitglied der Partei "Die Rechte", hinter Gitter.

Er folgt damit dem Beispiel anderer bekannter Neonazis aus Dortmund. Auch sein Bruder Matthias Drewer sitzt derzeit ein. Ebenso sind Sascha Krolzig und Siegfried Borchardt, besser bekannt als SS Siggi, zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Runde wird ergänzt durch den rechten "Aktivisten" Steven F.

Die Gründe für die Haft fallen unterschiedlich aus. Während Christoph Drewer wegen volksverhetzender Aussagen bei einer Versammlung im Juli 2015 in Haft geht, sitzt sein Bruder wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung.

Dortmund: Haftstrafe für Neonazi

Siegfried Borchardt bekam zuletzt eine Haftstrafe von vier Monaten wegen der Beleidigung von Polizeibeamten bei einem Einsatz in 2018. Außerdem laufen gegen den Bekannten Rechtsextremisten weitere Ermittlungen. Es geht um die gefährliche Körperverletzung an einer S-Bahnhaltestelle im September 2019.

Sascha Krolzig, Vorsitzender der Partei "Die Rechte", ist zu 12 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig. Doch gegen ihn laufen mehrere strafrechtliche Ermittlungen - wegen volksverhetzender Äußerungen, die er in seiner Funktion als Verleger unterstützt. 

Die aktuell ausstehenden 12 Monate Haft muss er jedoch absitzen, weil er gewalttätig wurde. In einer Gaststätte soll er jemanden mit einem Bierglas versucht haben zu verletzen. Danach beschimpfte er den Angegriffenen fremdenfeindlich.

Rechtsextremist aus Dortmund sitzt zwei Jahre ein

Der Rechtsextremist Steven F. ist bereits seit September 2018 in Haft. Zwei Jahre und drei Monate muss Steven F. absitzen. Auch er sitzt, weil er gewalttätig wurde. In den Haftstrafen summieren sich außerdem weitere Straftaten gegen einen jüdischen Mitbürger.

Die vielen Haftstrafen, Urteile und Anklagen, die derzeit beim beim Landgericht Dortmund laufen, kann die Soko Rechts der Polizei Dortmund als ihren Erfolg verbuchen. Eine zentrale Aufgabe der Soko ist die Bekämpfung rechtsextremistischer Verfassungsfeinde

So sind gegen weitere acht Personen Klagen beim Landgericht Dortmund erhoben worden. Ihnen wird vorgeworfen, am 21. September 2018 antisemitische Parolen wie "Wer Deutschland liebt, ist Antisemit" skandiert zu haben. Sie begingen dadurch Volksverhetzung.

Einer der führenden Köpfe der Neonazis muss jetzt sechs Monate in Haft - doch für Sascha Krolzig kann es noch dicker kommen.

Neonazis: Polizei Dortmund zeiht "Null Toleranz"

Dabei legen die Beamten eine "Null-Toleranz-Strategie" an den Tag. Der Strafverfolgungsdruck auf die rechtsextreme Szene in Dortmund ist hoch - und zeigt Wirkung. "Die vielen Verurteilungen und der deutliche Rückgang der rechtsextremistischen Straftaten in den letzten Jahren zeigen, wie wichtig und auch erfolgreich der hohe Druck auf die rechtsextreme Szene ist", so Polizeipräsident Gregor Lange. 

Der Polizeipräsident stellt klar: "Für antisemitische und rassistische Verfassungsfeinde ist kein Platz." Das mache das harte Vorgehen der Polizei und der Justiz deutlich.  

So seien zu Veranstaltungen wie am Vorabend der Europawahl in Dortmund-Hörde nur 184 statt der 300 bis 400 angemeldeten Versammlungsteilnehmer aus dem rechten Spektrum dabei gewesen. Antisemitische Wahlplakate der Partei "Die Rechte" hatten im Vorfeld abgehängt werden müssen.

 

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