Corona

Dortmunder Weinkeller lässt Ungeimpfte nicht rein: 2G-Regel wird zur „2,5G-Regel“

Mit der neuen Corona-Schutzverordnung haben Clubs und Discos in NRW endlich eine sichere Öffnungsperspektive. Ein Club-Besitzer aus Dortmund plant derweil strenge Öffnungsregeln.

Dortmund - Ab Freitag (20. August) darf in NRW endlich wieder gefeiert werden: Dank der neuen Corona-Schutzverordnung können Nachtclubs und Diskotheken unter strengen Hygieneregeln für Geimpfte, Genesene und PCR-Getestete wieder öffnen. Doch nicht alle Club-Besitzer wollen „nur“ getestete Partygäste in ihre Räume lassen. Einer von ihnen ist der Inhaber des Dortmunder Weinkellers, Yves Gredecki. Im Interview mit RUHR24 hat er verraten, warum er sich für 2- statt 3G entschieden hat und über welche Ausnahmen er noch nachdenkt.

ClubWeinkeller
AdresseMärkische Straße, Dortmund
InhaberYves Gredecki

Clubs und Diskotheken dürfen seit März 2020 nicht richtig öffnen

Kaum eine andere Branche hat während der Corona-Pandemie so stark gelitten wie die Partyszene. Quasi über Nacht mussten im März 2020 sämtliche Clubs und Diskotheken schließen - völlig ohne Öffnungsperspektive.

Während für Restaurants und Clubs immer wieder Pläne gemacht wurden, wie es nach den Lockdowns weitergehen soll, blieben die Clubs lange Zeit außen vor. Und dann im Mai plötzlich die Erleichterung: Bei einer stabilen Inzidenz von unter 35 sollten Clubs mit Außenbereich für 100 Gäste öffnen dürfen.

Öffnungen der Clubs in NRW ab Mai zum großen Teil gescheitert - zu wenig Zeit, zu wenig Planung

Doch was in der Corona-Schutzverordnung so einfach verfasst wurde, war in der Realität kaum umsetzbar: Hygienekonzepte brauchen Zeit, viele Discos haben keinen Außenbereich. Öffnen für nur 100 Personen? Das lohnte sich für die meisten Inhaber kaum. Und ehe man sich versah, waren die Inzidenzen in NRWs Städten und Kreisen schon wieder so hoch, dass Clubs ohnehin nicht hätten öffnen dürfen. Corona-Gnade fürs Nachtleben? Fehlanzeige.

Clubs in NRW dürfen jetzt doch öffnen: Inzidenz ist dank neuer Corona-Schutzverordnung egal

Aber dann folgte im August endlich die Nachricht, auf die alle Fans der nordrhein-westfälischen Partyszene gewartet haben: Ab dem 20. August dürfen Clubs und Diskotheken öffnen - und sogar ihre Innenräume und unabhängig von der Inzidenz in ihrer Stadt.

Allerdings ist die Öffnung der Feierstätten an eine einfache Regel gebunden: So müssen alle Personen, die nicht geimpft sind, ab einer Inzidenz von über 35 einen negativen PCR-Test vorlegen. Geimpfte und Genesene sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

Tanzen in Innenräumen von Clubs und Diskotheken ist in NRW ab Freitag (20. August) wieder erlaubt.

Dortmunder Clubbesitzer Yves Gredecki ist optimistisch und will seinen „Weinkeller“ bald eröffnen

Für den Clubbesitzer Yves Gredecki, der in der Dortmunder Innenstadt den „Weinkeller“ betreibt, kommt die neue Corona-Schutzverordnung wie gerufen: „Endlich haben wir eine Öffnungsperspektive, das freut uns als Team natürlich sehr!“, sagt er im Gespräch mit RUHR24. Fügt aber gleichzeitig hinzu: „Obwohl wir jetzt öffnen können, werden wir dies erst mal noch nicht können. Wir müssen mit dem Gesundheitsamt unser Hygienekonzept abklären und Ware bestellen [...] Einen Bierkühlschrank hinstellen und Musik anmachen geht leider nicht.“

Gredecki mit strenger Corona-Regel für seinen Club: Ungeimpfte dürfen nicht rein

Das Gespräch mit dem Dortmunder Gesundheitsamt wird Gredecki in der kommenden Woche führen. Dann wird auch besprochen, wie viele Leute bald in den Weinkeller rein dürfen.

Für eine Personengruppe steht aber schon vor den Gesprächen mit dem Gesundheitsamt fest, dass sie auf keinen Fall im Weinkeller feiern wird: Ungeimpfte. Oder besser gesagt: freiwillig Ungeimpfte.

Ausgewählte Ungeimpfte dürfen unter bestimmter Voraussetzung trotzdem im Weinkeller feiern

Denn für Personen, die sich aktuell noch nicht impfen lassen können, weil es die Ständige Impfkommission (STIKO) nicht empfiehlt, will Gredecki eine Ausnahme machen. „Wir wollen niemanden benachteiligen, der nicht geimpft werden kann“, sagt er. Zu den Personen, für die aktuell noch keine Impfempfehlung vorliegt, zählen Schwangere und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. „Wir machen aus der 2G-Regel also quasi eine 2,5G-Regel.“

Auch für Personen, die zwar geimpft sind, deren 14-tägige Wartezeit aber noch nicht abgelaufen ist und die deshalb laut Verordnung als noch nicht vollständig geimpft gelten, denkt Gredecki über eine Lösung nach.

Gredecki: „Es ist eine freie Entscheidung, ob man sich impfen lassen will oder nicht!“

Bei allen anderen, die sich bewusst dazu entschieden haben, sich nicht impfen zu lassen, ist Gredecki streng: „Wir im Weinkeller sind Befürworter der Impfung, weil sie einfach vor schweren Krankheitsverläufen schützt [...] Wir haben unseren Gästen gegenüber eine Verantwortung und wollen nicht, dass einer von ihnen schwer erkrankt.“

Allerdings betont Gredecki auch, dass es selbstverständlich „eine freie Entscheidung“ sei, sich impfen oder eben nicht impfen zu lassen. „Dann sollte man allerdings auch mit den Konsequenzen leben und möglicherweise auf Dinge verzichten“, meint er. Wie beispielsweise das Feiern in seinem Weinkeller, der laut aktueller Planung am 1. September nach anderthalb Jahren Zwangspause wiedereröffnen wird. Und zwar mit seiner legendären „Zwei-Stunden-Party“, die vor Corona jeden Mittwoch stattfand.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa Florian Forth/RUHR24 Collage: RUHR24

Mehr zum Thema