Wegen Corona

Dortmund: Mega-Weihnachtsbaum wird abgebaut - das sind die Konsequenzen

Der Weihnachtsbaum von Dortmund wird im Corona-Jahr 2020 nicht aufgebaut.
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Der Weihnachtsbaum von Dortmund wird im Corona-Jahr 2020 nicht aufgebaut.

In Dortmund wird es in diesem Jahr keinen Mega-Weihnachtsbaum auf dem Hansaplatz geben. Was ist die Konsequenz daraus?

Dortmund - Die letzte Hoffnung auf wenigstens ein bisschen Weihnachtsstimmung in der City von Dortmund ist geplatzt: Der halbfertige Riesen-Weihnachtsbaum auf dem Hansaplatz wird wieder abgebaut. Neu-Oberbürgermeister Thomas Westphal (SPD) startet damit mit einer echten Hiobsbotschaft in seine Amtszeit als Stadtoberhaupt. Ende September hatte es noch geheißen, der Weihnachtsbaum werde trotz Corona aufgebaut - doch die steigenden Infektionszahlen haben die Planungen ab absurdum geführt.

Standort des WeihnachtsbaumsHansaplatz, Dortmund
Höhe / Grundfläche45 m / 400 m²
Bäume1.700 Rotfichten

Dortmund: Weihnachtsbaum wird nicht aufgebaut - Corona ist der Grund

„Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass wir uns in einer komplett neuen Situation befinden“, sagte Westphal am Dienstag (3. November) nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands von Dortmund. Man habe die Lage erörtert und sei zum Entschluss gekommen, dass es keinen Sinn ergebe, den Weihnachtsbaum aufzubauen. Erst vor einer Woche hatten Stadt und Schausteller die Absage für den Dortmunder Weihnachtsmarkt verkündet. Danach hatte es die Hoffnung gegeben, dass zumindest der Baum aufgebaut werden könne.

„Wir müssen jetzt umstellen von Sommer- auf Winterreifen“, machte Westphal am Dienstag bildlich die aktuelle Corona-Lage in Dortmund klar. Man müsse jetzt die Maßnahmen an die gegebene Situation anpassen, mehr Obacht auf sich und andere geben.

„Alarmglocke für uns alle“: Corona macht Weihnachtsbaum in Dortmund den Garaus

Westphal, der seit sechs Jahren Vorsitzender des Weihnachtsbaum e.V. ist, verwies dabei nicht nur auf die steigende 7-Tage-Inzidenz in Dortmund, sondern auch auf die steigende Zahl von Intensivpatienten mit Corona in den Dortmunder Krankenhäusern. „Das muss die große Alarmglocke für uns alle sein“, so Westphal.

Aber was haben Intensivpatienten mit Corona mit dem Weihnachtsbaum auf dem weitläufigen Hansaplatz in der Innenstadt von Dortmund zu tun? Offenbar fürchtet sich die Stadt vor Gruppenansammlungen und damit steigendes Infektionsrisiko auf dem Hansaplatz. Westphal: „Diese Entscheidung hat uns allen weh getan, natürlich hängen an diesem Baum Emotionen“, aber die aktuelle Lage habe es nicht zugelassen, den Baum aufzubauen.

Stadt übernimmt die Kosten für den Weihnachtsbaum von Dortmund

Durch die Entscheidung der Stadt Dortmund, den Weihnachtsbaum nicht aufbauen zu lassen, sollen den Schaustellern keine Kosten entstehen. Sie lassen das Wahrzeichen des Weihnachtsbaums Jahr für Jahr auf eigene Kosten durch eine private Firma errichten. Die Stadt bezuschusst einen Teil der Kosten.

In diesem Jahr übernimmt die Stadt Dortmund ausnahmsweise die kompletten Kosten dafür - so die Entscheidung des Stadtrats. Konkret geht es um eine Summe von maximal 300.000 Euro. Die Stadt geht davon aus, dass dieser Betrag unterschritten werde, da die Betriebskosten in diesem Jahr unterschritten würden. Der Rat entscheidet über die Übernahme der Kosten in einer Dringlichkeitsentscheidung am 12. November.

Video: Größter Weihnachtsbaum der Welt

Und was passiert mit den Bäumen? Immer hin werden Jahr für Jahr rund 1700 Rotfichten für den Bau des Weihnachtsbaums gefällt. Das, so Westphal, sei noch offen, man befindet sich in Beratungen, ob man damit noch „etwas anderes gestalterisches“ machen könne.