Einsatz am Wochenende

Mega-Treffen in Dortmund: Hunderte Raser in der City - Polizei greift hart durch

Der Wall in Dortmund ist ein beliebter Treffpunkt der Tuner- und Raserszene. Besonders seit der Corona-Pandemie. Jetzt griff die Polizei beispiellos hart durch.

Dortmund - Unter Rasern und Tunern ist der Wall in Dortmund schon lange eine bekannte und beliebte Rennmeile. Doch spätestens seit den Beschränkungen in der Corona-Pandemie und der fehlenden Alternativen, um sich die Samstagabende zu vertreiben, ist der Innenstadtring zu einem Treffpunkt für Hunderte aus der Szene geworden. In der Nacht zu Sonntag (10. Januar) griff die Polizei vor Ort nun aber hart gegen die Szene durch.

StadtDortmund
Einwohner59.604 (2019)
KontrollschwerpunktWallring

Dortmund: Polizeikontrolle am Treffpunkt der Raser-Szene auf dem Wall

Rasen, Posen, Daten, Driften - auf dem Wall in Dortmund ist an den Wochenenden regelmäßig viel los. Zu viel. Längst lockt der Treffpunkt am Wall nicht nur Raser in die City von Dortmund. Viele hundert Menschen aus der ganzen Region nutzen den Ort, um sich zu treffen. Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen sind dabei nur die eine Seite. In der vergangenen Nacht zog die Polizei zudem mehrere Fahrzeuge aus dem Verkehr, deren Betriebserlaubnis nach aufwändigem Tuning erloschen war.

Rund 700 Autos zählten die Beamten in der Stadt. Ab 21 Uhr am Samstagabend (9. Januar) hatte die Polizei angefangen, auf dem Wall in Dortmund verschärfte Kontrollen durchzuführen. Bis zum frühen Sonntagmorgen zog sich der Einsatz und konnte erst gegen 4.30 Uhr beendet werden „In der Nacht trafen immer wieder neue Fahrzeuge ein“, erklärt ein Sprecher der Polizei gegenüber RUHR24.de. Immer wieder sei es zu Hupkonzerten gekommen.

Raser auf dem Wall in Dortmund: Treffpunkt für Hunderte

Am Ende zählte die Polizei 160 Platzverweise, fünf „einkassierte“ Fahrzeuge und einen eingezogenen Führerschein. Dazu dutzende Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung. Doch mit der beispiellos harten Kontrolle in der vergangenen Nacht soll es das nicht gewesen sein. „Uns ist klar, das wir dauerhaft etwas dagegen unternehmen müssen“, erklärt der Polizeisprecher weiter.

Bei der Kontrolle der Raser-Szene am Dortmunder am Wall war auch ein Sicherungsschütze mit Maschinengewehr im Einsatz.

Nun aber demonstrierte die Polizei erst einmal, dass die ausufernden Treffen der Raser- und Tuner-Szene in Dortmund nicht einfach geduldet werden. Ab dem späten Abend war es vorbei mit der Durchfahrt auf dem Dortmunder Wall. Die Polizei sperrt den Innenstadtring und leitet den Verkehr auf die B54/Ruhrallee ab. Aus den vier für Wettrennen beliebte Fahrspuren, wurde eine.

Auf der verbliebenen Fahrspur kontrollierten die Einsatzkräfte jedes einzelne durchfahrende Fahrzeug. Abschleppfahrzeuge stehen die ganze Nacht bereit, um einige Fahrzeuge direkt aus dem Verkehr zu ziehen. Beobachter berichten, dass es für mindesten ein junges Paar schon direkt nach der Kontrolle nur noch zu Fuß weiterging.

Dortmund: Massives Aufgebot der Polizei bei Kontrolle der Raser-Szene auf dem Wall

Sogar ein Sicherungsschütze stand bereit, um seinen Kollegen bei der großangelegten Kontrollaktion Rückendeckung zu geben. Mit einem Maschinengewehr bewaffnet beobachtete der Polizist die sich abspielenden Szenen genau. Doch zu Zwischenfällen sei es in der Nacht laut Polizei nicht gekommen.

Doch auch wenn die Kontrolle aus Sicht der Polizei erfolgreich verlief: Für viele Anhänger der Szene wird die aufregende Kontrolle auch eine Abwechslung im eher tristen Nachtleben in der Corona-Pandemie gewesen sein. Es bleibt zu hoffen, dass die Polizei die Lage weiterhin so gut unter Kontrolle behält. Denn auch die Polizei befürchtet, dass sich Dortmund noch stärker zu einem Treffpunkt der Szene entwickeln könnte.

Rubriklistenbild: © news4 Video-Line/Markus Wüllner

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