Verkehr auf dem Wallring

Dortmund: Radikale Änderungen auf dem Wall geplant - Stadt hat vier Szenarien

An einer der wichtigsten Straßen in Dortmund stehen drastische Änderungen bevor. Verkehrsplaner stellen vier aktuelle Pläne für eine Verkehrswende auf dem Wall vor.

Dortmund - Der Wallring in Dortmund soll grundlegend umgestaltet werden. Die vier aktuellen Szenarien, die die Stadt für die Neuorganisation des Verkehrs vorstellt, zeigen, dass die Verkehrsplaner nicht zimperlich vorgegangen sind. Vor allem jenen, die bisher absoluten Vorrang auf dem Wall genossen, soll es an den Kragen gehen.

StadtDortmund
Einwohner588.250 (2020)
Fläche280,7 km²

Dortmund: Aktuelle Pläne für den Wall sollen Verkehrswende herbeiführen

Weniger Platz für den Autoverkehr, mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr - der Kern der vier möglichen Szenarien für eine verkehrliche Umgestaltung des Walls in Dortmund ist nahezu gleich. Drei Spuren rasender Autoverkehr in jede Fahrtrichtung? Das könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn bei der Planung für ein neues Aussehen der wichtigsten Ringstraße um Dortmund legten die Planer offensichtlich eine radikale Denkweise vor: Das Angebot für Radfahrer und Fußgänger könnte sich gravierend verbessern.

Für die drastischen Änderungen, die die Stadt Dortmund am Wall plant, ist eine Verkehrsuntersuchung der erste Schritt. Der Umbau der wichtigen Dortmunder Straße soll eine Verkehrswende herbeiführen und so zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Verkehr beitragen. Dazu stehen in Dortmund aktuell vier Szenarien zur Debatte, die ein Ingenieurbüro im Auftrag der Stadt entwickelt und untersucht hat.

Verkehr auf dem Wall in Dortmund - Szenario 1: Umweltspur im Norden

Bei dieser Variante wird im nördlichen Bereich des Wallrings in Dortmund eine Umweltspur eingerichtet. Eine solche Spur wäre für Busse und Fahrradfahrer reserviert. Auf Königswall und Burgwall, zwischen Westentor und Bornstraße, müsste der Autoverkehr dabei in jeder Fahrtrichtung mit einem Fahrstreifen weniger auskommen.

Planfall 1 für den Dortmunder Wall: Umweltspur im Norden

Vor dem Hauptbahnhof stünden Autofahrern dann nur noch zwei anstatt drei Spuren zur Verfügung. Für dieses Szenario sprechen die Planer von einem geringen Eingriff in die jetzige Verkehrssituation auf dem Wall. Die Verlagerung des Autoverkehrs auf andere Straßen wäre nur in geringem Maße zu erwarten.

Verkehr in Dortmund - Szenario 2: Der Wall wird zur Einbahnstraße

Die zweite Variante sieht dagegen eine deutlich drastischere Veränderung auf dem Wall in Dortmund vor. In diesem Szenario spielten die Planer eine Einbahnstraßenregelung auf dem Wall durch. Autos dürften dann nur noch im Uhrzeigersinn auf dem Wall um Dortmund fahren. Die inneren Spuren würden komplett Radfahrern und Fußgängern zur Verfügung stehen. Zudem wäre viel Platz für Begrünung und Aufenthaltsfläche.

Planfall 2 für den Dortmunder Wall: Einbahnstraße auf dem Wall

Aber auch für den Autoverkehr bietet diese Variante durchaus Vorteile: Auf den Straßen, die zum Wall hinführen, würde der gesamte Linksabbiegerverkehr wegfallen. Die verkehrlichen Auswirkungen wären bei dieser Variante auch auf die umliegenden Hauptstraßen erheblich.

Aktuelle Pläne für Dortmunder Wall - Szenario 3: Fahrstreifen für den Radverkehr

Statt drei Spuren für den Autoverkehr fällt eine Spur nach dieser Variante komplett dem Radverkehr am Wall zu. Autofahrer müssen sich dann mit zwei Fahrspuren begnügen. Anders als es das erste Szenario vorsieht, würde es sich in diesem Fall ausschließlich um eine Radfahrerspur handeln, nicht um eine Umweltspur. Busse würden also weiter im normalen Autoverkehr in Dortmund mitfahren.

Planfall 3 für den Dortmunder Wall: Fahrstreifen für den Radverkehr

Die Auswikunge nauf das umliegende Straßennetz wären bei dieser moderaten Veränderung des Walls eher sacht.

Wallring in Dortmund - Szenario 4: Unterbrechung des Walls am Hauptbahnhof

Diese radikale Variante sieht eine Unterbrechung des gesamten Autoverkehrs zwischen Bahnhofstraße und Freistuhl vor. Der Platz vor dem Hauptbahnhof Dortmund würde dann völlig frei vom normalen Autoverkehr gehalten werden. Ausgenommen wären nur Busse und Taxen - sie dürften den Hauptbahnhof weiter anfahren.

Planfall 4 für den Dortmunder Wall: Freiraum vorm Hauptbahnhof

Der großzügige freie Raum zwischen Fußballmuseum, Bibliothek und Hauptbahnhof soll zudem um Umweltspuren ergänzt werden, die auf dem Königswall und Burgwall an den freien Raum vor dem Hauptbahnhof anschließen.

Die Folgen für das umgebende Straßennetz wäre in diesem Fall allerdings erheblich und würde vor allem die nördlichen Ausweichrouten über die Grüne Straße und Steinstraße betreffen.

Mehr Platz für Fahrradfahrer: Dortmunder Innenstadt soll emmissionsfrei werden

Der vollständige Umbau des Wallrings soll laut Stadt zwar erst in einigen Jahren erfolgen, bis dahin soll aber im Bereich des Schwanen- und Ostwalls bereits das Angebot für Radfahrer deutlich verbessert werden. Der Bau der Fahrradstraßen in den nächsten zwei Jahren hatte der Rat der Stadt Dortmund bereits im Oktober dieses Jahres beschlossen. Auch die Lücke zwischen Innenstadt und RS1 soll über Fahrradstraßen geschlossen werden.

Insgesamt scheint es, als stehe der Stadt Dortmund Großes bevor - denn nun wird abermals deutlich, dass sich die Planer der Stadt die „emissionsfreie Innenstadt“ als großes Ziel auf die Fahnen geschrieben haben.

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