Landtagswahl in NRW

Wahlergebnisse in Dortmund zeigen drei Besonderheiten

Das Land NRW hat gewählt. Die Wahlergebnisse in Dortmund offenbaren gleich mehrere Auffälligkeiten.

Dortmund – Am Sonntag (15. Mai) haben die Bürger im bevölkerungsreichsten Bundesland einen neuen Landtag gewählt. Nun werden die Wahlergebnisse der jeweiligen Wahlkreise statistisch ausgewertet. Dabei fallen nicht nur landesweit einige Zahlen auf, sondern auch die Wahlergebnisse in Dortmund zeigen einige Besonderheiten.

WahlNRW-Landtagswahl 2022
DatumSonntag, 15. Mai 2022
EreignisAuffälligkeiten in den Wahlergebnissen von Dortmund

Wahlergebnisse in Dortmund: Diese Besonderheiten fallen bei der Auswertung der Ergebnisse auf

Wie sich Dortmunds Wählerschaft entschieden hat, zeigen zahlreiche Wahlstatistiken der Stadt Dortmund. Dort wird deutlich, dass die Grünen bei der diesjährigen Landtagswahl in jedem Stadtbezirk Wähler hinzugewinnen konnte. Gerade in den Innenstadt-Bezirken kann die Partei viele Wähler für sich gewinnen.

Die Grünen erreichen in Dortmund rund 20,9 Prozent und legen damit im Vergleich zum Wahlergebnis 2017 mit 13,6 Prozent deutlich zu. Diese Entwicklung lässt sich auch im landesweiten Ergebnis feststellen. Nach Informationen der DPA ist die Wahrscheinlichkeit einer grünen Regierungsbeteiligung hoch. Die Partei gelte jetzt als sogenannter „Königsmacher“, da eine Koalition ohne die Grünen als eher unwahrscheinlich gilt, so das ZDF.

Die NRW-Spitzenkandidatin Mona Neubaur (2.v.r) freut sich nach den ersten Prognosen am Sonntag (15.5.) bei der Wahlparty der Grünen.

Wahlergebnisse in Dortmund: Geringe Wahlbeteiligung – in der Nordstadt wählt nur jeder Dritte

Die Wahlbeteiligung fiel bei der diesjährigen Landtagswahl in NRW auffällig gering aus. In Dortmunds Stadtbezirken zeigt sich dieser Trend besonders in der Nordstadt mit einer Wahlbeteiligung von nur 33,2 Prozent. Demnach wählte dort nur etwa jeder Dritte. Zudem lässt sich eine sichtbare Trennlinie zwischen sozial-schwächeren Stadtgebieten im Norden und dem sozial-stärkeren Süden von Dortmund feststellen.

Nicht nur die Wahlbeteiligung fällt im Süden höher aus als im Norden, sondern auch im Anteil der gewählten Parteien des jeweiligen Bezirks lassen sich eindeutige Unterschiede ermitteln. So hat die AfD beispielsweise in nördlichen Bezirken wie Mengede, Eving und Scharnhorst deutlich besser abgeschnitten, mit Ergebnissen bis zu 9 Prozent als in der westlichen und östlichen Innenstadt.

Auch die SPD hat besonders im Norden von Dortmund viele Wählerstimmen gewinnen können. Die FDP hat hingegen nur im Süden Dortmunds in Bezirken wie Homburch und Hörde die 6-Prozent-Marke geknackt. Damit zeigen sich auch in der Verteilung der Wählerstimmen im jeweiligen Bezirk deutliche Interessensunterschiede der Wählerschaft.

Die Landtagswahl in NRW zeigt eine geringe Wahlbeteiligung.

Wahlergebnisse in Dortmund: Briefwahl erneut beliebte Alternative zum Wahllokal

Dieses Jahr hat der Anteil der Briefwähler in Dortmund im Vergleich zu 2017 zugenommen. Schon bei der Bundestagswahl im Jahr 2021 wurden deutlich mehr Briefwahlstimmen abgegeben als bei der vorherigen Wahl. Grund dafür könnte die Corona-Pandemie und entsprechende Empfehlungen zu Kontaktbeschränkungen gewesen sein (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Auch der Anteil der Briefwähler erhöhte sich in Dortmund wie bereits in den letzten Wahljahren.

In Dortmund fällt zudem auf, dass Wahlberechtigte im Norden eher im Wahllokal wählen. In südlichen Stadtteilen wie Aplerbeck lag der Anteil der Briefwähler bei 54,4 Prozent und damit knapp 15 Prozentpunkte höher als in der Nordstadt. Die folgende Liste zeigen die Wahlergebnisse der jeweiligen Wahlkreise in Dortmund im Überblick:

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