17-seitiger Maßnahmenkatalog

Kein Diesel-Fahrverbot in Dortmund! Jetzt wird diese Top-Route zur 30er-Zone

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Der Verkehr auf der B1 in Dortmund soll weniger werden.

In Dortmund darf weiter Diesel gefahren werden. Ein Verbot ist abgewendet. Dafür gibt es andere Maßnahmen: Eine Top-Route wird zur 30er-Zone.

  • In Dortmund wird es kein Diesel-Fahrverbot geben.
  • Jetzt muss die Stadt zahlreiche Maßnahmen umsetzen, um die Stickoxid-Werte zu senken.
  • Betroffen davon sind die B1, die Ruhrallee sowie die Brackeler Straße.

Dortmund - Die Stadt Dortmund ist im Streit mit der Deutschen Umwelthilfe (DUH) um ein Diesel-Fahrverbot herumgekommen. Stadt, Land und DUH haben dem Vergleich zugestimmt. Nun muss die Kommune einen 17 Seiten langen Maßnahmenkatalog umsetzen. Damit soll der Grenzwert für Stickstoffdioxid (40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) eingehalten werden.

Dortmund: Maßnahmen an B1, Brackeler Straße und B54

Update, Mittwoch (22. Januar), 16.45 Uhr: Um die Stickoxid-Werte an den Messstellen in Dortmund unter den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu senken, hat das Oberverwaltungsgericht Münster der Stadt einige Hausaufgaben erteilt. Das sorgt dafür, dass die Verkehrswende in Dortmund neuen Schwung bekommt

Das sind die wichtigsten kurzfristigen Maßnahmen in dem ersten Maßnahmenpaket (PDF):

  •  Generelles Durchfahrverbot für Lastwagen auf der B1: Lkw schwerer als 7,5 Tonnen dürfen künftig nicht mehr über die B1 in Dortmund fahren. Der Verkehr soll stattdessen auf den Autobahnring (A1, A2, A45) verlagert werden. Einsparung: 20 Prozent Verkehr. Umsetzung: 1. Quartal 2020.

  •  Tempolimit und Umweltspur am Borsigplatz: Die Brackeler Straße bekommt ab rund einem Kilometer vor dem Borsigplatz eine Umweltspur. Erlaubt sind hier nur Busse, E-Autos und Fahrräder. Da es dadurch für herkömmliche Autos enger wird, hofft die Stadt auf Verdrängung - im besten Fall auf andere Verkehrsmittel. Außerdem kommt hier Tempo 30. Einsparungen: Fast 5000 Autos pro Tag weniger. Umsetzung: Spätestens März.

  • Tempo 30 auf dem Ruhrallee (B54) und Ampelsteuerung: Zwischen B1 und dem Stadtring gilt künftig Tempo 30. Zudem soll durch die Fußgängerampel der Verkehrsfluss verringert werden (Pförtnerung). Dadurch sollen hier fast 7000 Autos pro Tag weniger fahren. Umsetzung: Ende Mai 2020.

Dortmund: Kein Diesel-Fahrverbot, dafür zahlreiche Maßnahmen

Update, Mittwoch (22. Januar), 12.41 Uhr: Vorgesehen sind in dem Vergleich etwa ein generelles Durchfahrtsverbot für Lastwagen auf der B1. Dies galt bislang nur nachts. Es soll in den kommenden zwei Monaten eingerichtet werden. Auch auf der Ruhrallee soll der Verkehr um bis zu 20 Prozent verringert werden.

Zudem soll an der Brackeler Straße in Richtung Borsigplatz eine Umweltspur entstehen. Dort dürfen künftig nur Fahrzeuge mit E-Kennzeichen, Fahrräder sowie Busse und Bahnen fahren. Außerdem gilt dort künftig ein Tempolimit von 30 statt 40 Kilometern in der Stunde.

Hier soll in Dortmund die erste Umweltspur entstehen.

Zudem soll die Verkehrswende hin zu mehr und saubererem öffentlichen Nahverkehr sowie Radverkehr forciert werden. Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH ist mit dem Ergebnis zufrieden: "Der vorliegende Vergleich ändert diesen gesetzeswidrigen Zustand und sorgt für saubere Luft in Dortmund."

Update, Mittwoch (22. Januar), 11.45 Uhr: Ein Diesel-Fahrverbot für Dortmund ist offenbar vom Tisch. Das berichten die Ruhr Nachrichten. Demnach sollen stattdessen spezielle Ampelschaltungen und Temporegelungen geplant sein. Dies war bereits in anderen Städten wie Essen vereinbart worden. Eine offizielle Bestätigung dieser Informationen wird in Kürze erwartet.

Entscheidung nach Schlichtung: Diesel-Fahrverbot in Dortmund?

Ursprungsmeldung: Fahrverbote für ältere Diesel - in einigen Städten in Deutschland gibt es sie bereits, etwa in Hamburg oder Stuttgart. Ob es zu einem Diesel-Fahrverbot auch in Dortmund kommen wird, wird am Mittwoch (22. Januar) bekannt gegeben. Doch eine Tendenz ist schon an die Öffentlichkeit gelangt.

Während der Diskussion um den Luftreinhalteplan für die Stadt Dortmund war es zwischen dem Land, der Stadt Dortmund und der Deutschen Umwelthilfe zu einem Streit gekommen. Die Schlichtungsgespräche fanden dann vor dem Oberverwaltungsgericht Münster statt, das zwischen den Parteien vermittelte.

Doch bereits am Dienstag (21. Januar) sind erste Informationen an die Öffentlichkeit gekommen. Demnach soll die Schlichtung, die rund vier Stunden dauerte, erfolgreich gewesen sein. In einer Einladung zu einer Pressemitteilung sprach die Stadt Dortmund von einer Einigung auf Grundzüge.

EU-Grenzwerte an einigen Stellen in Dortmund überschritten 

Der Grund für das geforderte Fahrverbot von älteren Diesel-Fahrzeugen sind zu hohen Stickstoffdioxid-Werte in den Städten. Zum Schutz der Umwelt sollen diese den EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter nicht überschreiten. In Dortmund wurde dieser Wert in den vergangenen Monaten immer mal wieder überschritten. Für die Deutsche Umwelthilfe ein Grund, auf ein Fahrverbot zu pochen.

Die Stadt hingegen möchte generelle Diesel-Fahrverbote in Dortmund verhindern. Daher hat sie bereits einige Maßnahmen auf den Weg gebracht, die für eine Verbesserung der Luftqualität Sorgen sollen. An zwei Messstellen gibt es dennoch immer wieder zu hohe Stickstoffdioxid-Werte.

Stadt Dortmund gegen Diesel-Fahrverbot

Eine dieser Stellen befindet sich an der B1, die mit circa 100.000 Fahrzeugen täglich zu den Hauptverkehrswegen in der Stadt zählt. Mindestens 7.000 Wagen davon sollen Lkw sein, die zukünftig allerdings nicht mehr dort fahren sollen. Um die Werte an dieser Messstelle zu verbessern, hat die Stadt Dortmund 2019 ein Lkw-Durchfahrtsverbot für die B1 auf den Weg gebracht.

Wie genau das aussehen soll, steht noch nicht fest. Kritik gibt es aber schon jetzt: Wenn die Lkw nicht mehr über die B1 fahren, werden sich die Fahrer andere Wege suchen und damit andere Straßen belasten. Die zweite Messstelle, an der die Werte zu hoch sind, ist die Brackeler Straße in der Nähe des Borsigplatzes. 

Video: Fahrverbot für Diesel-Autos - das ist der Grund dafür 

Um die Stickstoffdioxid-Werte zu verbessern, hat die Stadt hier bereits Blitzer aufgestellt und ein Fahrverbot für den Schwerlastverkehr ausgesprochen. Doch neben den beiden Messstellen und mit ihnen verbundenen Maßnahmen soll noch viel mehr passieren. Ob ein Diesel-Fahrverbot dazu gehören wird, wird sich am Mittwoch herausstellen.

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