Prozess

Dortmund: Keine Beweise für Vergewaltigung in Klinikum – Arzt freigesprochen

Ein Arzt des Dortmunder Klinikums soll eine Patientin vergewaltigt und ihr dann Schweigegeld angeboten haben. Der Prozess wurde für ihn enstchieden.

Update, (23. Juni), 14.15 Uhr: Dortmund – Nach drei Monaten und elf Verhandlungstagen wurde der Klinikarzt aus Dortmund von dem Vorwurf der Vergewaltigung und des sexuellen Missbrauchs freigesprochen, wie sein Anwalt Rüdiger Deckers in einer Mitteilung an RUHR24 schreibt. Das Gericht habe dem Bericht des vermeintlichen Opfers nicht geglaubt. Es habe zu viele widersprüchliche Aussagen gegeben.

Gericht Landgericht Dortmund
AngeklagterBakar W. (37 Jahre alt)
FallZweifacher sexueller Missbrauch an einer Patientin

Anklage: Dortmunder Patientin als Notfall eingeliefert und schamlos ausgenutzt

Erstmeldung, (21. März), 10.20 Uhr: Es sind entsetzliche Vorwürfe, mit denen der Prozess vor dem Landgericht Dortmund am Donnerstag (17. März) beginnt. Ein 37-jähriger Klinikarzt muss sich dort verantworten, seine Patientin mehrfach sexuell missbraucht zu haben. Anschließend habe er ihr eine Pizza sowie 20 Euro angeboten, um sich das Schweigen der Frau zu erkaufen, wie die WAZ zuvor berichtete (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Die Patientin soll 2017 als Notfall in die Medizinische Klinik Nord des Klinikums Dortmund eingeliefert worden sein. Bei einer Ultraschalluntersuchung sei es zu dem ersten sexuellen Missbrauch und der Vergewaltigung gekommen, wie die Anklage dem Mediziner Bakar W. vorwirft.

Nur drei Stunden später habe er die junge Dame in sein Büro bestellt, um den Vorfall zu vertuschen. Dabei soll er sie gebeten haben, über die Vergewaltigung Stillschweigen zu bewahren. Um sich dieses zu erkaufen, so die Anklage, bestach er die Patientin mit 20 Euro und einer Pizza.

Noch während des Gesprächs und des zuvor erkauften Schweigens der Dame, soll es zum zweiten sexuellen Missbrauch gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft hat bereits 2019 gegen den 37-jährigen Bakar W. Anklage erhoben, doch aufgrund dringlicherer Straftaten, wurde diese vorerst aufgeschoben.

Dortmunder Mediziner streitet die Vorwürfe ab

Zu derartigen Taten sei es nicht gekommen, bestreitet der Arzt. Nun steht, wie oft bei Sexualdelikten – Aussage gegen Aussage. Aufgrund der psychischen Erkrankung der Dame sei der Fall besonders schwierig zu beurteilen, weswegen schon drei psychologische Gutachter hinzugezogen wurden, um die Glaubwürdigkeit der Frau zu überprüfen.

In Dortmund wird einem Klinikarzt mehrfacher sexueller Missbrauch einer Patientin vorgeworfen.

Der Anwalt des Arztes habe außerdem den Ausschluss der Öffentlichkeit für das gesamte Verfahren beantragt. Der Bild zufolge kam das Landgericht dieser Forderung jedoch nur in Teilen nach. Die Öffentlichkeit wurde anfangs nur für die Vorlesung der Anklageschrift ausgeschlossen – aus Schutz der Privatsphäre und den medizinischen Details der Patientin.

Rubriklistenbild: © Klinikum Dortmund

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