Vor Verbrennungen schützen

Dortmund: Ärztin warnt vor fatalem Fehler nach Unfall beim Grillen – was man auf keinen Fall tun sollte

Die Grill-Saison ist in vollen Gang. Und immer wieder kommt es zu Unfällen durch unerwartete Stichflammen oder kippende Grills. Besonders für Kinder eine große Gefahr!

Dortmund - Unbeobachtet läuft der Einjährige zum Grill und patscht mit seinen kleinen Händchen auf den heißen Rost - beide Hände tragen heftige Verbrennungen davon. Jetzt heißt es: Kühlen und ab zum Arzt. Oder doch gleich ins Krankenhaus? Womit sollte die Verbrennung überhaupt gekühlt werden - Wasser? Eis? Oder das auf keinen Fall? Der nette Grillabend jedenfalls findet ein jähes Ende. Damit das nicht passiert, warnt das Klinikum Dortmund vor Gefahren am Grill.

Klinikum Dortmund gGmbHvormals Städtische Kliniken Dortmund
AdresseBeurhausstraße 40, 44137 Dortmund
Ärzte565

Klinikum Dortmund Ärztin warnt vor Unfällen am Grill

Damit ein solcher Grill-Unfall nicht zu Narben oder Entstellung beim Kind führen, rät Claudia Hollborn, Oberärztin in der Klinik für Kinderchirurgie im Klinikum Dortmund dringend dazu, sich die Gefahren für Kinder bewusst zu machen - und sie dann auch zu vermeiden. Für den Fall der Fälle sollten Eltern zudem wissen, wie die Verbrennung erstversorgt werden muss.

Ein Problem beim Grillen: Damit die Kohlen schneller heiß und die Wurst endlich schön knusprig wird, greifen viele zu flüssigem Brandbeschleuniger. Doch damit wird das Grillgut nicht nur zur Gesundheitsgefahr beim Verzehr, Spiritus und Co. können außerdem schnell und unvermittelt Stichflammen oder explosionsartige Verpuffungen auslösen.

Für Erwachsene sind diese unerwarteten Flammen meist kein Problem. Für Kinder allerdings schon. Von der Flamme oft völlig überrascht befinden sie sich zudem meist auf Augenhöhe mit dem Grill weiß die Ärztin vom Klinikum Dortmund (mehr News aus Dortmund auf RUHR24.de).

Grill-Saison: Verbrennungen für Kinder äußerst gefährlich

Die Folgen können schwerwiegende Verbrennungen sein. „Nicht selten bleiben Narben, Entstellungen oder funktionelle Einschränkungen zurück. Dann kann das Kind zum Beispiel das Handgelenk nicht mehr richtig bewegen“, warnt Claudia Hollborn. Genau davor wolle sie daher warnen und Eltern - auch in diesem Jahr - erneut aufklären.

Die Sorge der Ärztin aus Dortmund ist absolut nicht unbegründet. Denn: „Sobald das Wetter dazu einlädt und vermehrt gegrillt wird, erhöht sich leider auch immer noch die Zahl der Kinder, die mit Brandverletzungen bei uns eingeliefert werden“, so Hollborn. Die Verletzungen bei den Kleinsten betreffen meist die Arme und das Gesicht - die Körperstellen, die sich am nächsten am Grill befinden.

Leichte Verbrennungen, so die Ärztin, sollten sofort gekühlt werden. Allerdings sollte dazu keine Wasser verwendet werden, was kälter als 20 Grad ist. Stattdessen sollten Verbrennungen mit lauwarmem Wasser gekühlt werden. Bei schweren Verbrennungen sollte immer zusätzlich ein Rettungsdienst gerufen werden.

Denn wenn die Verbrennung zu stark sei, reiche eine Kühlung nicht mehr, so die Dortmunder Kinderärztin. Dann müsse Haut transplantiert werden. Problemlos ist das nicht: „Häufig behalten die Kinder dann Narben zurück und das für ihr Leben lang“, so Hollborn.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa/Klinikum Dortmund; Collage: Ruhr24