Innovation

TU-Dortmund beschäftigt jetzt Roboter – „Tory“ soll in Zukunft durch Gebäude führen

In der Universitätsbibliothek der TU-Dortmund suchen künftig vier Roboter nach verschollenen Büchern.

Dortmund – In der TU-Dortmund sind seit kurzem neuartige Roboter für die Inventur in der Universitätsbibliothek zuständig – zumindest in der Nacht. Für die Mitarbeiter bedeutet dies nicht nur eine große Arbeitserleichterung, sondern mit den Robotern sind auch weitere Innovationen für die Universität geplant (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Universität Technische Universität Dortmund
OrtDortmund
Gründung16. Dezember 1968

In der TU-Dortmund sucht „Tory“ nach Büchern

Er ist mannshoch, trägt eine pinke „Hose“ und hat eine gemächliche Natur: Die Rede ist von dem Roboter „Tory“, der seit kurzem selbstständig durch die Regalreihen der Universitätsbibliothek der TU Dortmund fährt und bei der Sortierung der Bücher hilft. Vier Exemplare rollen aktuell durch die Zentralbibliothek und einer der Emil-Figge-Bibliothek.

Bislang kommen die „Torys“ nur in der Nacht zum Einsatz und drehen sich dabei ab und an gemächlich nach links oder rechts. „Für die Mitarbeitenden ist das eine sehr große Arbeitserleichterung“, sagt Michael Schaarwächter, zuständig für die IT der Universitätsbibliothek und Leiter des Roboter-Projekts. „Bislang mussten verstellte Bücher sehr mühselig händisch in den Regalen aufgespürt werden.“ Doch „Tory“ bietet mehr als nur eine Entlastung.

Roboter erleichtern an der TU Dortmund die Büchersuche.

TU-Dortmund beschäftigt neue Roboter – „Tory“ findet Bücher mit Radiowellen

Hersteller ist die Firma MetraLabs aus Ilmenau. An einem magentafarbenen Unterbau mit Rollen ist eine Stange befestigt, das „Skelett“ des Roboters, wie die Universität mitteilt. An diesen Stangen befinden sich 16 Antennen auf unterschiedlichen Höhen. Sie sind in der Lage, die sogenannten RFID-Streifen (radio-frequency identification) in den Büchern und anderen Medien zu lesen. RFID ist eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme. Damit lassen sich mittels Radiowellen Gegenstände automatisch und berührungslos aufspüren.

RFID-Chips werden unter anderem bereits im deutschen Reisepass, bei Zugangssystemen wie beispielsweise an Skiliften oder beim kontaktlosen Bezahlen mit Bankkarten verwendet. Dadurch kann „Tory“ die genaue Position eines Buches oder anderen Medium auf 50 Zentimeter ermitteln. „Mit diesem System können wir die Medien der Bibliothek in Zukunft flexibler aufstellen“, erklärt Schaarwächter.

TU-Dortmund beschäftigt neue Roboter – „Tory“ soll in Zukunft durch das Gebäude führen

Wie die Universität erklärt gehen sind mit den „Torys“ auch noch weitere Projekte geplant, die über die bloße Sortierung der Bücher hinausgehen. Für den Neubau der Bibliothek, mit dem 2023 begonnen werden soll, ist geplant, eine Indoor-Navigation einzurichten. Ähnlich wie die Navi-Funktion im Smartphone funktioniert, könne „Tory“ die Studierenden und andere Besucher direkt zu dem gewünschten Medium führen.

„Unser Ziel ist, Serviceleistungen in der Bibliothek durch die Automatisierung möglichst lange zur Verfügung zu stellen – auch nach Dienstschluss der Servicemitarbeiter um 18 Uhr“, sagt Schaarwächter. 

Rubriklistenbild: © TU Dortmund

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