Polizei bereitet sich auf Samstag vor

"Die Null muss stehen" - Dortmunds OB Ullrich Sierau mit dringendem Appell vor Geisterderby und Corona-Protesten

Die Stadt Dortmund bereitet sich am Samstag gleichzeitig auf das Derby und Corona-Demos vor.
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Die Stadt Dortmund bereitet sich am Samstag gleichzeitig auf das Derby und Corona-Demos vor.

Die Stadt Dortmund bereitet sich auf einen turbulenten Samstag (16. Mai) vor. Neben dem Derby zwischen dem BVB und Schalke 04 werden erneut Corona-Demos erwartet.

  • Die Stadt Dortmund erwartet nicht nur wegen des Derbys zwischen dem BVB und Schalke 04 einen ereignisreichen Samstag.
  • Oberbürgermeister Ullrich Sierau und Polizeipräsident Gregor Lange rechnen auch mit erneuten Demos gegen die Coronavirus-Maßnahmen.
  • Man hofft auf die Vernunft der Menschen - bereitet sich aber auch auf die Unvernunft mancher vor.

Dortmund - Eine Krise schweißt die Menschen zusammen. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (64) ausgerechnet Schalke-Legende Huub Stevens (66) zitiert, um an die Vernunft der Menschen vor dem Derby zwischen dem BVB und dem S04 (zum Live-Ticker) am Samstag zu appellieren.

Dortmund: Ullrich Sierau appelliert an die Fans vor dem Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04

Denn genau das tat der 64-Jährige auf einer Pressekonferenz vor dem Geisterderby am 26. Spieltag der Bundesliga im Signal Iduna Park in Dortmund. "Die Null muss stehen - nicht im Spielverlauf, aber in der Infektionskette. Ich denke, Huub Stevens würde das durchaus unterstützen."

Um das zu gewährleisten, ruft Ullrich Sierau dazu auf, das Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 allenfalls in "dosierten Gruppen" gemeinsam im Free- oder Pay-TV zu verfolgen. Optimistisch stimmt ihn dabei, dass das "Bündnis Südtribüne" seinen Aufruf erneuert, dem Stadion fernzubleiben und Ansammlungen von Fans zu verhindern.

Auch aus Gelsenkirchen gebe es bislang keine Hinweise darauf, dass sich die organisierte Fanszene in großen Gruppen versammeln oder gar den Weg nach Dortmund (alle Artikel auf RUHR24.de) antreten wird. Das erklärte der ebenfalls auf der Pressekonferenz anwesende Dr. Christian Hockenjos, Direktor Organisation beim BVB.

Dortmund: Polizeipräsident Gregor Lange sieht Derby zwischen BVB und S04 als "Chance für die Fans"

Den Appell unterstützt auch der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange. "Die Fans erhalten die Chance zu zeigen, dass die Wiederaufnahme des Spielbetriebs kein Fehler war." Gleichwohl bereitet sich die Polizei Dortmund auf einen intensiven Samstag vor.

Immerhin rechne man am Samstag erneut mit Demonstrationen gegen die ergriffenen Corona-Maßnahmen. "Wir werden den Auftrag des Infektionsschutzes wahrnehmen und die Sicherheit für alle gewährleisten. Unvernünftiges und gefährliches Verhalten werden wir mit den Kräften unserer Stadt unterbinden", so Gregor Lange.

Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau will einen Missbrauch des Derbys zwischen dem BVB und Schalke 04 verhindern.

So soll auch verhindert werden, dass das Derby von all jenen als Plattform genutzt wird, die dieser Tage mit kruden Verschwörungstheorien und rechtem Gedankengut für Aufsehen sorgen. Ullrich Sierau sagt dazu: "Das Derby wird nicht für politische Süppchenkocherei missbraucht. Wir sind optimistisch, dass wir ein gutes Konzept entwickeln werden."

Stadt Dortmund arbeitet mit Polizei an Konzept für Derby und Anti-Corona-Demos

Wie genau dieses Konzept aussehen wird, gaben die Verantwortlichen nicht preis. Auch nicht, an welchen Hotspots in der Stadt mit Menschenansammlungen gerechnet wird. "Wir wollen niemanden einladen", so Gregor Lange. In der Dortmunder Innenstadt rechne man aber in jedem Fall mit einem erneuten Versammlungsgeschehen.

Die Polizei sieht hier die Gefahrenlage, dass sich unter dem Vorwand der Corona-Einschränkungen auch solche Menschen versammeln, die für das genaue Gegenteil der artikulierten Bedenken an den Einschränkungen der Grundrechte eintreten. Der Appell lautet deshalb, sich besonnen zu verhalten und nicht instrumentalisieren zu lassen.

Das Konzept der Polizei Dortmund sei laut Gregor Lange "flexibel aufgestellt". "Wir müssen unterschiedliche Situationen im Blick behalten. Wir appellieren deshalb an die Vernunft der Menschen. Unser Konzept ist aber auch auf Unvernünftige ausgerichtet."

In Dortmund gelten am Derby-Samstag strenge Regeln in der Gastronomie - stichprobenartige Kontrollen

Die Gefahr des "Rudelguckens" in der Gastronomie nimmt die Stadt Dortmund ebenfalls ernst. Dazu wird es Zugangskontrollen, Sitzplatzzuweisungen, kontrollierte Anwesenheitszeiten und auch eine Sitzplatzpflicht geben. Die Einhaltung dieser Maßnahmen werde stichprobenartig kontrolliert und bei Verstoß entsprechend geahndet.

Video: Doll zum Geister-Derby: "Es braucht innere Wucht"

Die Regeln gelten vor, aber insbesondere auch während der 90 Minuten. "Einen Torjubel, wie wir ihn sonst kennen, darf es in der Gaststätte und in den Außenbereichen nicht geben", macht Ullrich Sierau deutlich.