Kritische Äußerung

Dortmund: Linke-Chef polarisiert mit Facebook-Post zum Ukraine-Krieg

Der Dortmunder Linke+-Chef hat mit Facebookposts zum Ukraine-Krieg Empörung ausgelöst.

Dortmund – Der Vorsitzende der Dortmunder Ratsfraktion „Die Linke+“ hat sich auf Facebook kritisch zu dem Umgang mit dem Ukraine-Krieg geäußert. Bei vielen Menschen sorgte er damit für Fassungslosigkeit, wie die Ruhr Nachrichten zuvor berichteten (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

Dortmund: Fraktionschef der Linke+ gewagte Posts zum Ukraine-Krieg – Putin-Jargon

Auf Facebook ist das Entsetzen der Menschen zu Kowalewskis Aussagen deutlich zu spüren, wenn Kommentare im Putin-Jargon zu lesen sind wie: „Putin hat die Sonderoperation schließlich dem Parlament vorgelegt und einstimmige Zustimmung erhalten“ oder er von „widerlichen Hetzreden“ der Regierung im Bundestag spricht.

Denn eine einseitige Schuldzuweisung an Putin sei dem Dortmunder zu wenig, er gehe „tiefer“. Schuld an der Eskalation sei auch die „Großmannssucht“ der Deutschen und die Nato, die Spielchen mit Putin treibe. Doch natürlich sei auch Putin ein Verbrecher.

Utz Kowalewski will Oberbürgermeister von Dortmund werden.

Ihn treibe dadurch die Sorge um, „dass die Eskalationsspirale uns alle zerstört“, sagt er den Ruhr Nachrichten. Worum es ihm elementar ginge, sei einen Weg hinauszufinden.

Dortmund: Fraktionschef der Linke+ gewagte Posts zum Ukraine-Krieg – Waffen sind keine Lösung

Die Reaktion der Bundesregierung, das deutsche Militär aufzurüsten, um gegen den Krieg in der Ukraine vorzugehen, sei nicht dieser Weg, so Kowalewski. Er sehe die Aufrüstung in Höhe von 100 Milliarden Euro als fatalen Fehler, der den Krieg nicht stoppen, sondern verschlimmern würde.

Es gäbe nur wenige Fälle, in denen „Frieden schaffen mit mehr Waffen“ funktioniert hätte, daher verlängere auch die Waffenlieferung in die Ukraine nur das Leid der Bevölkerung, erklärt er im Gespräch mit Radio 91.2.

Dortmund: Fraktionschef der Linke+ gewagte Posts zum Ukraine-Krieg – Bezüge zur Kuba-Krise

Zu lösen sei dies demnach ausschließlich durch Diplomatie und nicht durch Gewalt. In diesem Zusammenhang ziehe er auch den Bezug zur damaligen Kuba-Krise, denn da hätte es erfolgreiche Verhandlungen mit dem damaligen Sowjetführer „Nikita Chrustschow“ gegeben. So jemanden „der unser aller Leben in Zusammenarbeit mit Kennedy gerettet hatte“ wünsche er sich, um auch dieses Problem zu lösen.

Dortmund: Fraktionschef der Linke+ gewagte Posts zum Ukraine-Krieg – „Ich bin Extremist“

Diesen Ansichten könnten allerdings nicht viele Menschen zustimmen. Und auch in seiner eigenen Fraktion gäbe es offensichtlich andere Meinungen dazu. Die Stimmung sei durch seine Kommentare sehr aufgeheizt und er könne sich mit Argumenten nur schwer dagegen verteidigen. Die Gegenseite reagiere sofort mit Beleidigungen, so der Linke+-Chef.

Auf Facebook schrieb er zudem: „Ja, ich bin Extremist, ich will Frieden.“

Rubriklistenbild: © Emergency Service Of Ukraine/PA Media/DPA

Mehr zum Thema