Areal nun vollständig belegt

Dortmund: Neue Gebäude am U-Turm kommen - gleichzeitig droht Ärger

Dortmunds OB Ullrich Sierau freut sich, dass das letzte Areal am U-Turm verkarktet wurde. Doch die Freude wird getrübt.
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Dortmunds OB Ullrich Sierau freut sich, dass das letzte Areal am U-Turm verkarktet wurde. Doch die Freude wird getrübt.

Die letzte freie Fläche um den U-Turm in Dortmund wird bebaut. Gleichzeitig droht der Stadt Ärger.

  • Die letzte freie Fläche im Schatten des U-Turm-Areals wird in Dortmund bebaut.
  • Das neue Gebäude soll sich nahtlos ins Gesamtbild einfügen.
  • Gleichzeitig droht Ärger mit Nutzern einer zu bebauenden Fläche.

Dortmund - Das wohl bekannteste Wahrzeichen von Dortmund bekommt einen Nachbarn. Die Stadt hat eine 3600 Quadratmeter große Fläche im Schatten des Dortmunder U erfolgreich vermarktet.

Ort

U-Turm

Adresse

Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund

Errichtung

1926/1927

Die Fläche liegt an der Rheinischen Straße, westlich es U-Turms. Der Stadt war es wichtig, das prominent gelegene Areal mit einer architektonisch wertvollen Bebauung zu versehen. Immerhin ist der U-Turm das westliche Einfallstor in die Innenstadt.

Dortmund: Neue Gebäude entstehen am U-Turm

Ein richtiger Turm entsteht auf dem Gelände allerdings nicht. Der Neubau, in dem Büros entstehen sollen, soll sich in Sachen Höhe an seine Nachbargebäude orientieren - etwa jenem der BIG-Versicherung.

Kilian Kada (kadawittfeldarchitektur), Jens Kreiterling (Vorstand Landmarken AG) und Oberbürgermeister Ullrich Sierau (von links) zeigen einen Entwurf des Neubaus an der Rheinischen Straße.

Entstehen wird nicht nur ein Gebäude, sondern gleich zwei. Dazwischen soll ein Platz entstehen, der zum Verweilen einlädt. Sogar Außengastronomie ist geplant. Dortmunds OB Ullrich Sierau spricht von einem "städtebaulichen Akzent", der an der Rheinischen Straße entsteht.

Im Gebäude selbst soll es Meeting- und Loungebereiche geben sowie flexible Arbeitsplätze im Großraumbüro. Auch private Büros und Besprechungsräume sind geplant. Und von der Dachterrasse - wie soll es anders sein - sieht man das Dortmunder U in seiner ganzen Pracht.

Dortmund: Stadt vermarktet seit 2007 Gelände am U-Turm

Zum Hintergrund: Seit 2007 ist das ehemalige Brauereigelände von Union in Besitz der Stadt übergegangen. Seitdem wurden die freien Flächen nach und nach vermarktet. Im Sommer 2018 gab die Stadt etwa den Bau eines 50 Millionen Euro teuren Wohnhauses für Studenten sowie eines Hotels bekannt. 

Außerdem baut die Stadt Dortmund in den kommenden Jahren eine Sporthalle für mehr als 3000 Zuschauer in die Nähe des Geländes. Bereits längst gebaut und eröffnet ist die laut Stadt größte Berufsschule Deutschlands.

Am Hiltropwall in der Innenstadt in Dortmund soll ein futuristisches Gebäude bestehen, dass sogar bundesweit Stahlkraft besitzen soll. Seit 20 Jahren plant die Stadt das Projekt. Ähnliche Töne erklingen über die Pläne rund um die Industriebrache der Kokerei Hansa in Dortmund - hier soll ebenfalls für zig Millionen ein neues Quartier mit Hansaplatz und Wolkenspielplatz entstehen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau kommt dabei regelrecht ins Schwärmen und spricht von einem "weltweit einmaligen Meilenstein", der die Stadt aber auch das ganze Ruhrgebiet entscheidend nach vorne bringen soll. 

Ärger droht der Stadt Dortmund vonseiten der Skater

Ganz geräuschlos dürfte der Bau des neuen Gebäude-Komplexes nicht vonstattengehen. Es regt sich Widerstand in der Skaterszene

Denn in der Nähe des zu bebauende Geländes ist derzeit noch ein Betonskatepark mit dem Namen "Utopia", das in Selbstorganisation und durch Anregung der Stadt Dortmund im Jahr 2018 durch die Skater entstanden ist.

Online-Petition von Skatern aus Dortmund gestartet

Obwohl die Skater lange wissen, dass das Gelände eines Tages bebaut werden wird (in diesem Fall durch die oben erwähnten Studenten-Appartements), ist der Unmut groß. Es fehle schlicht an Alternativen, heißt es in einer kürzlich gestarteten Online-Petition, die (Stand Samstag, 27. Juni), 3371 Unterzeichner hatte.

Die Stadt gibt laut einem Bericht der Nordstadtblogger an, mit den Skatern in Gesprächen zu sein. Wo die Szene künftig einen neuen, und ähnlich sonnigen, Ort zum Treffen findet, ist aber unklar. Für die Stadt droht also Ärger vonseiten einer gut organisierten und vernetzten Szene, sollte es keinen adäquaten Ersatz geben.

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