Ansammlungen an mehreren Tagen

Dortmund: Auto-Chaos am Wall und Phoenix See eskaliert - Polizei am Pfingstwochenende im Einsatz

Tuner, Poser, Lärmmacher: Die Polizei in Dortmund hatte am Pfingstwochenende wieder alle Hände voll zu tun.
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Tuner, Poser, Lärmmacher: Die Polizei in Dortmund hatte am Pfingstwochenende wieder alle Hände voll zu tun.

Auto-Ansammlungen am Wall und Phoenix See haben die Polizei Dortmund zu Pfingsten beschäftigt. Am Wochenende gab es wieder eine Eskalation. 

  • Horden von Menschen, die sich mit ihren Autos treffen, haben wieder die Polizei in Dortmund beschäftigt.
  • Am Phoenix See und am Wall war am Pfingstwochenende wieder viel los.
  • Die Polizei musste viele Platzverweise erteilen.

Dortmund - Der Phoenix See in Dortmund-Hörde entpuppt sich immer mehr zum Hotspot für Auto-Treffen. Längst nicht mehr nur der Wall wird von Rasern, Tunern und anderen Autoliebhabern aus der ganzen Region zum Treffpunkt genutzt.

Ort

Phoenix See

Länge

1,23 Kilometer

Fläche

24 Hektar

Mittlere Tiefe

2,8 Meter

Maximale Tiefe

4,8 Meter

Breite

310 Meter

An diesem Wochenende eskalierte die Lage gleich an mehreren Tagen. Die Polizei in Dortmund hatte alle Hände voll zu tun, musste immer wieder einschreiten, obwohl längst klar sein sollte, was erlaubt ist und was nicht.

Dortmund: Phoenix See ist neuer Treffpunkt für Autoliebhaber

Der Phoenix See ist bereits mit Beginn der milden Temperaturen zum Treff für Auto-Fans geworden, heißt es von der Polizei Dortmund. Auch immer mehr Frauen sitzen hinterm Steuer, beobachten die Einsatzkräfte. Der Wallring dagegen ist schon länger als Hotspot bekannt - vor allem die berüchtigte "Boxengasse" am Ostwall.

Längst gehen die Anwohner auf die Barrikaden, weil sie den Lärm nicht mehr aushalten. Selbes Schicksal müssen nun offenbar auch die Bewohner des Phoenix Sees erdulden. Jetzt fordert auch die FDP in Dortmund ein Gesamtkonzept für den See, um dem Lärm-Problem Herr zu werden. 

Polizei Dortmund verteilte am Pfingstwochenende viele Platzverweise

102 Menschen in 63 Fahrzeugen kontrollierte die Polizei Dortmund allein am Samstag (30. Mai). Danach erteilte sie Platzverweise, um für Ruhe zu sorgen. Zudem musste die Polizei an den Straßen "Am Kai" (am westlichen Ufer) und an der Phönixseestraße (auf der Südseite) nachrückende "Nachtmenschen" vertreiben.

Was der Polizei Dortmund auffällt: Die Besucher des Phoenix Sees, ob im Auto angereist oder zu Fuß, kommen in der Regel aus anderen, meist umliegenden Städten - und nicht aus Dortmund selbst.

Hotspot in der Innenstadt von Dortmund ist der Wall

Da damit zu rechnen war, dass diese Gruppen den nächsten Hotspot - die Innenstadt und dort vor allem den Wall - aufsuchen würde, sprach die Polizei auch für diesen Bereich Platzverweise aus. Bis kurz vor drei Uhr am frühen Morgen hatte die Polizei mit den Maßnahmen zu tun.

Doch statt am Tag darauf Ruhe zu haben, ging es am Sonntag (31. Mai) fast so weiter, wie tags zuvor. Dieses Mal sprach die Polizei für 80 Personen einen Platzverweis am Phoenix See aus. Kurz darauf gab es erneut Ruhestörungen - und erneut Platzverweise.

Platzverweise und Verwarngelder: Polizei Dortmund greift durch

Gegen Mitternacht dann ging das Theater weiter, allerdings am Wallring. Dort fand sich laut Polizei "szenetypische Klientel" ein - etwa an der sogenannten "Boxengasse", der Parallelfahrbahn des Ostwalls. Auch hier wieder: Platzverweise und Verwarngelder. Zwischenzeitlich musste die Polizei die "Boxengasse" sogar sperren.

Am Ostwall in Dortmund fand bereits eine Dialogveranstaltung mit Anwohnern, Beteiligten und Polizei statt - offenbar mit nur wenig Erfolg. Die Treffen der Auto-Fans hören nicht auf.

Traurig: Einen 22-jährigen Dortmunder zog die Polizei mit Tempo 117 statt den erlaubten 50 km/h Höchstgeschwindigkeit vom Wall. Ähnlich schnell war eine junge Raserin in Dortmund unterwegs, die zudem noch Fußgänger gefährdet hatte.

Dann eine Szene aus dem Bereich Slapstick: Ein betrunkener Beifahrer riss die Tür auf, sprang aus an einer Ampel aus dem Auto und wurde dort von einem Motorradfahrer der Polizei erfasst. Der Mann verletzte sich leicht. Bei der Unfallaufnahme soll es Beleidigungen gehagelt haben - Gewahrsam.

Mittlerweile droht die Stimmung aufgrund der Tuning-Szene am Phoenix See Dortmund zu kippen. Einige Anwohner sollen sogar mit Eiern geworfen haben. 

"Boxengasse" und Phoenix See in Dortmund: Polizei muss für Ruhe sorgen

In der Nacht zum Montag (1. Juni) ging es dann wieder in der City und am Phoenix See weiter mit dem Auto-Theater. 40 Platzverweise sprach die Polizei an der "Boxengasse" in der City aus, weitere 180 an einer weiteren Kontrollstelle. 

Unfassbar: "Auf dem Wall befanden sich in der Spitze bis zu 300 Fahrzeuge, die der Poserszene zuzuordnen sind", berichtet die Polizei. Durch Maßnahmen der Polizei kam es in der Folge zu Staus auf dem Wall - und zu Hupkonzerten. Ende Juni hat die Polizei in Dortmund einen Raser bei überhöhter Geschwindigkeit angehalten. Seine Ausrede war schon ziemlich kurios. 

Video: Tuningkontrolle Stuttgart

Das Katz-und-Maus-Spiel verlagerte sich schließlich wieder an die Phönixseestraße an den See in Hörde. Dort sprach die Polizei 50 Platzverweise aus, um die Nachtruhe wiederherzustellen.

Das Auto-Chaos war damit vorerst beendet - aber das nächste lauwarme Wochenende wartet ja bereits.

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