Innenstadt solle profitieren

Zuverlässige Paket-Zustellung: TU Dortmund will Problem lösen

TU-Studenten aus Dortmund wollen eine Lösung für die zahlreichen Paketlieferungen finden und so das Chaos für Verkehr und Lieferdienst-Mitarbeiter beenden.

Dortmund – Die Geschäfte geschlossen, das Weihnachtsfest 2020 vor der Tür: Der Dezember in der Corona-Pandemie* kann im Rückblick als ein chaotischer Höhepunkt der Paketlieferungen gesehen werden, wie RUHR24* berichtet. Studenten der TU Dortmund arbeiten jetzt an einer Lösung.

UniversitätTU Dortmund
VerbandIHK Mittleres Ruhrgebiet
ProjektBundle Up – Paketlieferungen

Dortmund: TU-Studenten suchen Alternative für Paketlieferungen an die Haustür

Neben den Lieferproblemen, die durch die zahlreichen Bestellungen unvermeidbar gewesen sind, fiel auch der Stress für Mitarbeiter der Lieferdienste und der Stop-and-Go-Verkehr durch die Straßen der Städte auf.

Studenten der TU in Dortmund* feilen zusammen mit der IHK Mittleres Ruhrgebiet aktuell im Projekt „Bundle Up“ an einer Lösung. Sie könnte die genannten Probleme verringern und im Idealfall den Innenstädten eine neue Funktion geben.

Im Detail geht es den Studenten um „neue Konzepte für Paketabholungen in den Stadtzentren, die eine Alternative zur Haustürzustellung bieten“ kann, wie es auf der Projektseite des Projektes „Bundle Up“ heißt. Übrigens will auch die DHL durch ein neues Konzept den Stress für die Mitarbeiter ab Juli* deutlich reduzieren.

Dortmund: Projekt „Bundle Up“ - TU-Studenten und IHK Mittleres Ruhrgebiet wollen 2022 Lösungen haben

Die Lösungen durch das Projekt „Bundle Up“ sollten im Idealfall den Lieferverkehr reduzieren und die Innenstadt sowie Stadtteilzentren wieder lebendiger machen. Die TU-Studenten der Uni Dortmund wollen in einer Umfrage zudem herausfinden, ob Menschen Pakete eher an der eigenen Haustür empfangen oder an Paketstationen abholen.

Das Liefern von Paketen soll revolutioniert werden.

Das Ziel des Projektes ist es, verschiedene Möglichkeiten anzubieten, um Pakete zentral zu lagern oder gar mobile Lösungen anzubieten – je nach Gegebenheit des Stadtteils oder des Viertels.

Pakete könnten in Pick-up-Stationen, Pick-up-Depots oder Mobilen Pick-up-Trucks vom Nutzer abgeholt werden:

  • Pick-up-Stationen – betreute Stationen zur Abholung und zum Versand von Paketen, die gleichzeitig auch ein Raum für soziale Kontakte darstellen oder eine Lösung für (ehemalige) Handelsflächen sein könnte. Beispiel: Fitnessstudios.
  • Pick-up-Depots – kombinierte Abholstationen und Micro-Hub-Lösungen in Parkhäusern, Tiefgaragen in den Innenstadtzentren.
  • Mobile Pick-up-Trucks – mobile Abholstation an wechselnden Standorten für Stadtteilzentren. Auf Wochenmärkten oder Nahversorgungsstandorten.

Wichtig aus Sicht des Projektes „Bundle Up“ sind vor allen Dingen die Punkte, dass Stationen, Depots und Trucks von allen Lieferdiensten genutzt werden sollen. Zudem sei wichtig, dass es gleichzeitig auch die Möglichkeit der Retoure gibt.

Dortmund: Revolution bei Paketlieferungen soll auch Innenstadt und Stadteilzentrum zu Gute kommen

Das ganze solle als Alternative zur Lieferung vor die Haustür angesehen werden. Denn sei es natürlich keineswegs sicher, äußerten sich die TU-Studenten gegenüber der WAZ, dass Kunden komplett auf Hauslieferungen verzichten wollen.

Das Projekt läuft noch bis Juni 2022 und soll Lösungen für die Paketlieferungen für die Standorte im Bereich der IHK Mittleres Ruhrgebiet – also in Bochum, Herne, Witten und Hattingen – finden.

Auch die Stadt Dortmund, die ihre Innenstadt durch verschiedene Projekte* aufwerten will, dürfte auf die Lösungen des Projekts schielen. Sie ist aber gleichzeitig selbst schon aktiv geworden. Seit Januar 2021 steht ein Mikrodepot am Ostwall. Die Lieferdienste liefern die Pakete aktuell an zwei Überseecontainer nahe der Innenstadt.

Dort werden sie auf Lastenfahrräder umgeladen und damit ausgeliefert. Die Stadt Dortmund teilt aber mit, dass die Mikrodepots nur eine vorübergehende Lösung sind, um das Konzept gemeinsam mit den Lieferdiensten zu testen und Erfahrungen zu sammeln. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Roland Baege/TU Dortmund, Monika Skolimowska/dpa; Collage: RUHR24

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