Platzsparend wohnen

Dortmund bekommt erste Tiny-House-Siedlung direkt am Wasser

In Dortmund entsteht die erste Siedlung für „Tiny Houses“. Bis dort die ersten Bewohner einziehen können, wird es allerdings noch etwas dauern.

Dortmund – Bezahlbarer Wohnraum ist in Dortmund Mangelware. Die Stadt weist regelmäßig weitere Neubaugebiete aus, doch ewig wird der Platz nicht ausreichen. Es müssen also neue Lösungen her. Platzsparend wohnen sollen die Bürger bald in der ersten Tiny-House-Siedlung.

Stadt:Dortmund
Planung:Tiny Village
Ort:Sölde

Dortmund bekommt erste Tiny-House-Siedlung in Aplerbeck

Immer mehr Menschen ziehen nach Dortmund. Und die müssen irgendwo wohnen. Doch seit Jahren übertrifft die Nachfrage an bezahlbarem Wohnraum das Angebot. Deshalb wird überall gebaut, etwa am „Wüstenhof“ in Dortmund-Hörde oder im Kronprinzenviertel nahe der Innenstadt.

So schick die neuen Wohngebiete am Phoenix See oder am alten Güterbahnhof auch sind: Viele Menschen können sich einen Neubau schlichtweg nicht leisten. Laut Wohnungsmarktbericht kostete ein Einfamilienhaus in Dortmund 2021 im Durchschnitt rund 520.000 Euro (Preisanstieg um 9 Prozent zu 2020). Ein bestehendes Haus ging für rund 500.000 Euro über die Theke. Auch Eigentums- und Mietwohnungen werden immer teurer.

Ein Tiny House bietet auf kleinem Raum viel Funktionen. (Symbolfoto)

Dabei ist der Wohnraum in Dortmund weiterhin knapp. Die Leerstandsquote lag Ende 2020 bei rund 2,1 Prozent. Nach Angaben der Stadt standen somit rund 7.000 Wohnungen länger als 6 Monate lang leer. Liegt die Quote unter 3 Prozent, gilt der Wohnungsmarkt als angespannt.

Leerstandsquote in Dortmund im Vergleich zu anderen Städten (2021):

StadtLeerstandsquote
Dortmund2,1 Prozent
Münster3,0 Prozent
Düsseldorf3,1 Prozent
Gelsenkirchen6,5 Prozent

Dortmund: Tiny Houses sollen platzsparend neuen Wohnraum schaffen

Nach Angaben der Stadt Dortmund gibt es noch genügend Flächen, die bebaut werden können. Dazu zählen etwa Industriebrachen und ehemalige Gewerbegebiete. Mittel- bis langfristig seien „keine Flächenengpässe zu erwarten“, heißt es im Wohnungsmarktbericht 2021.

Doch nur weil ausreichend Flächen vorhanden sind, kann dort nicht auch sofort jemand wohnen. Abhilfe soll nun eine Tiny-House-Siedlung in Dortmund-Aplerbeck schaffen. Denn die Häuser können vergleichsweise schnell und platzsparend errichtet werden. Trotzdem sollen sie jeden Komfort eines Hauses bieten.

Was ist ein Tiny House?

Ein mobiles oder feststehendes Haus mit einer Wohnfläche von 20 bis 100 Quadratmetern.

Tiny Houses sind platzsparend, energieeffizient und gelten als nachhaltig.

Tiny Houses stammen ursprünglich aus den USA und wurden um 1900 entwickelt.

Dortmund bekommt Tiny Village in Sölde: Bebauungsplan nötig

Entstehen soll das Tiny Village in Sölde an der Grenze zu Holzwickede. Seit 2019 laufen die Planungen dafür. Weil die feststehenden oder mobilen Tiny Houses nicht einfach in der Natur oder auf einem Campingplatz stehen dürfen, ist jedoch auch hier ein Bebauungsplan nötig.

Die Grundfläche der Häuser soll bei 50 Quadratmetern liegen, jedes Grundstück soll etwa 150 Quadratmeter messen. Kostenpunkt pro Fläche: 51.000 Euro (Stand 2020, ohne Nebenkosten). Bis zu 30 kleine Häuser sollen auf die Fläche an der Emscher passen.

Weil sich die Baugenehmigungen verzögert haben, hat sich eine der Baufirmen jetzt allerdings aus dem Projekt zurückgezogen, berichtet das Magazin Wir in Dortmund. Nach Angaben der Stadt ist damit zu rechnen, dass frühestens 2025 das erste Tiny House auf der Fläche stehen könnte. Bis dahin seien jedoch noch einige Beschlüsse des Stadtrats nötig. Zunächst war geplant, bereits 2022 mit dem Bau zu beginnen.

Im Sommer sollen zunächst die Planungsunterlagen für die Bevölkerung offengelegt werden. Dann muss das Tiny Village in Dortmund noch durch den Beschwerdeprozess und das Votum im Rat. Mit dem schnellen und unkomplizierten Wohnraum in Dortmund ist es also auch hier so eine Sache.

Rubriklistenbild: © Stephan Goerlich/Imago

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