Marke bei Neonazis beliebt

Dortmund: Skandal-Geschäft in der Innenstadt ab sofort geschlossen

Das bei Neonazis beliebte Geschäft „Tönsberg“ in der Innenstadt von Dortmund schließt offenbar. Dort wurde unter anderem die Szene-Marke „Thor Steinar“ verkauft.

Dortmund – Die Neonazi-Szene in Dortmund und dem Ruhrgebiet verliert einen weiteren Anlaufpunkt: Auch das zweite Geschäft „Tönsberg“ („Tønsberg“) am Alten Burgwall in der Innenstadt schließt offenbar. Das gab der Betreiber jetzt auf seiner Internetseite bekannt. Dort wurde seit Juli 2020 auch bei Rechtsextremen beliebte Szene-Kleidung verkauft. Gegen die Läden gab es zahlreiche Protestaktionen.

StadtDortmund
BundeslandNordrhein-Westfalen
OberbürgermeisterThomas Westphal (SPD)

Dortmund: „Thor-Steinar“-Laden „Tönsberg“ schließt offenbar Ende Januar 2022

„Alles hat ein Ende“, schreibt der Betreiber des Neonazi-Ladens „Tönsberg“ auf seiner Internetseite. Auch ein Datum steht bereits fest, an dem Schluss sein soll: Der Neonazi-Shop in Dortmund schließt demnach bereits am 31. Januar (Montag). Warum das Geschäft zu machen muss, bleibt unklar.

Hinter dem Laden in Dortmund steckt das Unternehmen Media-Tex, das in mehreren Geschäften in ganz Deutschland sowie online die bei Neonazis beliebte Marke „Thor Steinar“ vertreibt. Sie gilt als Erkennungsmerkmal der Szene. Ein mittlerweile verbotenes Logo zeigte laut Verfassungsschutz Bayern etwa Runen aus der NS-Zeit. Übrig bleiben nach der Schließung noch sechs Shops im Osten von Deutschland, unter anderem in Dresden und Schwerin.

Viel Protest gegen Neonazi-Marke „Thor Steinar“ und Laden in Dortmund

Gegen die „Thor-Steinar“-Läden in Dortmund gab es seit der ersten Eröffnung im August 2019 zahlreiche Protestaktionen sowie Angriffe. Nach Demos vor dem ersten „Tönsberg“-Laden wurden später auch Angestellte im Geschäft mit Böllern und einem Feuerlöscher attackiert.

Die „Tønsberg“-Filiale in Dortmund macht offenbar dicht.

Das frühere Neonazi-Geschäft am Brüderweg in Dortmund wurde bereits Ende 2019 von der Stadtverwaltung wieder dicht gemacht. Als Grund gaben die Verantwortlichen damals Mängel beim Brandschutz an. Mit der erneuten Schließung erscheint es möglich, dass sich die bei Rechten beliebte Marke dauerhaft aus Dortmund und NRW zurückzieht.

Hilfe bei rechtsextremer Gewalt

Opfer von rechtsextremer, rassistischer oder antisemitischer Gewalt bekommen bei der Organisation „Back Up“ in NRW Hilfe.

Wer aus der Neonazis-Szene aussteigen will, kann sich an Exit Deutschland wenden.

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