Marke bei Rechtsextremen beliebt

Neonazi-Marke "Thor Steinar" eröffnet wieder ein Geschäft in Dortmund – Vermieter reagiert

Der erste "Thor-Steinar"-Laden Tönsberg wurde nach Protesten von der Stadt Dortmund geschlossen.
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Der erste "Thor-Steinar"-Laden Tönsberg wurde nach Protesten von der Stadt Dortmund geschlossen.

Die unter Rechtsextremen beliebte Mode-Marke "Thor Steinar" hat offenbar erneut ein Geschäft in Dortmund eröffnet. Jetzt reagiert der Vermieter.

  • In Dortmund gibt es seit heute offenbar einen neuen Laden der Marke "Thor Steinar".
  • Die Marke ist besonders bei Rechtsextremen beliebt.
  • Bereits kurz nach der Eröffnung gab es einen Einsatz der Polizei.

Update, Montag (27. Juli), 20.50 Uhr: Dortmund - Nicht nur der Stadt Dortmund und einigen Gruppierungen in den Sozialen Netzwerken scheint das in Dortmund wiedereröffnete Bekleidungsgeschäft der Marke "Thor Steinar" ein Dorn im Auge zu sein: Auch der Vermieter des Ladens hat sich nun zu Wort gemeldet. 

Wie die Nordstadtblogger berichten, soll die Immobiliengesellschaft, der der Dortmunder Gebäudekomplex gehört, nichts davon gewusst haben, dass es sich bei den neuen Mietern um die Betreiberkette "Tönsberg" handele. Die Immobiliengesellschaft sei nach eigenen Angaben aus allen Wolken gefallen, als sie von der Anmietung erfahren habe.

Kurz nach Eröffnung des "Thor-Steinar"-Ladens in Dortmund: Vermieter kündigt "Tönsberg" den Vertrag

Im Mietvertrag selbst soll "Thor Steinar“ nicht erwähnt worden sein – allerdings in einer begleitenden Mail mit Nachfragen seitens des potentiellen Mieters, wie die Immobilienverwaltung mitteilt. Die Mitarbeiterin, die die Mail bearbeitet hatte, habe mit der Marke, die dort als eine von mehreren verkauft werden sollte, jedoch nichts anfangen können.

Die Immobiliengesellschaft habe nun Konsequenzen gezogen und angeblich bereits heute die Kündigung des Mietvertrags ausgesprochen, wie das Unternehmen laut Nordstadtblogger mitgeteilt habe. Ob und wie schnell es gelingt, "Thor Steinar" aus den Räumlichkeiten zu vertreiben, ist jedoch noch nicht klar. 

Update, Montag (27. Juli), 18.48 Uhr: Dortmund - Bereits bei der Eröffnung des ersten Ladens gab es viele Proteste – und es dauerte auch nicht lange, bis diese sich auch für die anstehende Eröffnung des neuen Geschäfts ankündigten. 

So kündigten verschiedene Gruppierungen in den Sozialen Netzwerken an, am 30. Juli gegen die Eröffnung des "Thor-Steinar"-Ladens demonstrieren zu wollen. Gegen 17.30 Uhr soll es eine Kundgebung auf der Strasse Kuckelke/Ecke Alter Burgwall geben.

Dortmund: Stadt bezieht Stellung zu der Eröffnung des "Thor-Steinar"-Ladens

Und auch die Stadt Dortmund hat sich bereits zu dem geplanten Laden der Neonazi-Marke auf Twitter geäußert: "Die Stadt Dortmund hat die angekündigte Eröffnung des Ladens zur Kenntnis genommen und behält dies im Blick. Es handelt sich um ein privatrechtliches Verhältnis zwischen zwei Parteien."

Und weiter: "Obgleich die Handlungsoptionen der Stadtverwaltung im konkreten Fall begrenzt sind, werden wir alles in unseren Kräften stehende tun, um zu verhindern, dass Thor Steinar in Dortmund Fuß fasst."

Update, Montag (27. Juli), 16.15 Uhr: Das geht ja gut los: Kurz nach der Eröffnung des zweiten "Thor-Steinar"-Ladens in Dortmund gab es dort bereits den ersten Einsatz der Polizei. Ein Angestellter soll eine Antifaschistin attackiert haben.

Dortmund: Einsatz der Polizei kurz nach Eröffnung von "Thor-Steinar"-Laden in der Innenstadt

Wie die Nordstadtblogger berichten, wollte die Frau Fotos von der Fassade des neuen Geschäfts machen. Einem Angestellten des "Tönsberg" gefiel das offenbar nicht. Er soll die Frau bedrängt und bedroht haben. Außerdem soll er sie am Arm gepackt und aufgefordert haben, die Fotos zu löschen.

Die Polizei rückte an und nahm die Personalien des Mitarbeiters sowie der Zeugen auf. Die Beamten ermitteln laut dem Bericht jetzt wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung. 

Zudem soll der Vermieter, eine Immobiliengesellschaft aus Düren, dem Besitzer des "Thor-Steinar"-Ladens bereits die Kündigung ausgesprochen haben. Auch ihnen sei unklar gewesen sein, um wen es sich dabei handele. Ob und wie schnell die Vermieter raus zu bekommen sind, ist jedoch unklar.

Dortmund: "Thor Steinar" eröffnet erneut Geschäft in Dortmund

Update, Montag (27. Juli), 15.05 Uhr: Dortmund - Mittlerweile wird der neue "Thor-Steinar"-Laden in Dortmund auch auf der Seite des Herstellers geführt. Demnach firmiert er unter dem gleichen Namen wie zuvor: "Tönsberg". Als Adresse wird "Alter Burgwall 9" angegeben.

Ursprungsmeldung, Montag (27. Juli), 14 Uhr: Die Marke "Thor Steinar" ist besonders unter Neonazis beliebt. Jetzt hat der Hersteller offenbar erneut ein Geschäft in Dortmund eröffnet. Das erste wurde nach Anschlägen und Protesten von der Stadt Dortmund geschlossen.

Der neue "Thor-Steinar"-Laden soll sich erneut in der Innenstadt von Dortmund befinden. Nach übereinstimmenden Informationen liegt er am Alten Burgwall in unmittelbarer Nähe des Konzerthauses. Die Marke "Thor Steinar" ist besonders bei Rechtsextremen beliebt und gilt als Zeichen der Szenezugehörigkeit.

Ein erster Laden mit dem Namen "Tönsberg" wurde nach mehreren Protesten von der Stadt Dortmund geschlossen. Als Grund galten damals Mängel beim Brandschutz. Unter welchem Namen der neue Shop firmiert, ist noch unklar.

Auf Google Maps findet sich noch kein Eintrag zu dem neuen Geschäft. Auch in der Liste der Läden der Kleider-Marke wird der Laden in Dortmund noch nicht geführt.

Der ehemalige "Thor-Steinar"-Laden in Dortmund wurde im November 2019 geschlossen.

Doch auch das erste Geschäft in Dortmund hatte ohne großes Aufhebens eröffnet. Nicht einmal der Vermieter will gewusst haben, wen er sich damals in Haus holte. Später bat er die Stadt Dortmund gar um Hilfe, um die unliebsamen Mieter wieder loszuwerden.

Dortmund: Erster "Thor-Steinar"-Laden musste nach Protesten und Anschlägen schließen

Neben Protesten hatte es gegen den ersten "Thor-Steinar"-Laden in Dortmund immer wieder Anschläge gegeben. Es wurden etwa Farbbeutel gegen das Schild der Marke geworfen.

Bei einem Anschlag auf den "Thor-Steinar"-Laden von mutmaßlich Linksextremen wurde im November 2019 unter anderem Buttersäure freigesetzt. Das Geschäft musste daraufhin für längere Zeit schließen.

Kurze Zeit später entdeckte das Ordnungsamt der Stadt Dortmund Mängel bei Brandschutz. Der Laden wurde noch am selben Tag geschlossen.

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