Holpriger Beginn in NRW

Dortmund: OB Thomas Westphal äußert Kritik an Verteilung des Corona-Impfstoffes

Interview Dortmund OB Thomas Westphal
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Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal hat „erhebliche Zweifel“ an der Corona-Impfstrategie.

Die Impfkampagne gegen das Coronavirus läuft in NRW schleppend an. Thomas Westphal (SPD), Oberbürgermeister von Dortmund, äußert klare Forderungen.

Dortmund – Der Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus begann in Deutschland und Nordrhein-Westfalen holprig und langsamer als in anderen Ländern. Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal fordert, dass die nationale Impfaktion mehr Fahrt aufnimmt.

PolitikerThomas Westphal
Geboren22. Februar 1967 (Alter 53 Jahre), Lübeck
ParteiSPD
AmtOberbürgermeister der Stadt Dortmund

Corona/Dortmund: Thomas Westphal kritisiert nationale Umsetzung der Impfstoff-Verteilung

Die Kritik des 53-Jährigen bezieht sich dabei nicht auf die Entscheidung, den Corona-Impfstoff europäisch einzukaufen. Vielmehr stört Thomas Westphal die praktische nationale Umsetzung der Impfstoff-Verteilung. „Wichtig ist ja nicht, mit welcher Menge Impfstoff wir starten, sondern, ob die gesamte Strecke bis zum Ziel – und das heißt, alle, die es wollen, auch zu impfen – stimmig und stabil ist.“

Hier habe der SPD-Politiker aktuell „erhebliche Zweifel“. Es müsse in diesem Punkt schnell und genau nachgearbeitet werden. Der holprige Start der Impfungen gegen das Coronavirus in NRW überrascht Thomas Westphal indes nicht (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Dortmund-OB Thomas Westphal mit Forderung an Armin Laschet: Corona-Impfung muss Chefsache sein

„Die Impfungen in Einrichtungen, Krankenhäusern und im Impfzentrum selber sind eine große logistische Herausforderung, die in Kooperation von Stadt und Kassenärztlicher Vereinigung bewältigt werden muss. Das geschieht in dieser gemeinsamen Struktur zum ersten Mal“, so der Dortmunder Oberbürgermeister (die Corona-Pandemie in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Da beide Seiten das Impfen der Bevölkerung zum Erfolg führen wollen, komme es jetzt darauf an, in NRW durch die Festlegung klarer und transparenter Strukturen und Verantwortlichkeiten zu reibungslosen Abläufen zu kommen. „Hier sehe ich auch das Land in der Pflicht. Dort müssen die nächsten Impfstufen professionell koordiniert werden.“

Konkret wendet sich Thomas Westphal mit einer Forderung an NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Der Ministerpräsident müsse die Aufgabe zur Chefsache machen und schnellstens eine eigene Stabsstelle „Impfaktion“ mit Unterstützung von externen Fachleuten aus der Medizin-Logistik aufbauen. „Daran müssen die Kommunen zwingend beteiligt werden.“

Video: Biontech und Moderna – Corona-Impfstoffe im Vergleich 

Weitaus mehr Verständnis zeigt der Oberbürgermeister von Dortmund für die am Dienstag (5. Januar) beschlossenen verschärften Corona-Maßnahmen der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Thomas Westphal hält die Beschlüsse für zwingend notwendig, damit die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf Dauer sinkt.

„Die Infektionszahlen lassen derzeit keine andere Wahl und wir dürfen nicht vergessen, dass wir es auch mit einer Veränderung des Virus zu tun haben, die die Ansteckungsgefahr noch erhöht. Deshalb müssen die Kontakte auch so gering wie möglich gehalten werden.“

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