Klimafolgenanpassung

Dortmund wird zum Klima-Labor: Zwei Stadtteile sind Testgebiete bei Regen und Hitze

Die Sozialforschungsstelle der TU Dortmund untersucht Strategien für Kommunen, die mögliche Folgen des Klimawandels in Städten abfedern sollen.

Dortmund – Die Folgen des Klimawandels sind überall spürbar. Doch in dicht bebauten Städten sind die Auswirkungen durch Extremwetter besonders zu spüren. Das Verbundprojekt „iResilience“ der Sozialforschungsstelle an der TU Dortmund testet daher in drei Stadtgebieten bestimmte Praktiken, mit denen Kommunen besser gegen die Folgen des Klimawandels gewappnet sind. Darunter sind auch zwei Testgebiete in Dortmund.

VerantwortlicheSozialforschungsstelle der TU Dortmund (sfs)
TestgebieteDortmund Hafen, Dortmund-Jungferntal, Köln-Deutz
EreignisTest von Strategien für die Klimafolgenanpassung

TU Dortmund: Folgen des Klimawandels – Forscher testen Strategien für widerstandsfähige Städte

Stadtgebiete sind geprägt von dichten Bebauungen, versiegelten Flächen und wenig Grünflächen. Diese Umstände sind nicht auf mögliche Wassermassen durch Starkregen oder Hitzewellen angepasst. Durch die immer deutlicher zu spürenden Auswirkungen des Klimawandels, müssen Städte jedoch langfristig klimarobuster werden.

Bereits 2018 ist daher das Verbundprojekt „iResilience“ gestartet. Jetzt haben die Verantwortlichen ein „Drehbuch“ für andere Kommunen veröffentlicht. Darin werden die Erkenntnisse zur Anwendbarkeit der getesteten Strategien dargelegt. Das Handbuch bietet somit eine Orientierung für interessierte Kommunen, wie Stadtgebiete klimaresilienter gestaltet und Realllabore eingerichtet werden können. Aber auch kleinere Projekte wie „Klimaoasen“ durch die Errichtung von Urban-Gardening-Flächen sind Teil des Projekts.

TU Dortmund: Strategien für eine klimarobuste Stadt – Universität testet diese Maßnahmen

In Dortmund sind der Hafen und der Stadtteil Jungferntal Testgebiete des Projekts. Die Schützenstraße in der Nordstadt wurde insbesondere aufgrund des dicht besiedelten innerstädtischen Bereichs ausgewählt. Hier stehen die Themen Stadtgrün und Hitzevorsorge im Vordergrund. Im Jungferntal fokussieren sich die Testmaßnahmen auf die Überflutungsvorsorge, da das Gebiet von Einfamilienhäusern geprägt ist und an den Rahmer Wald grenzt.

Stephanie Bund leitet das Verbundsprojekt zur Klimaresilienz.

Zu den Maßnahmen für eine klimaresiliente Kommune gehören unter anderem Temperatursensoren im Hafenquartier. Insgesamt 30 Sensoren wurden an Straßenlaternen aufgehängt und messen die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit an verschiedenen Standorten. Die Messdaten sollen dann in einer App für jeden einsehbar sein, sodass die Menschen im Stadtgebiet bei extremer Hitze kühle Orte und Wege finden. Eine sogenannte „Hitze-Knigge“ stellt Informationen und Verhaltenstipps für den Alltag an heißen Tagen bereit.

Die Flutkatastrophe im Juli 2021 hat Teile von NRW besonders stark getroffen.

Im Jungferntal spielt die Starkregenvorsorge eine größere Rolle. Ein Runder Tisch für Anwohner und Experten soll den Austausch fördern. Dabei bestehe die Möglichkeit, Erfahrungen in der Nachbarschaft miteinander zu teilen und Experten der Stadtentwässerung nach sachkundigen Informationen zur Vorsorge zu befragen (mehr News aus Dortmund bei RUHR24).

TU Dortmund: Verbundprojekt „iResilience“ hat bereits internationales Nachfolgeprojekt

Das Verbundprojekt läuft noch bis Ende Juni, werde aber danach durch ein Nachfolgeprojekt mit dem Titel „iResilience goes Europe“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Dortmund und der rumänischen Stadt Cluj-Napoca weitergeführt. Die Partnerkommunen wollen dann in internationalem Austausch die Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung untersuchen. Danach könne zudem ein Handbuch für Klimaresilienz in Stadtgebieten entstehen, das auf weitere europäische Städte übertragbar ist.

Die Stadt Dortmund hat zuletzt mehrere Maßnahmen für die Klimafolgenanpassung in Planung gestellt. Darunter sind drei Szenarien, die Hitze in der Innenstadt vermindern sollen. Aber auch das Ruhrgebiet soll sich gegen Extremwetter rüsten. Das Land NRW hat dafür eine hohe Investition zur Verfügung.

Rubriklistenbild: © A.Friedrichs/Imago

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