Angeblich wegen Ukraine-Krieg

Dortmund: „Tattoo Con“ 2022 abgesagt – Begründung wirft Fragen auf

Die Messe „Tatto Con“ in Dortmund ist kurzfristig abgesagt worden. Der Grund – mögliche Ukraine-Flüchtlinge – sorgt jedoch für Verwunderung.

Update, Dienstag (5. April), 16 Uhr: Dortmund – Die kurzfristige Absage der „Tattoo Con“ in Dortmund sorgt bei den Westfalenhallen für Irritationen. Laut Veranstalter sei der Grund, dass man etwaigen Geflüchteten aus der Ukraine keinen Platz wegnehmen wolle. Die Messe Dortmund widerspricht dem gegenüber RUHR24 jedoch vehement.

Stadt:Dortmund
Messe:Tattoo Con
Ort:Westfalenhallen

Dortmund: „Tattoo Con“ 2022 in Westfalenhallen abgesagt – Grund sorgt für Irritationen

Das Statement der Westfalenhallen ist deutlich: „Die Aussagen des Veranstalters sind falsch, wonach ein nicht vorhersehbarer oder etwaiger Platzbedarf für Flüchtlingsunterkünfte am Veranstaltungsort zur Absage geführt hätten. Die Absage der TattooCon hat aus unserer Sicht interne Gründe auf Seiten des Gastveranstalters.“

Ein Sprecher der Westfalenhallen bestätigt, dass die Stadt Dortmund die Halle 6 angemietet habe, um dort Geflüchtete unterzubringen. Die Absage der Tattoo Con stehe damit jedoch „in keinem Zusammenhang“. Geplant war die Tattoo-Show im Mai 2022 ohnehin in Halle 3.

Auch andere Veranstaltungen seien von der Anmietung der Halle 6 nicht betroffen – weder in der Messe, noch im Kongresszentrum oder der Westfalenhalle, heißt es. Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg habe es und wird es auch keine Absagen oder Verschiebungen gegeben, sagte der Sprecher der Westfalenhallen.

„Tattoo Con“ in Dortmund für 2022 abgesagt: Veranstalter wollen Platz für Ukraine-Geflüchtete lassen

Erstmeldung, Montag (4. April), 17 Uhr: Mit rund 400 Ausstellern ist die „Tattoo Con“ in Dortmund eine der größten Messen in diesem Bereich. Jetzt haben die Veranstalter die Messe in den Westfalenhallen Dortmund kurzfristig abgesagt.

In einem Statement auf Facebook schreiben die Organisatoren am Montag (4. April): „Schweren Herzens müssen wir euch mitteilen, dass die diesjährige 26.TattooCON in Dortmund nicht stattfinden kann.“ Bereits Anfang 2022 musste eine Messe in Dortmund abgesagt werden, damals wegen des Coronavirus.

Zuletzt hätten sich die Gründe für eine Absage der Tattoo-Show in Dortmund gehäuft, heißt es in dem Beitrag: „Ein Grund ist der nicht vorhersehbare evtl. Platzbedarf für Flüchtlingsunterkünfte am Veranstaltungsort.“ Man wolle keinesfalls mit der Veranstaltung für Konfliktpotenzial sorgen.

Dortmund: Mehr als 4.000 Flüchtlinge wegen Ukraine-Krieg aufgenommen

Bislang hat Dortmund mehr als 4.300 geflüchtete Menschen aus der Ukraine aufgenommen (Stand: 28. März). Hunderte von ihnen kommen in städtischen Einrichtungen unter. Einen Aufnahmestopp wird es nicht geben, sagte Sozialdezernentin Birgit Zoerner: „Die Menschen, die zu uns nach Dortmund kommen, werden nicht abgewiesen.“

Weil für die Menschen in Not deshalb immer mehr Platz benötigt wird, hat die Stadt mittlerweile die Warsteiner Music Hall in Dortmund-Hörde sowie das ehemalige Seniorenheim „Weiße Taube“ in Kirchhörde zu Unterkünften umgebaut. Bei einer großen Spendenaktion für die Ukraine an der Westfalenhalle waren im März viele Hilfsgüter gesammelt worden.

Ukraine-Flüchtlinge in Messe Dortmund: Auch Westfalenhalle 6 kommt als Unterkunft infrage

Aktuell ist noch nicht absehbar, ob und wann Menschen, die vor dem brutalen Krieg in der Ukraine nach NRW flüchten, auch in einer der Westfalenhallen untergebracht werden. Stadt und Westfalenhallen waren am Montagnachmittag für ein Statement nicht zu errechen.

Dass damit jedoch geplant wird, geht bereits aus einem Statement der Stadt Dortmund hervor. Darin werden weitere Einrichtungen aufgelistet, die zu Unterkünften sowie Not- und Übergangseinrichtungen werden können. Darunter auch: „Auf Abruf falls notwendig: Westfalenhalle 6.“

Tattoo Con Dortmund abgesagt: Messe in Westfalenhallen soll im Juni 2023 nachgeholt werden

Eigentlich sollte die Tattoo-Convention vom 20. bis 22. Mai 2022 in den Westfalenhallen Dortmund stattfinden. Ein neuer Termin soll bereits feststehen: Die „Tattoo Con“ wird auf den 2. bis 4. Juni 2023 verschoben.

Unter den Kommentaren scheint es Verständnis für die Absage zu geben. Eine Nutzerin schreibt auf Facebook unter dem Beitrag: „Die Westfalenhalle braucht anscheinend den Platz. Und wenn den Flüchtlingen so geholfen werden kann, ist das eine gute Sache.“

Tickets für die Tattoo Con in Dortmund bleiben demnach auch für 2023 gültig. Wer sein Geld zurück haben möchte, kann die Eintrittskarten bei der Vorverkaufsstelle zurückgeben, heißt es vom Veranstalter.

Rubriklistenbild: © Florian Forth/RUHR24